Schlagwort-Archiv Synthpop

e-bit

Double-Review: e-bit – You Get Never Enough / Overfreezed

e-bit – immer für eine Überraschung gut, oder auf der Suche nach sich selbst ?

e-bitDerzeit purzeln die Songs schneller aus dem Hause e-bit, als manche Hühner Eier legen. Am 09. Mai veröffentlichten Anika und Sigma “You Get Never Enough” und bereits fünf Tage später folgte “Overfreezed“. Bis hierhin noch keine all zu große Überraschung, denn wer das Herzblutz-Synthpop-Duo aus Berlin kennt, weiß dass sie sehr diszipliniert, strukturiert und vor allem zielstrebig arbeiten. Vielmehr überraschte mich die Gegensätzlichkeit der beiden Songs.

You Get Never Enough verwirrt den Anika-verwöhnten e-bit-Groupie nicht musikalisch, sondern gesanglich. Der Großteil des Songs wird von einem elektronisch verzierten Sigma gesungen. Frontlady Anika setzt erst zum Refrain und dann zum Ende zusammen mit Sigma ein. Verkehrte Welt am Mikrofon, was wir auch schon mit “Unite” in Kooperation mit Bi-Polar erleben durften.

Klanglich ist da diese für e-bit typische düstere Grundstimmung, die durch glasklare Synths in einen gelungenen Gegensatz gestellt wird und den Midtempo-Song mit Hilfe einer tollen Hookline nicht nur gut tanzbar, sondern auch zu einem Pflichtprogramm eines jeden Synthpop-DJ´s macht.

In meiner letzten Live-Sendung stellte ich “You Get Never Enough” vor und durfte der Band ein sehr gutes Feedback zurückmelden. Aber…. die Geister, die ich rief….. Sigma hat jetzt bewiesen, dass er singen kann. Aber die Fans wollen auf Anikas Stimme nicht verzichten. So kam von den Hörern der Wunsch nach einem Duett, den ich voll und ganz unterstütze und jetzt auf diesem Wege an die Band weiterleite: Tja, Ihr zwei….. da müsst Ihr wohl mal ran 🙂

MitOverfreezed schickten e-bit dann am 14. Mai ein Lied ins Rennen, das dem Vorigen völlig entgegen steht. Zwar trumpft Keyboarder Sigma mit gewohnt filigranem Tastenspiel auf, aber diesmal finden sich Elemente, die durchaus auch mal aus der Techno-Ecke, mal auch aus den guten alten 80ern kommen könnten. Am Mikrofon brilliert eine Anika in ihrem gesanglichen “Zuhause”. Mit wechselnden Effekten garniert, spielt sie die Bandbreite Ihrer Stimme gewohnt überzeugend aus. Mal ganz tief aus dem Bauch heraus, mal klanglich wie Eurythmics, aber immer mit einem Hauch rotznäsiger, aber stets charmanter Arroganz. Besonders schön gelungen finde ich das mehrstimmige letzte Drittel. Hier spielt Anika all ihre Trümpfe in geballter Ladung aus.

Fazit

Alles in allem bin ich nun ein wenig verstört und doch zufrieden zugleich. Sigma hat am Mikrofon einen guten Job gemacht und doch wünsche ich mir dort auch weiterhin Anika als Hauptakteurin, sehr gerne aber mit deutlich mehr Sigma als in den vergangenen Jahren im gesanglichen Background.

Beide Songs sind für e-bit typisch absolut ausgewogen arrangiert, toll umgesetzt und in gewohnter Perfektion abgemischt. Gewahrt bleibt auch der Wiedererkennungseffekt des Berliner Duos. Selbst wenn die beiden offensichtlich gerne mal etwas Neues ausprobieren, es klingt immer eindeutig nach….. e-bit

Welcher Song ist jetzt nun der bessere? Keine Ahnung. Irgendwie liegt mir der energiegeladene “Overfreezed” ein wenig mehr, aber “You Get Never Enough” ist ebenfalls ein Hammer-Song geworden. Am Ende sind beide Songs absolut gelungen und eine klare Anspiel-Empfehlung für meine geschätzten Kollegen.

Übrigens scheinen Anika und Sigma Ernst zu machen. Letztes Jahr kündigten sie in der Junction Bar ein Album für 2018 an. In “Overfreezed” findet sich nun der Albumtitel “My life Is Brilliant”. Wir dürfen also mehr als gespannt sein………

 

Live-Gigs
26.05.2018 Cafe köpenick Seelenbinderstr. 54, 12555 Berlin
 

Website: www.e-bit.org
Facebook: https://www.facebook.com/ebit.org
Reverbnation: https://www.reverbnation.com/ebit3

Composer: Siegmar Mischer
Synthesizers: Siegmar Mischer
Vocals: Anika Tornow (since 2013)
Style Beat Recordings

X-O-Planet

REVIEW: “Voyagers” von X-O-Planet

X-O-PlanetDie Band

Anfang 2016 beschlossen Manja und Goderic, ihre diversen musikalischen Prägungen in das Projekt X-O-Planet einfließen zu lassen. Die Musik des Mainzer Synth-Pop-Duos setzt sich aus sphärischen Synthies, die aus Goderic Northstars Feder stammen, sowie Manja Kaletkas warmer, glasklarer Stimmfarbe zusammen. 
Manja war bis dato Mitwirkende in verschiedenen Bands wie der Essener Formation Jesus On Extasy, der britischen Avantgarde-Musikgruppe Attrition, der Neoklassik-Band Weltenbrand aus Liechtenstein, der Band Illuminate und durfte beispielsweise auf Alben von Szenegrößen wie 18 Summers mitwirken. 
Goderic lernte in seiner Kindheit Kirchenorgel spielen. Etwas später kamen Gitarre und Bass dazu. 
Inspiriert durch Künstler der elektronischen Musikszene der ersten Stunde wie Jean-Michel Jarre und Kraftwerkh begann er, sich für elektronische Klänge zu interessieren. Er experimentierte mit analogen Synthesizern und produzierte schon bald erste elektronische Werke. Auch dem Einfluss von EBM-Combos wie Front 242 und Nitzer Ebb konnte Goderic sich dabei nicht entziehen.
Im März 2017 veröffentlichten X-O-Planet ihr Debut “Passengers” beim namenhaften Label Danse Macabre und belegten damit direkt Platz 9 der Deutschen Alternative Charts. 
Kurz darauf konnten X-O-Planet auch ihre Live-Qualitäten mehrfach unter Beweis stellen, indem sie Bands wie z. Bsp. Psyche, Decoded Feedback, Intent: Outtake, The Invicible Spirit und The Saint Paul supporteten.

Das Album

X-O-PlanetMit VOYAGERS nehmen Manja und Goderic uns mit auf die Fortsetzung Ihrer Reise durch Zeit und Raum. Die PRELUDE 2019 erinnert sofort an das im März 2017 veröffentliche Debüt-Album “Passengers” und zeigt auf, dass wir stilistisch wohl Ähnliches hören dürfen. Mit NEUTRON STAR blicken wir auf die Geburt eines Neutronen-Sterns, um dann in DISTRUCTIVE SHADOW einen bemerkenswert kontrastreichen Song zu hören. Musikalisch typisch X-O-Planet, wird uns guttural von Goderic dargeboten, dass in jedem das Böse vorhanden ist,  während Manja nahezu engelsgleich das Gute und ein wenig Selbstfindung propagiert. Toll auch zu hören, dass die Band der Musik durch längere instrumentale Parts eine Bühne lässt. Nahezu progressiv 🙂 Song zwei auf der Scheibe und ich habe einen meiner Favoriten gefunden.

Insgesamt gibt das Duo seinen Songs viel Zeit, um rein instrumental schon für die passende Stimmung zu sorgen. FASTER THAN LIGHT ist nicht nur recht ruhig gehalten, sondern fordert auch textlich auf, mal einen Gang zurückzuschalten. Und notfalls auch mal jemanden einzubremsen, wenn er sich in der Hektik des Alltags zu verlieren droht.

Der Titeltrack des Albums VOYAGERS kommt im feinsten Mid-Tempo auf die Ohren und begeistert nicht nur durch den Kontrast der echt filigranen Synths mit einer tiefen bedrohlichen Line. Auch der Refrain reisst letztlich voll mit. Manja kann hier sehr schön beweisen, dass ihr auch die langen Töne sehr gut liegen.

X-O-PlanetTHE UNFORSEEN traf auch mich unvorhersehbar. Ist es schon eine Ballade, wenn gleich dafür eigentlich zu schnell? Gehört es in ein Musical? Ganz ehrlich… ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass hier nun wieder eines dieser Lieder ist, dass mich nicht nur textlich berührt, sondern mich Musik und Gesang auch fühlen lässt. Da stecken so viele Emotionen drin, dass es einen einfach bewegen muss. Senhnsucht, Wehmut, das Gefühl etwas verpasst zu haben….. kurzum…. WOW !

Manja hat mir 2017 im Interview verraten, dass sie sich seit Kindeszeiten für Astronomie und Astrophysik interessiert. Mit GRAVITY LOST bringen X-O-Planet eine sehr gelungene Form von “Was wäre ohne Schwerkraft”.

STORYTELLING ist wieder so eine Mixtur aus einem gemütlich dahin plätschernden Rhythmus und einer stimmlich etwas im Hintergrund agierenden Manja. Und ich unterstelle den beiden hier absolute Absicht, damit der Zuhörer sich angemessen auf den Text konzentrieren kann. Und der hat es in sich, kommt der Song doch sonst so unschuldig daher.

Das ändert sich nun mit REFOCUS wieder. Hier kommt wieder deutlich mehr Energie in die Synths, wenn gleich der Text nicht nur aufmerksam gehört, sondern gerne auch zu Herzen genommen werden sollte. Nachdem X-O-Planet ja schon die Frage nach dem “Was wäre ohne Schwerkraft” stellten, ist es nur legitim mit MYSTERY OF GRAVITY zu hinterfragen, ob das Mysterium der Schwerkraft überhaupt jemals gelöst werden wird.

GOODBYE macht mir bewusst, dass jetzt der letzte Song erklingt. Manja zeigt jetzt eine weitere Facette ihrer Stimme. Die tiefere, melancholische Stimme, die zum Nachdenken anregt und mich jetzt voll in den Song rein holt.

Fazit

X-O-PlanetSchon ihr 2017er Debüt hatte es mir echt angetan. Eingängige und oftmals ziemlich aufwändige Arrangements, Gesang an dem es so überhaupt nichts auszusetzen gibt und dazu tiefgründige Texte. Da war meine Erwartung an das neue Album VOYAGERS ganz sicher nicht klein. Aber ich wurde nicht enttäuscht, sondern abermals begeistert. Stilistisch bleiben sich X-O-Planet absolut treu und setzen konzeptionell noch einen drauf. Goderic besticht durch zum Teil sehr filigrane Synths, die er gerne auch sehr kontrastreich auf unsere Ohren bringt. Von Manja gibt es oftmals mehrstimmige Passagen, die einfach in der Summe voll auf dem Punkt sind.

Was soll ich weiter lobhudeln ? VOYAGERS ist wieder einmal ganz großes (Ohr-) Kino aus dem Hause X-O-Planet.

VOYAGERS erscheint am 27. April 2018.

X-O-Planet sind am Montag, dem 30. April 2018 um 22:00 LIVE zu Gast bei mir in der Sendung!

Tracklist

01 – Prelude 2019
02 – Neutron Star
03 – Distructive Shadow
04 – Faster Than Light
05 – Voyagers
06 – The Unforseen
07 – Gravity Lost
08 – Storytelling
09 – Refocus
10 – Mystery Of Gravity
11 – Goodbye

Tourdaten

30.06.2018 Wuppertal, Underground
25.08.2018 Bonn, Music Club Session
01.09.2018 Hamburg, KIR
28.09.2018 Bamberg, Live-Club
13.10.2018 Oberhausen, Crowded House
08.12.2018 Essen, Don´t Panic

Line-Up

Vocals: Manja Kaletka
Keys: Goderic Northstar

Web

http://www.x-o-planet.de
https://www.facebook.com/XOPlanet
http://www.youtube.com/c/Xoplanet_electronica
kontakt@x-o-planet.de

Quellen:

Band-Bio und Bilder: Promo-Kit

IN GOOD FAITH

Review TRINITY von “In Good Faith”

Die Band

Die 1998 in Niedersachsen gegründete Synthie-Pop-Band IN GOOD FAITH lässt den Synthpop im Stile der 80er und 90er Jahre mit einem angemessenen Teil moderner Elemente weiter leben. Auch zwanzig Jahre nach Gründung bleiben sich IGF ihrem Stil und ihren Einflüssen von z.B. Depeche Mode, Static Icon, Mesh, De/Vision, Elegant Machinery, VNV Nation, Aesthetic Perfection und Skinny Puppy treu, ohne aber langweilig zu werden. Dennoch klingt die Musik der Band nicht wie ein gewöhnlicher Abklatsch, sondern glänzt vielmehr durch eine toll ausgeprägte Gesagngsstimme des Sängers Kai Vincenz Németh und hervorragend abgestimmten, brilliant-klaren und unaufgeregten Arrangements aus den Synthesizern Jörg Allenbachs.

Das Album

Ihr neues Album tauften IGF auf den Namen “Trinity” Elf Songs stehen bereit uns zu verzaubern und zu begeistern. Das Album begeistert durch eine wunderschöne Mischung aus energiegeladenen Tracks, denen dann aber auch Songs mit deutlich ruhigeren Elementen gegenüber stehen. TRINITY wird am 23.02.2018 veröffentlicht, kann (oder konnte ?) aber über die Bandpage auch im Pre-Sale ab 17.02.2018 bezogen werden.

Fazit

TRINITY ist nicht nur für die eingefleischten Fans von IN GOOD FAITH ein Muss. Wer wie ich mit dem E-Pop der 80/90er groß geworden ist, wird sich mit diesem Album wieder in die gute alte Zeit zurück versetzt fühlen, ohne aber das Moderne von heute vermissen zu müssen. Ließ die Auskopplung von CHOOSE YOUR WAY schon großes erwarten, beweisen IGF nun mit dem kompletten Album, dass sie ihre Fans nicht enttäuschen werden.

Tracklist

01. The PickUp Artist
02. Explore
03. Licht
04. About A Life
05. Choose Your Way
06. Shadows
07. I´ve Lost Control
08. Aberration
09. Lost Moments
10. Shadows (Terrolokaust Remix)
11. Love Will Tear Us Apart

Tourdaten

17.03.2018 Die Höhe, Osternienburg
01.04.2018 Depeche-Mode-Party, Bad Bodenteich
28.04.2018 Black Eleven, Zürich / Schweiz
26.05.2018 mit NEOCOMA in Thiede, Salzgitter
03.08.2018 – 05.08.2018 Berliner Gothic Treffen
27.10.2018 Schwarzschilf & In Good Faith, SubKultur, Hannover

Line-Up

Vocals: Kai Vincenz Németh
Keys: Jörg Allenbach

Web

http://ingoodfaith.de/

https://www.facebook.com/ingoodfaith.de/

Quellenangaben

Album-Cover: Facebook Band-Page

x-o-planet

Review: Album “Passengers” von X-O-Planet

X-O-Planet: Spaciger, dunkler und absolut gelungener Synthpop

Die Band

X-O-PLANET wurde Anfang 2016 von Manja und Goderic gegründet. Beide eint nicht nur die Liebe zueinander, sondern auch zur dunkel geprägten, elektronischen Musik, verbunden mit dem Interesse an Science Fiction, aber auch den echten Hintergründen, Entdeckungen und Theorien über unser Universum. Was liegt also näher, als uns Hörer und Fans auf dieser Reise durch den unendlichen, dunklen Kosmos mitzunehmen. Wir sind dann wohl die Passengers von X-O-PLANET.

Manja ist in der Musikwelt sicherlich alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Sie wirkte vor X-O-PLANET schon in einigen anderen Bands mit und prägte deren Musik mit ihrer Stimme. Gruppen wie Attrition, Weltenbrand oder auch Jesus On Extasy sind Haltestellen ihres Musikerlebens, wie aber auch die Tatsache, seit 2008 die Sängerin der Band X-Perience zu sein. Bei X-O-PLANET steuert Manja die Texte und den Gesang bei.

Multi-Instrumentalist Goderic kümmert sich um die klangliche Ausgestaltung der Band-Werke. Ursprünglich noch in den Kinderschuhen an der Kirchenorgel, erlernte er später Gitarre und Bass, um dann noch an analogen Synthesizern sein Talent für die elektronischen Klänge zu erweitern.

Das Album

Werden wir nun zu Passagieren und lassen uns mitnehmen…. auf die Reise von und mit X-O-PLANET. Die PRELUDE stimmt eindrucksvoll und vom ersten Klang auf die Thematik des Extraterristischen ein. Sprachfetzen ergänzen diese Einführung und stellen kurz X-O-PLANET vor. Die Vermischung von Album-Thematik und kurzer Band-Vorstellung ist genial gelungen. CAN´T SUSTAIN beginnt sogleich angenehm im Tempo und besticht vom ersten Moment an mit brilliant klaren Synths und wirklich spannenden, zur Thematik Weltraum passenden Effekten. Wohlig warm und wohl artikuliert sich alsbald Manja und findet sich in der fließenden Melodik sehr gut ein. Während ein EXOPLANET ein Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems ist und nicht von der Sonne angezogen wird, bleibt das Lied stilistisch sehr nah an dem vorigen dran.

Auch SEEK AND HIDE sticht dann wieder heraus, denn der Gesang trägt einen schön fließend durch den Song. Für meinen Geschmack ist die Balance zwischen Musik und Gesang etwas grenzwertig. Stellenweise scheint Manja hinter den Instrumenten anstehen zu müssen. Vielleicht ist das in SEEK AND HIDE auch so gewollt, aber es wäre ein Jammer, müsste der Gesang in den Hintergrund weichen. Mit PASSENGERS hören wir nun den Titeltrack, der sich komplett von den bisherigen Songs absetzt. Kuschelsynth war vorher, jetzt wird es etwas rumpeliger, etwas eckiger. Ich hoffe Manja und Goderic mögen das 80/90er-Sternchen Sandra so wie ich, denn als Manja mit dem Gesang einsetzt, wurde ich direkt ein wenig an Sandra erinnert, was durchaus an dem deutlich poppigeren Auftritt von PASSENGERS liegen könnte.

Wieder mit etwas weniger Tempo und insgesamt ruhigeren Tönen holt uns die INTERLUDE auf den Bodes des Albums zurück. Und wieder steht Manja mit ihrer tollen Stimme im Hintergrund. Allerdings passt das diesmal hervorragend und ist ganz sicher so gewollt. Genug ausgeruht und geträumt, REMEMBER läuft an und bietet einiges an Vertrautheit. Wieder ist es der Gesang der mich an etwas erinnert. Diesmal sehe ich Constance Rudert im damaligen Blutengel-Stil singen. Nur mit einem wichtigen Unterschied: Manja kann singen. Insgesamt gefällt mir dieser Song ohne Ecken und Kanten recht gut, ist aber gefährlich nah am Stil der Berliner Gothic-Formation.

x-o-planetANYWAY, der nächste Song auf PASSENGERS kommt echt stramm daher. Klanglich mit wirklich feinen Effekten verziert, sehr angenehmem Rhythmus und einem wahrlich Ohrwurm verdächtigen Refrain. Das wirklich gemeine an Dark Electronic ist, dass letztlich alle Musiker technisch irgendwo auf das gleiche Repertoire zurück greifen und sich daher schnell Ähnlichkeiten einschleichen. Deswegen stelle ich es mir wahrlich nicht einfach vor,  frische, neue Musik zu schaffen, die nicht irgendwelchen Ähnlichkeiten erliegt. In VICE VERSA singt nun erstmals Goderic dominant den Song, während Manja zum Refrain einsetzt. Während er mit einem samt growlenden Sprechgesang aufwartet, setzt sie mit ihrer glasklaren Stimme einen wunderschönen Kontrast.

Das beste kommt oftmals zum Schluss und so offenbare ich mich als Fan von OUTERSPACE. Hier sammeln X-O-PLANET noch einmal alles schöne ihres Debüt-Albums zusammen und schaffen daraus ein wirklich tolles, abwechslungsreiches Lied. Sehr angenehm wird von Anfang an recht wenig Tempo vorgelegt, ohne aber jetzt zu einer baladesken Nummer zu verkommen. Die Melodie fließt schön dahin, Manja singt den Hauptteil, Goderic kommt im Refrain unvergrummelt dazu. Ein paar Effekte obendrauf und zum Songende noch einmal richtig langsam werden. Denn jetzt folgt die POSTLUDE, das Ende des Albums im Stil der Prelude.  Dieses Stück lässt das eben gehörte Album, mit Einspielern unterlegt, noch einmal Revue passieren. Sehr beeindruckend die wohl dosiert eingesetzten, aber dafür brachialen Bass-Drums. Von denen hätte ich gerne ein wenig mehr gehört..

Fazit

Jetzt sitze ich hier, mit Kopfhörern auf dem grübelnden Kopf und weiß nicht recht, wie ich es schreiben soll. PASSENGERS ist ein tolles Album, dass es einem aber nicht wirklich einfach macht, geht es um eine faire Rezension. Eines ist klar: wir haben hier ein Album voller ehrlicher, guter, tanzbarer Musik, voller Herzblut und einem wirklich professionellen Auftritt. Warum also mein Hadern? Nun…. ich unterstelle Goderic und Manja auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung, das Album bewusst so abgemischt zu haben. Warum nun Manja´s Gesang manchmal ein wenig in der Musik untergehen soll… ich werde sie es in meiner Sendung fragen müssen. Ansonsten kämpfen X-O-PLANET ein wenig mit der Schwierigkeit, ähnlich zu werden. Ganz deutlich: keines der Lieder klingt abgekupfert oder gar am Stil einer anderen Band bedient. Und doch gab es diese zwei Momente mit Ähnlichkeiten zu anderen Gruppen. Ich bin mir sicher, dass die beiden uns auch zukünftig mit feinster elektronischer Musik begeistern werden. Denn begeistert bin ich von PASSENGERS zweifelsohne. Und wer weiß, vielleicht gibt es bis dahin X-O-PLANET mit weiteren Facetten.

Wer die Band live im Interview erleben möchte, hat am 28.6.2017 in meiner Sendung die Möglichkeit dazu.

Nächste Auftritte

30.04.2017
Intent:Outtake und X-O-Planet live zur Walpurgisnacht 30. April – 1. Mai
4rooms Leipzig, Sachsen

Sa., 13.05.2017 21:00
X-O-Planet Live in Bonn
Musikclub Session

21.07.2017
Art of Dark – Days
21. Juli – 23. Juli
Art Of Dark Köln, Nordrhein-Westfalen

Do., 07.09.2017 19:00
Decoded Feedback, ROOT4 & Guest
Nachtleben Frankfurt

Fr ., 08.09.2017 19:00
Decoded Feedback & Guests live in Rockpalast Bochum

Line-Up

Manja Kaletka (Text, Gesang)
Goderic Northstar (Musik, Keyboard, Programming, Mixing)

Homepage: http://www.x-o-planet.com
Facebook: https://www.facebook.com/XOPlanet
Youtube: http://www.youtube.com/c/Xoplanet_electronica
E-Mail: kontakt@x-o-planet.de

ALIENARE

Review: Album Beyond Love von ALIENARE

Vermenge Synthpop, Dark Wave und einen Hauch von EBM und bekomme: ALIENARE

Die Band

Die Band um den charismatischen Sänger mit der markanten Stimme und der grünen Krawatte T.Green wurde Mai 2013 gegründet. Unterstützt wird der Hamburger an den Keys von T.Imo. Nach der Single-Auskopplung MISSION ABORT und inzwischen über zweieinhalb Jahren Produktion, veröffentlichen ALIENARE nun ihr Debut-Album BEYOND LOVE.
Da bereits MISSION ABORT eindrucksvoll auf die Band aufmerksam machte, habe ich mehr als Grund genug, in das Debut hinein zu hören.

Das Album

Mit INTERFERENCE starten wir gleich von null auf hundert, T.Green lässt uns gar nicht erst groß nachdenken. Der Song marschiert mit markigen Synths und satten Bässen los und kann problemlos mitgesungen werden. BEYOND trägt klanglich ganz deutlich die Handschrift ALIENARE und lässt auch nichts an Dynamik oder Melodik vermissen. Ziemlich spacig kommt am Anfang MOVE daher. Die Botschaft in dem Song nicht ewig auf der Stelle zu treten und das Leben lieber zu genießen, wird perfekt von der Musik übertragen. MOVE wird sicherlich sehr gut in den Clubs ankommen.

Geheimnisvoll klingt AREA 51, unterlegt mit einem Hauch von Dramatik und Anklagen im Gesang. Und auch hier untermalt die Musik perfekt die Thematik. THE HOLE WORLD und LOVE CONTROL stehen sich gegensätzlich gegenüber. Während THE HOLE WORLD eher tieftönig imponiert, klingt LOVE CONTROL duch die hellen und klaren Synths deutlich fröhlicher. Dazu startet PAIN dann völlig konträr, hier gibt es reichlich Facetten zu entdecken, der Sprechgesang von Frontmann T.Green steht ein wenig zurück. Hier kann ich nur mutmaßen, ob das so gewollt war. Auf jeden Fall ein toller Song mit reichlich Tempo.

Bereits vor einiger Zeit haben ALIENARE MISSION ABORT ausgekoppelt. Von einigen Hörern wird es bereits das Ping-Pong-Lied genannt, was sich auf die Synth-Sequenzen bezieht. Die Bässe stampfen tüchtig vor sich hin und auch dieses LIED gehört definitiv in die Clubs. PROVIDENCE passt perfekt hinter MISSION ABORT, könnte das Lied doch direkt die Fortsetzung sein.

Mit dem Intro von ALL THAT´S LEFT hören wir wieder die musikalische Handschift der Band, verziert mit feinem ausgewogenem Synthie-Klang. THE ONE kommt dafür in einem etwas anderem Gewand in die Ohren. Mich würde nicht wundern, wenn THE ONE eines der zuletzt produzierten Lieder wäre und ein Stück weit die musikalische Entwicklung von ALIENARE beschreibt.

TREMOR wird seinem Namen musikalisch nicht wirklich gerecht, denn das Lied ist alles andere als aufgeregt zitternd. Es fließt nicht langsam und doch gemütlich dahin. Auf jeden Fall echt fein gemacht, nur mit dem Song-Titel werde ich nicht warm. Hören wir nun auf DAY INTO NIGHT und FOREVER. Beide Songs folgen auch wieder der ALIENARE-Handschrift. Ich finde beide Lieder nicht schlecht gemacht, klanglich auch echt ansprechend, aber FOREVER fließt irgendwie besser und spricht mich von der Melodie deutlich mehr an.

Fazit

Betrachten wir nun, dass es ALIENARE bereits seit knapp vier Jahren bestehen, aber jetzt erst ihr Debut-Album präsentieren, gibt es eigentlich nichts zu meckern. Die Träger der grünen Krawatte liefern klanglich für meinen Ohren wirklich sehr anständigen Synthpop ab. Auch der Sänger T.Green bringt die Texte sehr anständig und vor allem schön artikuliert zur Geltung.

An sich finde ich es immer schön, wenn eine Band sich einer eigenen Handschrift, einem ganz eigenen Stil verpflichtet. Frei nach Paracelsus “Die Dosis macht das Gift” sehe ich hier aber den Fallstrick, dass ALIENARE sich irgendwann zu sehr ihrem Stil verpflichtet fühlen, die Songs untereinander zu ähnlich und damit austauschbar werden. Aber dann war da noch dieser Moment, an dem ich stutzte und einen etwas anderen Stil vernahm. Offensichtlich sind T.Green und T.Imo noch auf der Reise und probieren sich ein wenig aus. Und ich bin sicher, es wird gut werden. Herzblut und Kreativität sind schon in ordentlicher Portion vorhanden. Jetzt noch ein paar Krümel mehr stilistische Flexibilität und das nächste Album wird uns förmlich auf die Tanzflächen prügeln. Auf jeden Fall haben sie mit ihrem Debut gezeigt, dass sie Synthpop leben und lieben und ich kann das Album guten Gewissens empfehlen.

BEYOND LOVE erscheint am 28.04.2017.

Tracklist

1. Interference 
2. Beyond 
3. Move 
4. Area 51 
5. The Whole World 
6. Love Control 
7. Pain 
8. Mission Abort 
9. Providence 
10. All That’s Left 
11. The One 
12. Tremor 
13. Day Into Night 
14. Forever

Line-Up

T. Green, Voice & Music
T. Imo, Live-Keyboards

http://www.alienare.net
alienare@rau-entertainment.de

ALIENARE

Single-Review “Mission Abort” von ALIENARE

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Quelle: www.ALIENARE.net

Musikalisch von Depeche Mode, And One, Eisfabrik und einigen anderen „dunklen“ Musikgrößen inspiriert, gründete T.Green im Mai 2013 ALIENARE. Der Frontmann mit der grünen Krawatte verfügt über eine ausgeprägte, angenehm dunkel und melancholisch klingende Stimme. Diese ergibt zusammen mit den klaren Klängen des Synths und leicht dem Techno House angelehnten Drumsequenzen ein akustisches Feuerwerk.

Zur Vorbereitung der im November startenden Move!Tour veröffentlichte ALIENARE nun die Debut-Single „Misson Abort“. Hierauf finden sich der Titeltrack in zwei verschiedenen Versionen, aber auch zwei weitere Songs, die ich hier nun näher betrachten möchte.

Misson Abort

Beim ersten Anhören zoomte mich das Lied in die Zeit der frühen Neunziger, als Techno und Acid ihre wahre Hochzeit erlebten. Melodisch geradezu spartanisch gehalten, überzeugen sehr klare Synths unterstützt von stampfenden Drums. Es ist gerade diese Einfachheit, die einem das Lied so einladend erscheinen lässt. Wer bei diesem Beat nicht instinktiv das Tanzbein schwingen möchte, ist entweder am Boden fest gewachsen oder schlicht tot. Zusammen mit dem dunklen imperativen Sprechgesang von T.Green ist dieser Song völlig zu Recht der Haupttrack.

City Lights

Beim zweiten Song lassen es ALIENARE ein wenig ruhiger angehen. Dafür gibt es mehr Sound aus dem Synthesizer, aber weniger und ruhigere Drums. Das passt zur Thematik des Liedes recht gut. Der Gesang geht in diesem Stück stellenweise leider ein wenig unter. Das finde ich gerade hier schade, handelt der Song doch davon, dass man selbst in einer Großstadt sehr einsam sein kann.

Insgesamt dennoch ein wirklich schönes Lied.

Without Words

Es wird mir nicht gelingen, diesen Song ohne Worte zu beschreiben, geschweige denn mit nur wenigen.
Wer bei City Lights verschnaufen konnte, wird nun gleich wieder auf die Tanzfläche gezerrt. Waren die beiden vorherigen Songs dunkel und etwas schwermütig, so strotzt Without Words förmlich vor Lebensfreue. Bezieht man diese vermeintliche Lebensfreude auf den Text, kann es sich nur um einen Befreiungsschlag aus einer auf Täuschung, Lügen und Ignoranz basierenden Beziehung handeln. Selbsterklärend, dass man so etwas feiern möchte. Gelingt mit diesem Lied sehr gut.

Mission Abort (Includance Mix)

Die Debut-Single wird mit einem Remix des Titelsongs abgerundet.
Die nicht mehr so brachial stampfenden Bässe lassen den Remix etwas weniger „schwer“ erscheinen. Irgendwie erscheint des Lied im Remix unspektakulärer, wenn gleich ich nicht einmal festmachen kann, ob und was mir da fehlt. Vielleicht ist es mein bass-verliebtes Ohr, das T.Green mit diesem Lied etwas auf Diät gesetzt hat. Insgesamt macht auch der Remix einen guten Eindruck, wenn gleich mir das Original besser gefällt. Aber Lieder sind wie Essen: jeder hat so seinen Lieblingsgeschmack und so wird es auch für den Remix sicher reichlich Genießer geben.

Fazit:

Die Debut-Single ist ein sehr deutlicher Fingerzeig, dass wir unsere Ohren auf ALIENARE ausgerichtet lassen sollten. T.Green hat mit den vorliegenden vier Songs sehr gut unter Beweis gestellt, dass da noch viel mehr geht. Ich möchte mein Mikrofon verwetten, sollte er uns 2017 nicht mit einer Weiterentwicklung seiner Musik erneut überraschen.

4 von 5 grünen Krawatten 😉

Save The Date:

ALIENARE wird am Montag, 17.10.2016 live in der WochenStarthilfe zu Gast sein und sich dort Dirks fragen stellen. Zu gewinnen wird es übrigens auch etwas geben.

Offizielle Homepage
Offizielle Facebook-Seite

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