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IGNYS

Review: “Vestigium EP” von IGNYS

Symphonic Metal aus Paraguay: IGNYS

Die Band

IGNYS wurde Ende 2013 gegründet, nachdem die Gründer Caro Henry und Albert Jimenez sich zum ersten Mal bei einem Metal-Konzert trafen und erkannten, dass sie nicht nur ihre Lieblingsmusik-Genres teilten, sondern auch ihre Vision einer Band, die beide schon seit einiger Zeit überlegt haben . 2014 begannen sie mit einigen symphonischen Metal Cover Acts, um zu sehen, wie sich die Chemie des Band-Mitglieder entwickelt. Viele Freunde durchliefen das Projekt, bis sie 2016 ihr endgültiges feste Line-Up fanden. Dann taten sie sich mit Aldo Benegas zusammen, der produzieren, konstruieren und mischen würde und zudem auch mit der Band schreibt. An diesem Punkt wurde klar, dass die Band bereit war, mit einer EP zu debütieren und begann, sofort an dem Konzept und den Songs zu arbeiten, was IGNYS ‘Sound formte. Die Band bringt die aggressiven Elemente des Symphonic Metal und die delikaten Harmonien von keltischen, barocken und klassischen Stücken zusammen und zeigt die gewaltigen musikalischen Formen, die die Band zu umarmen sucht. IGNYS’s Vestigium EP wurde im Jahr 2017 im BlindOwlStudio (PY) geschrieben, arrangiert, aufgenommen und gemischt.

 

IGNYS

Das Album

Die musikalische Reise beginnt mit einem düsteren atmosphärischen Soundtrack, der die versteckte Geschichte hinter der gesamten EP flüstert. Wie die Ouroboros ist dieser Track der Anfang und auch das Ende der Geschichte, ein Instrumentalstück, das zur fehlenden Seite der Vestigium EP wird. From Shadows kombiniert die stärkeren und härteren Elemente der Metal-Musik und berührt die Grenzen klassischer Power Metal- und symphonischer Metal-Arrangements, um den Zuhörer durch die aggressive Natur des Songs zu locken. Aus den Schatten des vorherigen Stücks kommt Frozen Stone, ein Mid-Tempo-offenes, dynamisches Lied über Hass, Verrat, Lügen und schließlich Schließung und Wahrheit. Rag Doll folgt Caros Schauspiel, während er die karmesinrote Stimme des unbewussten Bedauerns auf der dunklen Bühne eines Alptraums verkörpert. Vestigium beginnt mit mittelalterlichen und mediterranen Folklore-Elementen, die sich durch die Geschichte der Musik, die über die Barockzeit hinweg fliegt, und in der modernen Harmonie der Filmmusik zu entwickeln scheinen. Ein Lied über die spirituellen Verbindungen zwischen Unschuld und Bösem. The One With The Empty Shell kommt als der letzte und klassischste Track der EP, während der Refrain den Hörer auf eine verträumte Reise mitnimmt, in keltische / New Age Musikgenres eintaucht und die EP mit einem süßen, aber melancholischen Harfensolo beendet, umgeben von einer tiefen und intimen Atmosphäre. Ein Lied über Verdammnis und Vergebung.

Fazit

Was lange währt, wird gut. So ein Sprichwort, dass sich auch im Falle IGNYS wieder einmal bewahrheiten soll. Betrachtet man die lange Findungsphase der Band und hört dann diese wundervolle EP, wird klar, dass das lange Warten richtig war. VESTIGIUM ist ein absolut ausgewogenes und wahrlich beeindruckendes Werk geworden. Die Band um Front-Frau Caro zeigt ganz klar auf, dass sie nicht nur die harte Linie des Metal, zum Teil schon sehr deutlich im Power Metal, sondern auch die gefühlvollen, eher balladesken Einflüsse für ausgewogenen Symphonic Metal beherrschen. Stilistisch erinnert mich IGNYS dadurch ein wenig an das deutsche Metal-Aushängeschild Xandria zu Zeiten einer Lisa Middelhauve. 

VESTIGIUM ist ein Paukenschlag für eine Debüt-EP. Wir dürfen uns zurücklehnen und diese großartige Musik genießen und gespannt abwarten, was wir in Zukunft von IGNYS noch auf die Ohren bekommen. 

Tracklist

01. The Missing Page 
02. From Shadows
03. Frozen Stone 
04. Rag Doll 
05. Vestigium 
06. The One With The Empty Shell 

Line-Up

Caro Henry – Gesang
Albert Jimenez – Gitarre
Carlos Paez – Gitarre
Hermes Sanchez – Keyboards
Saul Gimenez – Bass
Seba Ramirez – Schlagzeug

Web

www.facebook.com/ignys.band

ignysband.press@gmail.com

Quelle: Band-Bio, EP-Bio und Bilder: Promo-Kit

METEORA

Review: “Our Paradise” von METEORA

Symphonic Metal aus der Hauptstadt Ungarns – METEORA

English version below

Die Band

METEORABereits 2010 gründete sich die Band, wechselte aber bis auf Keyboarder Attila und Bassist Máté die Besetzung komplett. Ein vergangener Meilenstein war sicherlich die Veröffentlichung der EP PRICE OF SALVATION im Jahre 2014. 

Die Musik der Band zeichnet sich durch knallharten Power-Metal, verziert mit orchestralen Anteilen und einem weitestgehend klassischen Gesang der Vocalistin Noémi aus, der mit reichlich Growls kontrastiert wird. Betrachtet man die Inspirationen der Band in der Band-Bio, finden sich Größen wie Epica, Xandria, Sirenia, Nightwish und auch After Forever. Hier lässt sich schon gut erahnen, in welche musikalische Richtung die Band steuern möchte.

Das Album

Der Opener CHAINED beginnt mit einem sehr schönen orchestralen Intro, was dann aber recht raffiniert in einen kraftvollen Growling-Part mündet. Erst danach setzt Sängerin Noémi mit Ihrer hohen Stimme ein, was mich ein wenig an die Anfänge von Within Temptation erinnert. Ein wenig in die Einspieler-Trickkiste greifen METEORA bei SCAVENGERS OF VANITY, was gleich zu Beginn aufhorchen lässt und mit leicht orientalischem Flair gedankt wird.

Einen wahrlich schönen Abwechsler bieten METEORA mit den Song AVERSUM, einer sehr gefühlvollen Ballade. Dem folgt dann HERITAGE, ein kraftvoll und schnell beginnender Song, der durch eingestreutes Piano-Spiel stellenweise direkt etwas poppig, aber trotzdem – oder vielleicht gerade dadurch – echt gelungen klingt. 

Das Lied mit dem wohl schönsten Refrain ist END OF ETERNITY, den man sofort mitsingen kann. Hier wird auch erstmals der ost-europäische Touch im englischen Gesang gut hörbar. Von der Tonlage bleibt die Vocalistin deutlich unter dem bisher gehörten. Toller Song! OUR PARADISE erinnert deutlich an Nightwish was das Keyboard angeht und ist auch sonst stilistisch recht nah dran, sieht man von den Growls ab.

Fazit

Mit OUR PARADISE beweisen und METEORA, dass guter Symphonic Metal nicht zwingend aus Skandinavien kommen muss. So finden sich auf dem Album zehn recht abwechslungsreiche, aber vor allem kraftvolle und schnelle Lieder. Nun bin ich nicht gerade ein Fan der Growls, aber sie werden von der Band recht gut dosiert eingesetzt, so dass es nicht “zuviel des Guten” erscheint. Die Sängerin Noémi bewegt sich überwiegend auf einer sehr hohen Tonlage. Anfänglich dachte ich, dass ihr die tieferen Töne vielleicht nicht liegen würden, was sie aber in SCAVENGERS OF VANITY und END OF ETERNITY widerlegt. Noémi kann sehr wohl auch die dunkleren Passagen und ich würde mich freuen, da zukünftig etwas mehr hören zu dürfen. 

Ansonsten ein tolle Album, dass ich Euch nicht nur empfehlen kann, sondern das es auch ab Release am 18.06. auf DARK-METAL-RADIO zu hören geben wird.

Tracklist

1 – Chained
2 – After The Civil War
3 – Mind Sanctuary
4 – Scavengers Of Vanity
5 – Scarlet Moon
6 – Shout To Existence
7 – Aversum
8 – Heritage
9 – End Of Eternity
10 Our Paradise

Line-Up

Holló Noémi – vocal,
Király Atilla – keyboard, composing,
Barsi Evelin – drums,
Fülöp Máté – bass and growls,
Solymosi Csaba -lead guitar

Web

https://www.facebook.com/meteorabandhungary/

English version

The band

Already in 2010, the band was founded, but completely changed to the keyboardist Attila and bassist Máté. A past milestone was certainly the release of the EP PRICE OF SALVATION in 2014.

The music of the band is characterized by hard-hitting power metal, decorated with orchestral parts and a largely classical vocals of the vocalist Noémi, which is contrasting with ample growls. If you look at the band’s inspirations in the band bio, there are greats like Epica, Xandria, Sirenia, Nightwish and also After Forever. Here you can already guess the musical direction the band wants to control.

Thealbum

The opener CHAINED begins with a very nice orchestral intro, which then however very refined into a powerful growling part. After that, singer Noémi uses her high voice, which reminds me a little of the beginnings of Within Temptation. A little in the one-player trickbox METEORA at SCAVENGERS OF VANITY, which immediately starts at the beginning and with a slight oriental flair is thanked.

METEORA with the song AVERSUM, a very sensitive ballad, offer a truly nice divers. This is followed by HERITAGE, a powerful and fast-paced song which, by means of a dedicated piano-playing, sounds directly poppy, but nevertheless – or perhaps precisely because of it – sounds really successful.

The song with the most beautiful refrain is END OF ETERNITY, which can be sung immediately. Here, for the first time, the East European touch in English singing is also heard. From the pitch the vocalist remains clearly below the hitherto heard. Great song! OUR PARADISE is clearly reminiscent of Nightwish as far as the keyboard is concerned, and is otherwise quite stylistically quite close, one can see from the growls.

Conclusion

With OUR PARADISE and METEORA prove that good Symphonic Metal does not have to come from Scandinavia. So on the album ten quite varied, but above all powerful and fast songs. Now I’m not a fan of the Grwols, but they are used by the band quite well, so that it does not appear “too much of the good”. The singer Noémi moves mainly on a very high pitch. At first, I thought that the deeper sounds might not lie, but what she did in SCAVENGERS OF VANITY and END OF ETERNITY. Noémi can very well also the darker passages and I would be pleased, since in the future something more to be allowed to listen. Otherwise, a great album, that I can not only recommend you, but also the release on 18.06. On DARK-METAL-RADIO.

Album-Review „Old World“ von Oknos

Folgt man der griechischen Mythologie, so handelt es sich bei OKNOS um jemanden, der unentwegt arbeitet, aber nie fertig wird, da am Ende die Arbeit stets zunichte gemacht wird.

Diese Sorge brauchen wir bei der Band aus Hannover nicht zu haben. Ihr Debut-Album „OLD WORLD” ist fertig. Grund genug, da mal hineinzuhören.

Zuerst ein Blick auf die Band.
Inspiriert von Genregrößen wie Nightwish und Delain gründete Johannes Erdmann 2013 eine Symphonic-Metal-Band. Schnell scharte er Benjamin Offeney (Gitarre), Arne Kinast (Bass) und Sebastian Brunn (Drums) um sich, womit die Band in Sachen Instrumente schon komplett war. Als Sängerin trat dann noch Anna-Kristina Linnemann in die Band, um der Band noch eine Stimme zu geben.

OKNOS erzählen in ihren Liedern über Liebe, Abenteuer, Tod, aber auch Hoffnung. Zum Debut-Album OLD WORLD gibt die Band an, das zentrale Thema sei eine tragische Liebesgeschichte und die philosophische Frage, was möglich wäre, wenn man die Vergangenheit verändern könnte. Gibt es die Möglichkeit, Dinge zum Guten zu wenden, oder endet alles aufs Neue in einer Tragödie?

Prologue

Ein Prolog stellt eine Einleitung dar, soll uns auf das Kommende vorbereiten.

Mich überrascht die Klangfülle des ersten Albumtracks. Sehr warme, angenehm abgemischte Orchesterklänge ertönen, ich werde schlagartig an einen großen Hollywood-Film erinnert. Dieser Prolog könnte auch perfekt als Filmmusik durchgehen. Sei es drum, vielleicht offenbart sich ja das mir vorliegende Album als großes Kino. Flötentöne stimmen auf Highlands ein, grasgrüne Wiesen, das Orchester lässt mich über eben diese Wiesen fliegen, auf das Meer hinaus, ein bisschen Titanic-Feeling kommt auf.

Struggle

Gesprochenes Intro, gefällige Riffs, ein nicht übermäßig schnelles Schlagzeug und unaufgeregter Gesang. All das zusammen machen aus diesem Lied einen sehr gelungenen Einstand. Viel mehr gibt es zu diesem Lied eigentlich schon nicht zu schreiben, denn es ist nichts schlechtes darin. Ein Wow-Effekt bleibt zwar aus, aber insgesamt ein in sich stimmiger und gut hörbarer Metal-Song. Mir fehlt etwas, das ich den Mitträller-Faktor nenne. Aber wir sind ja auch gerade erst beim ersten Song.

Old World

Abendländliche Klänge leiten ein, werden von einer kraftvollen Gitarre abgelöst, bis die Sängerin klangvoll und geschmeidig ihre Stimme erhebt. Dieses abendländische Feeling zieht sich thematisch gut passend durch den ganzen Song. OKNOS stellen trefflich gut unter Beweis, wie vielseitig Metal-Musik doch sein kann.

Sin

Ich stelle es mir wahnsinnig schwer vor, den Begriff Sünde musikalisch darzustellen. Man kann Sünde erleben in dem man sie sieht, ausübt. Aber auf der Gefühlsebene wird es schon schwieriger. Insgesamt gelingt dies bei diesem Lied aber sogar recht gut. Ein wenig Aufregung nun etwas Unangebrachtes zu tun, Zweifel, Skrupel es zu machen, um es dann letztendlich doch umzusetzen. Sehr schön finde ich die eingängige Melodie. Streicher-Stakkato, im Refrain bedient sich die Anna-Kristina Linnemann dem gleichen Stil, aber auch das Zusammenspiel der Gitarre und des Schlagzeugs machen den Song zu einem sehr schönen Titel. Sehr gut gefallen mir die orchestralen Elemente, die ich aus dem Prolog schon kenne.

Ein bisschen habe ich den Eindruck, Struggle und Sin wären nacheinander aufgenommen worden. Bei Struggle war die Band noch nicht ganz warm, bei Sin haben sie aber definitiv die Betriebstemperatur erreicht.

Falling

Ruhige Klänge einer Akkustik-Gitarre verwöhnen mein Ohr. Sollte Lied drei schon eine Ballade sein? Als Fan von Damen gesungener Balladen muss ich wohl noch warten, denn nun hämmern mir schon Drums in den Ohren. Das Lied nimmt Tempo auf und spätestens jetzt hat OKNOS mich in ihrem Bann. In Falling kommen nun verschiedene Elemente zum Einsatz, die das Lied zu einem meiner Favoriten machen. Die Band streut einige kurze ruhige Passagen ein, an einer Stelle nur Gesang ohne auch nur einen instrumentalen Klang, dann ein kurzes Gitarrensolo. Schön abwechslungsreich, absolut hörbar.

The Gods They Have No Love

Offensichtlich mag die Band kurze, epische Intros. Diesmal ein leiser Chorgesang, der vom Schlagzeug angeführt, in einen temporeichen Song einführt.

Auch THE GODS THEY HAVE NO LOVE strotz vor orchestralen Klängen, die aber weder aufgesetzt noch künstlich anmuten. Es passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Toller Song.

Ghostship

Tempo, Tempo und nochmal Tempo. Die Drums leiten mit unbändigem Tempo ein um etwas später der Sängerin Platz zu geben. Verstärkt vom Chorus Ihrer Mannen gelingt es Anna-Kristina Linnemann hervorragend, einen großartigen Titel zum besten, und der Thematik musikalisches Leben zu geben. Auch in GHOSTSHIP regiert Abwechslung, zwischendurch gibt es auch ruhigere Passagen, die dann gekonnt zu neuem Tempo aufleben.

Fire

Piano erklingt, unaufgeregt, düster, aber schön. Die Frontfrau stimmt ein, singt tief und langsam, Schwermut breitet sich aus. Da ist sie nun also, meine heiß ersehnte Ballade. Ich schwelge dahin, lasse mich von dieser schönen, dunklen Langsamkeit tragen. Bis… ja bis nach guten anderthalb Minuten das Tempo wieder anzieht. Es reißt mich heraus aus meiner Ruhe, aber ich bin deswegen nicht böse. Das Lied ist einfach sehr gelungen, in sich stimmig, gehört zu meinen Favoriten. OKNOS, ich verzeihe Euch 😉

Sailor´s Love Story

Gegensätzlich wie Wind und Wellen stellt sich dieses Lied dar. Während Gitarre und Drums auf die Tube drücken, bleibt die Vokalistin behäbig, geradezu dahin schwebend langsam. Zusammen ergibt das eine geniale Mischung, was dieses Lied auf die Liste „Muss man gehört haben“ bringt.

Requiem

Hmmm, wieder ganz ruhige Klänge, wieder leiser, langsamer Gesang, zartes Orchester. Werde ich erneut hinter das (musikalische) Licht geführt und gleich förmlich überrumpelt? Stellt ein Requiem doch ein Totengedenken dar, wird dies durch den einfühlsamen Anfang verdeutlicht und fühlbar. Wenn man Toten gedenkt, so betrachtet man das verflossene Leben im Ganzen. Die guten ruhigen Momente, wie aber auch die aufgeregten, vielleicht auch nicht immer schönen Zeiten. OKNOS gelingt es, all das in diesem Lied musikalisch darzustellen. Nein, sie haben mich nicht überrumpelt, aber so ruhig wie am Anfang ging es nicht weiter. Wenn gleich in der Mitte des Liedes stilistisch ein wenig Filmmusik Einzug hielt, ein wenig Highland-Feeling. Während wir in den bisherigen Songs öfter mal eine männliche Stimme als Gegenpart zu der wirklich guten Frontlady gehört haben, müssen in diesem Lied jetzt wohl alle aus der Band kurz im Chor singen. Wirklich gelungen und da unterstelle ich einfach das Einbringen unbestreitbar vorhandenen Fachwissens, finde ich das Ende des Liedes. Zur Erinnerung: wir hören ein Lied über Totengedenken. Und was könnte ein derartiges Lied besser abschließen, als der Klang eines „sterbenden Herzens“? Hierfür nimmt sich die Band eine ganze Minute Zeit, unterlegt das mit einem schier endlosen Klang der E-Gitarre, bis das Herz dann endgültig verstummt. Gänsehaut pur.

Wieviele Favoriten darf man sich bei einer Rezension eigentlich leisten? Ich hätte dieses Lied unbedingt gerne mit auf die Liste.

Dies waren die Songs, die sich auf der digitalen Version des Albums „Old World“ befinden werden, welches am Freitag, 13.01.2017 auf den Markt kommt.

Im März erscheint dann aber noch das physische Digipack, auf dem weitere Songs zu finden sein werden. Gibt es einen guten Grund, im März nochmal loszustiefeln? Ja, auf jeden Fall. Zum einen gehört eine gepflegte Musiksammlung komplettiert, zum anderen blieben sonst drei weitere tolle Songs ungehört.

Bonus- Tracks Digpack

The Passage

Unaufgeregt, mit viel Orchester unterlegt, mitreißend. Darauf würde ich THE PASSAGE herunterbrechen. Ein wirklich schönes Lied.

Guiding Light

Mit diesem Lied nehmen OKNOS noch einmal Fahrt auf.

Stakkato-Gesang wechselt sich mit gleitenden, entschleunigten Tönen ab, wieder im Kontrast zu den sonst alles anderem als langsamen Instrumenten. Band wie auch Sängerin beweisen, dass sie ihre Instrumente, ihre Stimme sehr gut beherrschen und vielfältig einsetzen können.

Queen Of Ice

Ich bin inzwischen von OKNOS verwöhnt, möchte bei diesem Titel nun das Gefühl des Frierens erleben.

Kalt wird mir bei diesem schnellen Titel eher nicht, wenn gleich das Lied schon ein wenig bedrohlich klingt. Ein Wechselbad der Geschwindigkeiten macht dieses Lied schön hörbar und abwechslungsreich.

Fazit

OKNOS kokettieren in ihrer Bandbiografie mit Delain und Nightwish. Dem gibt es kaum etwas hinzuzufügen, abgesehen von einer guten Portion Edenbridge.

Die Drittbeste bei “Jugend musiziert in Hannover 2010”, Anna-Kristina Linnemann sowie ihre Mannen liefern hier ein wirklich schönes Debut-Album ab. Nichts erscheint abgekupfert oder gar kopiert, handwerklich gibt es überhaupt nichts zu mosern. Auch das Konzept hinter dem Album erscheint wohl durchdacht und stimmig. Wenn viele den Niedersachsen an sich Wärme und Zwischenmenschlichkeit absprechen, brechen OKNOS hier für ihre Landsmänner eine Lanze. Beides gelingt der jungen Band hervorragend.
Ein sehr hörenswertes Album und ich empfehle eindringlich, auch auf die Bonus-Tracks nicht zu verzichten.

Da ich mich zum Bewerten immer irgendwelcher im Album musikalisch eingebrachter Elemente bediene….
4 von 5 alten Welten 😉

Old World – Digital Album, Worldwide Release: 13. Januar 2017

Tracks:

1. Prologue
2. Struggle
3. Old World
4. Sin
5. Falling
. 6. The Gods they have no Love
7. Ghostship
8. Fire
9. Sailor’s Love Story
10. Requiem

Old World – Physical Digipack Germany Release 3. März 2017

Tracks:
1. Prologue
2. Struggle
3. Old World
4. Sin
5.The Passage
6. Keeper of Time
7. Falling 8. Guiding Light
9. The Gods they have no Love
10. Ghost Ship
11. Queen of Ice
12. Fire
13. Sailor’s Love Story
14. Requiem

Homepage:        http://oknos.eu
YouTube:             https://www.youtube.com/channel/UC0SIhE5MnhpQLCrybW1vsVg
Facebook:           https://www.facebook.com/OknosBand/
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BackstagePro:   https://www.backstagepro.de/oknos

[ratings]

Album-Review „Düster Lust“ von DÜSTERLUST

Die Band

2010 gegründet, personell Januar 2014 dann letztendlich komplett besetzt, war die Band bis Mai 2015 unter einem anderenBandnamen unterwegs. Mai 2015 fürhte dann ein Namenskonflikt zum absoluten Super-GAU: die Band musste den bisherigen Namen ablegen, die Internetpräsenz einstellen und  zudem auch das 2014 erschienene Album “Unveil The Beauty” vom Markt nehmen.

Im Oktober 2015 kehrte die Band dann unter dem jetzigen Namen DÜSTERLUST zurück und präsentierte zudem den zweiten Gitarristen der Band als Neuzugang.

Das Album DÜSTER LUST ist letztlich ein Re-Release des Ihres Debut-Album und erschien September 2016. Im Digipak sind zudem drei Bonustracks enthalten.

Mit dem ersten Song des Albums, SPACEFLIGHT, finde ich mich in einer Rakete auf einer Startrampe wieder. Gespenstisches rauschendes Treiben um eben diese Startrampe herum, das die letzten Vorbereitungen vor dem Start begleitet. Ich liege nun in dieser Rakete, den Blick gen Himmel gewandt und eine engelsgleiche Stimme stimmt mich mit ihrem Gesang darauf ein, dass es gleich ernst wird…

Ja und dann katapultiert es mich mit einer ungebändigten Kraft und Geschwindigkeit in den Weltraum.
So interpretiere ich SPACEFLIGHT, denn genau so tritt dieses Lied auf. Ein kurzes Intro, dann stimmt die Sopranistin Regina Beatrix Rumpel mit einem zunächst langsamen, aber melodischen Gesang ein.
Nur kurze Zeit später hämmern mir brachiale Drums mit dem Tempo einer startenden Rakete in die Ohren. Der im Tempo gleich gebliebene Gesang erscheint zu der atemberaubenden Geschwindigkeit von Drums und Gitarren etwas aufgesetzt, unterstreicht aber vielleicht die Gegensätzlichkeit in diesem Song.

Quelle: Promo-Kit

Quelle: Promo-Kit

In KALEIDOSCOPE gehe ich also schon vorgewärmt und werde ein wenig an „The Pharao Sails To Orion“ erinnert. Einerseits zeigt sich jetzt die professionelle Ausbildung der Frontsängerin Regina sehr deutlich, zudem ähnelt es von Stil und Abwechslung ein wenig dem Nightwish-Klassiker. DÜSTERLUST runden den Song mit einer wohl dosierten Portion Growling ab. Am Ende ist der Song eine wohlig runde Nummer.

Mit BEST OF WAR ziehen wir in den Krieg. Der bisher lauteste Song in diesem Album. Bedrohliches Growling wird von flehenden Gesang beantwortet, Drums und Gitarren leisten ihren Teil um eine bedrohende und verängstigende Atmosphäre zu unterstützen.

Auch SOCIAL WAR lädt jetzt nicht gerade zum Verschnaufen ein, geht es doch gleich von der ersten Sekunde schnell und laut zur Sache. Da ich nun kein Fan vom gutturalen Gesang bin, liegt mir dieses Lied etwas schwerer auf den Ohren, denn es wird in diesem Lied schon viel gegrummelt. Letztlich unterstreicht dies aber auch nur die Thematik sehr gut.

Als NEXT LEVEL RACISM in meinem Player anlief, habe ich erstmal geschaut, ob ich plötzlich ein anderes Album höre. Es beginnt im Vergleich zu den vorigen Songs doch sehr ruhig, nahezu etwas poppig, entwickelt sich aber zu einem klaren DÜSTERLUST-Song.

Seinem Namen gerecht wird auch PARADISE. Ein Wechselbad wehmütiger Langsamkeit mit kurzen schnelleren Aufrüttlern. Für mich einer der Songs, in dem die großartige Stimme der Sopranistin am besten zur Geltung kommt. Hat so ein wenig etwas von der frühen Tarja Turunen.

Mit GHOST wird es dann auf dem Album auch schon wieder schneller. Spannend, wie in diesem Song bewusst sehr klassische Episoden eingestreut werden, die dann wiederum von knallharten Riffs abgelöst werden.

Düstere traurige Geigenklänge und ein Gewitter im Hintergrund stimme auf RAIN ein. Und wie ein Gewitter lebt auch dieses Lied von einem Dahinplätschern mit kurzem aufgeregten Aufblitzen.

Vogelgezwitscher ist jetzt nicht unbedingt das, was ich bei einem DAY IN HELL erwarten würde. Aber genau damit fängt der Song an. Auch der einschleichende, sehr ruhige und wirklich exzellent abgelieferte Gesang lässt mich nichts Böses erahnen. Aber mit Beginn des zweiten Drittels wendet sich das Blatt. DÜSTERLUST offenbaren, dass es auch in der Hölle wohl laut und durchaus schnell zugehen muss. Mit seinen knapp neun Minuten ist DAY IN HELL nicht nur der abwechslungsreichste, sondern zugleich auch der längste Track. Es scheint beinahe, als wolle die Band in diesem Lied die Hörer mit all ihren Facetten beglücken um ihre Vielseitigkeit und Bandbreite zu verdeutlichen.

MOOR passt sich nahtlos in die vorherigen Songs ein. Harte Riffs, ein überwiegend lang gezogener klassischer Gesang… der Song sticht nicht heraus, ist aber dennoch feines Handwerk.

Bonus Tracks

Gespenstisch beginnt VIRUS, ruhig, unterschwellig bedrohlich. Hat sich VIRUS aber erst einmal im Ohr eingeschlichen wird es aktiv. Der Song wird schneller, aggressives Growling macht klar, dass auch hier die Thematik alles andere als lustig ist.
Was mir tatsächlich wirklich auffällt, sind die wirklich tollen Gitarrensoli in diesem Lied. Davon darf es sehr gerne sehr viel mehr geben.

BLOODMOON wird mit ein wenig Effekten eingeleitet. Verzerrte Sprache, diverse Geräusche bis dann die hämmernden, schnellen Bässe wieder zuschlagen. Tempogeladen und abwechslungsreich bis zum Ende.

Mit REFUGEE gehen DÜSTERLUST noch einmal unerbittlich mit uns in den Endspurt, sehr viel gutturales, aber immer gut eingefangen vom Gesang der Frontfrau, laut und schnell. Zum Ende hin machen Gitarrensolo und ausklingende Geschwindigkeit klar….. wir sind am Ende des Albums angekommen.

Fazit

Die Sopranistin Regina Beatrix Rumpel und ihre Band führen mit DÜSTER LUST durch die Abgründe der Menschheit. Man begegnet positivem und negativem und DÜSTERLUST verstehen es überraschend gut, diese Mischung in ihren Songs zu vereinen.

Die Thematik kann man getrost als konsequent gesellschaftskritisch einstufen. Die Musik ist wie das echte Leben… grausam und böse.
Für meinen Geschmack dürften gerne mehr Gitarrensoli dabei sein. Insgesamt ist dieses Album eines der Sorte, die man nicht einfach mal so hören kann.
Richtig verstehen und genießen kann man DÜSTER LUST erst, wenn man sich das Album öfter angehört hat und ein Stück weit „angekommen“ ist.
Auf jeden Fall macht dieses Werk Lust auf mehr……

Homepage:         http://www.duesterlust.com

Youtube:             http://www.youtube.com/c/DüsterLust

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Twitter:               https://twitter.com/DuesterLust

BackstagePro:     https://www.backstagepro.de/duesterlust

[ratings]

Album-Review “Once Upon A Time” von Xiphea

Die Band

Die Liebe zur Romantik, dem Mystischen, dem Märchenhaften gepaart mit einer mindestens ebenso großen Liebe zu knallhartem Heavy Metal wie aber auch klassischer Musik ergibt dann Fairytale Metal. Ich gebe zu, dass ich ursprünglich nicht viel mit dieser Bezeichnung anfangen konnte. Das änderte sich aber schlagartig, als ich das erste Mal XIPHEA hörte. Brachial harte Riffs und Drums, orchestrale Dominanz, dazu ein sehr klarer Gesang  und wahnsinnig viel Tempo. All das ist die Musik der Süddeutschen.

2011 gründeten Sabine,  Neil und Thamas  dieses Projekt, um eigene Songs zu schreiben, aber auch um die Songs am Leben zu erhalten, die Sabine in ihrer vorherigen Band RAWKFIST geschrieben hatte. Sabine liebt Magie, denn es macht alles möglich und öffnet die Tore zu den Träumen.

XIPHEA ist mehr als nur eine Band. Hinter XIPHEA verbirgt sich ein selbst erdachtes Märchen, dessen Heldin mit eben diesem Namen die liebens- und bewundernswerten Eigenschaften wie Leidenschaft, Mut, Sanftheit, aber auch Stärke verkörpert. Sie ist die Schutzpatronin und Namensgeberin der Band.

Mit ONCE UPON A TIME hat die Band ein Konzept-Album geschaffen, das Seinesgleichen sucht. Ich weigere mich an dieser Stelle die Musik dieser Band, dieses Albums mit anderen Bands zu vergleichen. Es wäre dem nicht gerecht, denn was die drei hier musikalisch abliefern ist ganz großes Kino. Vielleicht liegt das auch ein wenig daran, dass sich XIPHEA einfach getraut haben, Märchen zum Mittelpunkt dieses Albums zu machen. Aber wie kommt man darauf, ein Märchen zu vertonen?

Sabine: “Es war ein unheimlich spontaner Augenblick. Ich hatte zu drei Songs schon längst die Texte fertig und sie hatten rein gar nichts mit Märchen zu tun. Aber ich wollte ein Märchen erzählen und konnte mich nicht entscheiden, welches ich nehmen sollte.
Ich habe Neil gefragt, der einen Hauptanteil am Songwritingprozess hat. Als er meine Begeisterung, die ich nie verbergen kann, wenn es um Fantasie oder romantische Geschichten geht, gespürt hat, sagte er: “Mach doch nur Märchen… machen wir doch ein Märchenalbum”.

Der Einwand war perfekt. Ich habe sofort gespürt, wie sehr mich die Idee glücklich macht, anspornt und befriedigt.
Damit war die Entscheidung getroffen und ich durfte einen Monat damit verbringen, Märchen zu lesen und mich in viele Charaktäre hinein zu versetzen. 
Eine aufregende Zeit und heute bin ich sehr glücklich über das Ergebnis.”

Und dieses Ergebnis betrachten wir nun Track für Track.

We Are The Wind

Ich starte den Player und meine Welt ist irritiert, aber in Ordnung. Leise erklingt die Melodie von Hänsel und Gretel bis mir eine halbe Minute später auch der letzte Funken Illusion auf ruhige beschauliche Musik brutal aus den Ohren gehämmert wird. Wo andere Bands die erste Minute eines Liedes ruhig angehen lassen und sich zum Ende hin steigern, legen XIPHEA von Anfang an ein beachtliches Tempo vor. Es wird hart, es wird laut, die Drums prasseln nur so auf mich ein und erwecken den Wunsch, es möge immer so weiter gehen. Und zu meiner Befriedigung ist es auch so. Eine sehr eingängige Melodie wird exzellent von Sabines Gesang ergänzt.  Der Refrain mutiert zum Ohrwurm, ob der Drums bleiben auch die Füße nicht still auf dem Boden. Das Lied reißt mit und macht Hunger auf ganz viel mehr.

Cinderella

Dieses Lied beginnt genauso „nett“ und ruhig, bis Gitarren und Drums einsetzen. Auch hier wird man sofort mitgerissen. Das Tempo dieses Songs macht es nicht ganz leicht mitzusingen, aber wenn man den Text erst einmal drauf hat, geht es gleich viel einfacher. Dankenswerter Weise haben XIPHEA zu diesem Lied ein Lyrik-Video veröffentlich, was übrigens wahnsinnig schön geworden ist. Unbedingt anschauen !
Plötzlich ist die Luft raus, eben noch ganz laut, vom Refrain noch völlig mitgerissen, wird es plötzlich ruhig, geradezu mystisch. Und genau an dieser Stelle bin ich das erste Mal richtig davon überzeugt, dass die drei ganz genau wissen, was sie da mit ihrer Musik schaffen. Sie erwecken Gefühle, sie regen die Phantasie an, man taucht förmlich in das Lied ein, ist IM Lied. Ganz große Kunst vor der ich meinen nicht vorhandenen Hut ziehe.

The Shrine Of Ama

Mit diesem Lied widmen sich XIPHEA ihrem eigenen Märchen.
Von Anfang an von orchestraler Dominanz geprägt überrascht das Lied zeitweise mit kurzen Pausen der Instrumente, in denen Sabines Stimme richtig zur Geltung kommt. Bohlen würde vermutlich sagen, man höre sie unter Tausenden heraus. So ist es auch, denn sie hebt sich mit ihrer Stimmlage und der Vibrato deutlich von den meisten Sängerinnen im Symphonic Metal ab. Über THE SHRINE OF AMA kann ich nicht viel Neues schreiben, was nicht bedeuten soll, es wäre schlecht. Aber das musikalische Niveau ist einfach sehr hoch und auch dieser Song mittendrin.

Mirror On The Wall

Spieglein, Spieglein an der Wand…. wer singt die schönste Fairytale im Land?
Ein Lied voller Gegensätze. Nicht nur was das Tempo im Lied angeht, sondern auch Sabines lyrischer Gesang im Kampf mit dem bösen Growl.

Ich bin ja nicht wirklicher Fan der Shouts und des Herumgrummelns. Aber wenn es in angemessenen Dosen und vor allem thematisch passend platziert wird, dann bin auch ich dabei.
Diese Mischung gelingt auch in diesem Song sehr gut.

Dancing With The Wolves

Fahren wir fort im Bereich der Gegensätze. Dieses Lied beginnt recht schnell, wird dann aber immer wieder von deutlich ruhigeren Passagen unterbrochen. XIPHEA geben Gelegenheit zu Verschnaufen. Aber keine Sorge, diese Verschnaufpausen sind stets nur von kurzer Dauer. Zeitweise gewinne ich den Eindruck, die Kraft der besungenen Wölfe spiegelt sich in den Riffs wieder. Kraftvoll dominieren sie weite Teile des Liedes.

The Little Mermaid

Hier geht’s stimmlich zur Sache. Gleich zu Beginn des Liedes setzt ein Chor ein. Und der leistet das ganze Lied hindurch wirklich gute Arbeit. Insgesamt nicht so schnell wie die anderen Songs, aber auch wirklich sehr schön gemacht. Und immer wieder diese wechselnden Tempi und eingestreuten ruhigeren Passagen. All dies macht aus der kleinen Meerjungfrau ein sehr kurzweiliges Hörvergnügen.

Power Of The Dwarfs

Wer so bodennah lebt wie ich, freut sich, wenn über die Kraft der Zwerge berichtet wird. Und wenn dies dann auf so eine wundervolle Art wie in diesem Lied geschieht… perfekt. Stellenweise erlebe ich hier einen bisher nicht gehörten, leicht lasziv anmutenden Klang der Frontfrau, dazu ein Chor der Zwerge. Ein bisschen Musketierpathos klingt aus dem Text heraus. Aber wenn alle Zwerge für einander einstehen, sind auch die größten Hürden keine Hürden mehr. Authentisch, glaubwürdig, toll.

Briar Rose

Ich mag ja Grimms Märchen und auch Dornröschen habe ich meinen Kindern schon vorgelesen.
Bei BRIAR ROSE hätte ich allerdings Bedenken, dass die Kids nicht schlafen können. Sie würden in ihren Bettchen mit den Füßen hippeln und diesen, sich ins Ohr brennenden, Refrain ohne Unterlass vor sich her singen. In der Mitte des Liedes überrascht mich ein, zwar kurzes aber nicht weniger beeindruckendes Gitarrensolo. Davon dürfte es sehr gerne etwas mehr geben. Wunderschöne Interpretation des Volksmärchens.

Gracious Fate

Langsam bekomme ich Probleme bei dieser Rezension. Nach all den Lobpreisungen hoffte ich nun, in diesem Lied etwas zum Mäkeln zu finden. Aussichtslos. GRACIOUS FATE sticht aus den anderen Songs nicht heraus, steht aber auch keineswegs irgendwo hinten an. Tempogeladen, eingängiger Refrain, kraftvolle Riffs…. Einfach eine echt runde Nummer.

Star Talers

Huch, was ist geschehen? Habe ich am Player das Wiedergabetempo verändert? Nein… die Stimme passt. Es beginnt ein ungewohnt ruhiger Song. Haben XIPHEA mein Stoßgebet nach einer Ballade etwa erhört? Ganz offensichtlich. Der Drummer darf verschnaufen, scheint ein Stück weit im Leerlauf zu sein, vergleicht man seinen bisherigen Dauerlauf über das ganze Album. Auch der Gitarrensound hält sich anständig zurück, dafür drängt Sabine mit ihrem Gesang nach vorne. Am Ende erschuf die Band hier eine wunderschöne Ballade und nimmt deutlich Tempo raus, denn das Ende ist nah. STAR TALERS ist der letzte Song auf ONCE UPON A TIME und irgendwie fühle ich mich wie nach einem kilometerlangem Sprint den ich jetzt auslaufen darf um dann glücklich, aber erschöpft zu enden.

Fazit

Mit ONCE UPON A TIME haben XIPHEA etwas wirklich Bemerkenswertes geschaffen. Selten war ich dermaßen von einem Album beeindruckt und zugleich irritiert, dass eine Band, die etwas so Großartiges an Musik herausbringt, nicht bereits viel bekannter ist. Natürlich kann die Band auf ein nicht unerhebliches Maß an Erfahrung zurückgreifen. Aber es gehört doch schon sehr viel Mut dazu, in einem so harten Genre wie dem Metal über Märchen, Zwerge, Elfen und Meerjungfrauen zu singen. Erfahrung und Mut haben sich ausgezahlt und so entstand ein wirklich tolles und uneingeschränkt empfehlenswertes Album. Chapeau !

Das Album erscheint am 27.10.2016.
Ein persönliches Wort an die Band:

Aber Ihr lieben drei: Ihr habt mit diesem Konzeptalbum die Messlatte auf ein sehr hohes Niveau gelegt. Sicherlich wird man Eure zukünftigen Alben an genau dieser messen. Ihr versteht es, Euer Publikum in Eurer Musik zu fesseln und zu begeistern. Ich wünsche Euch, dass Euch dies auch weiterhin gelingt.

5 von 5 Zwergen plus zwei Sterntaler als Tip 😉

 

Homepage:   https://www.xiphea.com
Facebook:     https://www.facebook.com/Xiphea/

Nächste Live-Show:

Samstag 29.10.2016 20:00 Uhr
Female Metal Night – Xiphea Release Party,
Luise Cultfactory Nürnberg

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