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Stefan C. Schenkel

Review: “A Place Of Dream Logic” von Stefan C. Schenkel

Von epischer Filmusik bis mitreißender Synthwave – Stefan C. Schenkels Synth-Explosion

Stefan C. SchenkelDie Band

Stefan C. Schenkel ist ein Kind der 80er. Das sieht man ihm zwar nicht so an, denn er hat sich gut gehalten, aber man hört es deutlich aus seiner Musik heraus. Mitte der 90er begann er am Synthesizer zu arbeiten und fand sich in Wave, aber auch Musik für Computerspiele wieder. Junge Menschen sind wandelbar und experimentieren, bis sie endlich irgendwo ankommen. So auch Stefan Schenkel, den es dann auch mal in den progressiven Metal verschlagen hat. 2013 dann die Rückkehr in seine musikalische Heimat, der elektronischen Musik.

Das Album

Sein neuestes Album A Place Of Dream Logic folgte jetzt nicht einmal ein Jahr nach dem schon brillianten Album The Night Is Full Of Coulors. Auf dem Neuling finden sich 13 Songs, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen begeistern epische Filmusik-Tracks, die locker für den einen oder anderen Blockbuster herhalten könnten, wie First Of A New Kind und Into The Unknown. Dem gegenüber stehen dann Lieder wie In The Eye Of The Sentinel und auch Engine Ignition, die zum einen Abstecher in die dunkle Ecke Richtung Dark Wave erlauben und zudem wahre Energiebündel sind. Sie treiben an, sie reißen mit, sie beweisen die Beweglichkeit Schenkels in seiner Musik.

Und dann sind da noch diese Songs, die durch “weniger ist mehr” sehr gut wirken. Tempo raus, Melancholie und Emotionen rein und fertig sind die so willkommenen Absacker eines jeden Albums. The Remnants Of Humanity und Last Sunlight laden zum träumen und kurzem Abtauchen ein. Meine Empfehlung speziell bei diesen beiden Songs: Musik an, Welt aus und fallen lassen. Ihr werdet es nicht bereuen… versprochen.

Beeindruckend sind auch die Songs, die zusammen mit Alien Nature (Wide Open Land) und Synth-Ikone Globotom (Frozen Beauty) entstanden sind.

Stefan C. SchenkelFazit

Stefan C. Schenkels neues Album unterstreicht erneut seine Wandelbarkeit. Ihm liegt die “große” Filmmusik, im positiven vollgestopft mit Orchester und dieser wahnsinnig gelungenen Melodik, die man sonst von den großen Komponisten wie Hans Zimmer kennt. Warum Schenkels Musik nicht bereits den einen oder anderen Film begleitet, bleibt mir wohl ein Rätsel. Okay, der Husarenstreich Marke Arise von seinem vorherigen Album ist ihm diesmal nicht gelungen, aber so muss ich mich nicht in einen neuen Song von ihm verlieben.

Dennoch: A Place Of Dream Logic ist ganz großes Kino und ich würde mir wünschen, Musik von Stefan C. Schenkel genau dort mal hören zu dürfen.

Tracklist

01 – First Of A New Kind
02 – In The Eye Of The Sentinel
03 – The Remnants Of Humanity
04 – Into The Unknown
05 – A Place Of Dream Logic
06 – Jacked In
07 – Episodic Memory
08 – Engine Ignition
09 – Outrunning The Shadows
10 – Wide Open Land (feat. Alien Nature)
11 – Tribe Of The Damned
12 – Last Sunlight
13 – Frozen Beauty (feat. Globotom)

Web

https://www.facebook.com/StefanCSchenkel/
http://www.schenkel-music.de/
https://open.spotify.com/artist/5lg3YEHxfDi73U7I0JF2lO
https://www.youtube.com/channel/UCCAdop1fyZGzSLPdCUsF5oA

 
 

Quellen:

Album-Cover: Promo-Kit
Künstler-Foto: Facebook-Bandpage
 
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Markus Pfeffer

Review: “All die Jahre” von Markus Pfeffer

Deutschrock mit Herz und Verstand aus Kaiserslautern

Markus PfefferDie Band

Nach drei Jahrzehnten und unzähligen Auftritten, oftmals auch mit namhaften Bands wie Purple Schulz, Extrabreit und Pur, ist der Multi-Instrumentalist, Komponist und Gründer der Deutschrock-Band Winterland Markus Pfeffer nun auf Solopfaden unterwegs.

Keyboard, Gitarre, Bass und Lead-Gesang….., alles macht Markus Pfeffer selbst. Für die Drums konnte er Winterland-Schlagzeuger Brian F. Daniels gewinnen, genauso wie Ex-Winterland-Sänger Thorsten Fries, der den Text zu “Viel zu heiß” beigesteuert hat.

Das Album

„Als für mich inzwischen offiziell vierzehnte Album-Produktion und nach vielen Studio-Aufnahmen mit Bands wie Scarlett, Winterland, Wet Desert und Karma in nunmehr dreißig Jahren war es jetzt einfach an der Zeit erstmals ein komplettes Album im Alleingang zu komponieren. Das Agieren außerhalb gängiger Bandgefüge und ohne stilistische Grenzen öffnet dabei Horizonte und macht auch mal den Kopf frei für Neues“ meint „Dr. Pepper“ zum Anlass für sein erstes Solo-Album.

Markus Pfeffer

(c) Christian Esche

Die musikalische Bandbreite seiner Songs reicht von elektronisch angehauchtem Rock (z.B. Irgendwann), über leichten Pop (All die Jahre) und verträumten Akustik-Balladen (Neubeginn). Schwerpunkt ist aber der gitarrenlastige, deutschsprachige Rock. Es ist immer ein wenig schwierig nach Authentizität zu fragen, wenn ein Deutschrocker in Bereiche des Punks oder gar Pop der 80er oder gar akustische Balladen ausschwenkt. Verfolgt man aber die jahrzehntelange Biographie des promovierten Wirtschaftswissenschaftlers aus der Pfalz, darf man getrost davon ausgehen, dass Markus Pfeffer weiß, was er da abliefert. Und er ist selber ein Kind dieser Zeit, hat die Musik erlebt und für sich entdeckt.

Sicherlich hat das Alter des Mittvierzigers und die daraus resultierende Lebenserfahrung die Texte maßgeblich geprägt. Hier mal die ein wenig selbstmitleidige Frage, wo all die Jahre hin sind, dann der mit deutlichen Worten artikulierte Wunsch, endlich auch mal von dem Ballast der Anderen verschont zu bleiben (Lass´Mich in Ruh). Spannend aber auch, dass sich ein Song findet, der das Finden von Ausreden zum Thema hat. In “Viel zu heiss” geht es darum, was man so alles tun möchte….. und dann doch feststellt, dass es leider viel zu heiß ist um den Worten auch Taten folgen zu lassen. Textlich ist das neben “Lass mich in Ruh” und “Entleide Dich” mein absoluter Favorit.

Insgesamt spart Markus Pfeffer nicht mit Kritik an der heutigen Zeit. So bekommt auch der Fluch des Mainstream und auf Kommerz ausgerichtet produzierte Musik (Zitat: Billig-Sing-Sang-Dreck) sein Fett ab. Damit dürfte er wohl unzähligen Musikern aus der Seele sprechen.

Der wohl gefühlvollste Song auf “All die Jahre” ist zweifelsfrei “Neubeginn“. Eine sehr ruhige Akustik-Ballade, die ohne den nötigen Background schon gefällt. Betrachtet man aber die Geschichte um die Entstehung dieses Liedes, wirkt er gleich ganz anders und man hört förmlich, wie Markus Pfeffer sich “frei” spielt, mit der Gitarre wieder eins wird, wie er … neu beginnt.

Um all das zu verstehen, sagte Markus Pfeffer zu “Neubeginn”:

Einige Zeit nach mehreren Krankenhausaufenthalten war ich nicht fähig Gitarre zu spielen. Als ich dann das erste Mal wieder dazu in der Lage war packte mich die Kreativität und ich probierte auf der Akustik-Gitarre diverse recht ungewöhnliche offene Stimmungen aus (so genannte „Open Tunings“). Im Ergebnis entstand dieses relaxte Akustikstück, das ich an einem Sonntag Ende 2016 sozusagen als „Befreiungsschlag“ mit richtungsweisendem Titel geschrieben, aufgenommen, arrangiert und gemischt hatte.

Fazit

Mit “All die Jahre” schwenkt Markus Pfeffer einmal quer durch poppige und rockige Gefilde. Ein durchaus gewagtes Unterfangen, das er aber bravourös bewältigt hat. Egal wo es ihn mit seinen Lieder hin verschlägt, es klingt immer nach dem Pfälzer Betriebswirt und Wirtschaftswissenschaftler und wird nie langweilig.

Gekonnt setzt er auf eingängige Texte und Melodien, die den Zuhörer nicht nur schnell “musikalisch” ankommen lassen. Vielmehr kann sich jeder in einigen der Songs wiederfinden, da sie letztlich aus dem täglichen Leben stammen.

Mir hat “All die Jahre” nicht nur sehr viel Spaß beim Anhören bereitet, sondern begeisterte mich auch das ausgewogene Arrangement und die tolle Stimme, die bei Winterland bisher nur im Hintergrund zu hören war.

Ein wirklich tolles, abwechslungsreiches und uneingeschränkt empfehlenswertes Album made in Germany !

Markus PfefferTracklist

01 Irgendwann
02 All die Jahre
03 Lass mich in Ruh’
04 Zeit zu träumen
05 Inspiration
06 Viel zu heiss
07 Entleide dich
08 Lasst Gitarren reden
09 Bereit
10 Neubeginn

Line-Up

Markus Pfeffer – Gesang, Gitarre, Bass, Synths
Brian F. Daniels – Schlagzeug

Web

Amazon: https://www.amazon.de/All-Jahre-Explicit-Markus-Pfeffer/dp/B07BYJNPTP/
iTunes: https://itunes.apple.com/de/album/all-die-jahre/1367475479
Google Music: https://play.google.com/store/music/album/Markus_Pfeffer_All_die_Jahre?id=Bpa4awdfkj7tdpefw7oomlvkxle&hl=de
JPC: https://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/markus-pfeffer-all-die-jahre/hnum/8203138

Quellen

Bilder und Zitate: Promo-Kit

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e-bit

Double-Review: e-bit – You Get Never Enough / Overfreezed

e-bit – immer für eine Überraschung gut, oder auf der Suche nach sich selbst ?

e-bitDerzeit purzeln die Songs schneller aus dem Hause e-bit, als manche Hühner Eier legen. Am 09. Mai veröffentlichten Anika und Sigma “You Get Never Enough” und bereits fünf Tage später folgte “Overfreezed“. Bis hierhin noch keine all zu große Überraschung, denn wer das Herzblutz-Synthpop-Duo aus Berlin kennt, weiß dass sie sehr diszipliniert, strukturiert und vor allem zielstrebig arbeiten. Vielmehr überraschte mich die Gegensätzlichkeit der beiden Songs.

You Get Never Enough verwirrt den Anika-verwöhnten e-bit-Groupie nicht musikalisch, sondern gesanglich. Der Großteil des Songs wird von einem elektronisch verzierten Sigma gesungen. Frontlady Anika setzt erst zum Refrain und dann zum Ende zusammen mit Sigma ein. Verkehrte Welt am Mikrofon, was wir auch schon mit “Unite” in Kooperation mit Bi-Polar erleben durften.

Klanglich ist da diese für e-bit typische düstere Grundstimmung, die durch glasklare Synths in einen gelungenen Gegensatz gestellt wird und den Midtempo-Song mit Hilfe einer tollen Hookline nicht nur gut tanzbar, sondern auch zu einem Pflichtprogramm eines jeden Synthpop-DJ´s macht.

In meiner letzten Live-Sendung stellte ich “You Get Never Enough” vor und durfte der Band ein sehr gutes Feedback zurückmelden. Aber…. die Geister, die ich rief….. Sigma hat jetzt bewiesen, dass er singen kann. Aber die Fans wollen auf Anikas Stimme nicht verzichten. So kam von den Hörern der Wunsch nach einem Duett, den ich voll und ganz unterstütze und jetzt auf diesem Wege an die Band weiterleite: Tja, Ihr zwei….. da müsst Ihr wohl mal ran 🙂

MitOverfreezed schickten e-bit dann am 14. Mai ein Lied ins Rennen, das dem Vorigen völlig entgegen steht. Zwar trumpft Keyboarder Sigma mit gewohnt filigranem Tastenspiel auf, aber diesmal finden sich Elemente, die durchaus auch mal aus der Techno-Ecke, mal auch aus den guten alten 80ern kommen könnten. Am Mikrofon brilliert eine Anika in ihrem gesanglichen “Zuhause”. Mit wechselnden Effekten garniert, spielt sie die Bandbreite Ihrer Stimme gewohnt überzeugend aus. Mal ganz tief aus dem Bauch heraus, mal klanglich wie Eurythmics, aber immer mit einem Hauch rotznäsiger, aber stets charmanter Arroganz. Besonders schön gelungen finde ich das mehrstimmige letzte Drittel. Hier spielt Anika all ihre Trümpfe in geballter Ladung aus.

Fazit

Alles in allem bin ich nun ein wenig verstört und doch zufrieden zugleich. Sigma hat am Mikrofon einen guten Job gemacht und doch wünsche ich mir dort auch weiterhin Anika als Hauptakteurin, sehr gerne aber mit deutlich mehr Sigma als in den vergangenen Jahren im gesanglichen Background.

Beide Songs sind für e-bit typisch absolut ausgewogen arrangiert, toll umgesetzt und in gewohnter Perfektion abgemischt. Gewahrt bleibt auch der Wiedererkennungseffekt des Berliner Duos. Selbst wenn die beiden offensichtlich gerne mal etwas Neues ausprobieren, es klingt immer eindeutig nach….. e-bit

Welcher Song ist jetzt nun der bessere? Keine Ahnung. Irgendwie liegt mir der energiegeladene “Overfreezed” ein wenig mehr, aber “You Get Never Enough” ist ebenfalls ein Hammer-Song geworden. Am Ende sind beide Songs absolut gelungen und eine klare Anspiel-Empfehlung für meine geschätzten Kollegen.

Übrigens scheinen Anika und Sigma Ernst zu machen. Letztes Jahr kündigten sie in der Junction Bar ein Album für 2018 an. In “Overfreezed” findet sich nun der Albumtitel “My life Is Brilliant”. Wir dürfen also mehr als gespannt sein………

 

Live-Gigs
26.05.2018 Cafe köpenick Seelenbinderstr. 54, 12555 Berlin
 

Website: www.e-bit.org
Facebook: https://www.facebook.com/ebit.org
Reverbnation: https://www.reverbnation.com/ebit3

Composer: Siegmar Mischer
Synthesizers: Siegmar Mischer
Vocals: Anika Tornow (since 2013)
Style Beat Recordings

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“Wir leben noch” von BANDGESCHWiSTER

Die Band

BandgeschwisterDie BANDGESCHWiSTER fanden und gründeten sich 2009 im niedersächsischen Einbeck, sind aber keine “echten” Geschwister. Verfolgt man ihre Social-Media-Aktivitäten, könnte man allerdings einen “engen” Zusammenhang durchaus vermuten, verbringen sie doch sehr viel Zeit miteinander. Vor allem zeichnen sich die beiden Musiker durch eine Mischung aus Professionalität, Fannähe, Verbissenheit, Zielstrebigkeit bis zur kurz vor Selbstaufgabe und revolutionärer Respektlosigkeit aus. Ihre Musik spielt irgendwo zwischen Deutschem Rock und Pop und ist von Grund auf ehrlich und direkt.

Das Album

Nun debütieren Nils und Sabine mit “Zwischen den Zeilen”, ihrem am 16.04.2018 veröffentlichtem Erstlings-Album. Und die BANDGESCHWiSTER starten gleich rotzefrech mit dem Uptempo-Titeltrack “Wir leben noch”. In mir keimt die Frage auf, mit wem die beiden mit diesem Lied gerade abrechnen. Was mir extrem gut gefällt ist, wie Sängerin Bine  mit Ihrer Stimme kokettiert. Mal “bitchig”, mal aggressiv, dann zart säuselnd….. sie kann es. Und auch noch echt überzeugend. Musikalisch ist auch alles mehr als passend dabei, der Song “rockt” einfach. Ins gleiche Horn blasen dann auch “Scherbenmeer”, der ein wenig an die Guano Apes erinnert aber nicht abgekupfert klingt und “Du zuerst”

Mit “Du zuerst” erreichen wir nun den Bereich der musikalischen, im Tempo durchaus variablen Lebenshilfe. Manchmal zuerst an sich denken und einen Song weiter warnt die Frontlady Bine vor einer Geschlechtsgenossin, damit sich der arme nicht an sie verschwendet. Grenzt ja thematisch schon fast an Hochverrat, kommt aber textlich wie musikalisch saugut und authentisch rüber. “Trau Ihr nicht” ist dann auch das Lied, in dem ich das erste Mal ganz bewusst synthetische Klänge wahrnehme. Diese Mixtur setzt sich im “Trophäensammler” fort, in dem am Ende aber auch wieder smart abgerechnet wird. 

Bandgeschwister

(c) SRG Fotografie

“Zeit”…. wer hat sie schon? Die BANDGESCHWiSTER übrigens auch nicht, denn mit diesem Song fordern sie uns auf, sich endlich mal Zeit für die wichtigen Dinge und vor allem Menschen zu nehmen. Tja… und dann kommt jetzt ein deutlich ruhigerer Song: “Ohne Dich”. Irgendwie steht mir das Lied zu sehr im Kontrast zu den vorigen. Ein tolles und wunderschönes “Danke, dass es Dich gibt” und sicherlich auch musikalisch echt perfekt dargeboten, aber für einen Song der BANDGESCHWiSTER fast schon zu artig. Aber schön….. 

Absolut authentisch hingegen wieder “Zwischen den Zeilen”. Zwar auch sehr ruhig und bedrückend, kommt er ohne großes Tempo direkt aus den Geschwister-Herzen in die unsrigen, trägt aber diese unverkennbare BANDGESCHWiSTER-Handschrift. Wer kennt das nicht? Irgendwann kommt der Augenblick, wenn die Schmetterlinge nicht mehr fliegen und man den “echten” Menschen erkennt. Zwischen den Zeilen war es schon vorher hörbar, aber jetzt kommt es dicke. 

Hey, der Kerl hat ja Stimme und geht vorne weg… Nils, das instrumentale Multitalent und sonst Backingvocal wagt den Sprechgesang und rockt den Song. Sabine trumpft dann im Refrain von “Frei” gewissermaßen als Sahnehäubchen auf, als würde sie aus einer Sahnetorte springen…. sie ist frei und ja… wehe wenn sie losgelassen. “Ich bin wieder ich” ist sowas von 1000%ig BANDGESCHWiSTER, wie die Schlümpfe von Vadder Abraham. Volle Kanne Gefühl, wieder ein mitreißender Tempowechsel, fette Riffs….. 

Bandgeschwister“Wir sind weg” schürt ein wenig Sorge in mir. Wo wollen sie denn hin? “Wir sind weg und kommen erstmal nicht zurück!” lässt einen Böses erahnen, wenn gleich ich auch hier wieder eine zwischenzeilige Abrechnung vermute. Ein Ruf nach Unabhängigkeit, Ausbrechen aus Beschränkungen und Kleinhalten…. finde ich grundsätzlich gut, aber bitte bleibt doch bei uns.

Die BANDGESCHWiSTER Sabine und Nils haben in all den bisher gehörten Songs ihre Experimentierfreudigkeit unter Beweis gestellt. Das liegt ihnen, das können sie sehr gut. Und auch wenn ich echt selten in meinen Reviews herum moser… so ganz ohne geht es manchmal leider nicht. Der letzte Song “Scary Silence” klingt für mich wie ein Testballon. Mit Effekten voll gepackt wie eine Umzugskiste, dazu dann für Bine und Nils untypisch auf englisch gesungen, klingt er ein wenig wie eine Mischung aus Dirty Diana und einer Teufelsaustreibung. Wobei ich nicht sagen möchte, dass ich den Song scheiße finde. Die Lady am Mikrofon präsentiert hier wieder die Bandbreite ihrer Stimme bis hin zu einer Rockröhre, die Musik unterstreicht die Stimmung des Songs auch handwerklich echt gut. Irgendwie gefällt mir “Scary Silence” von mal zu mal besser, aber neeeee, das ist nicht mein Song und hoffentlich wirklich nur ein Versuch anzutesten, wie englische Texte und “ganz andere” Musik bei den Fans ankommen.

Fazit

Da haben sie schon echt etwas ordentliches abgeliefert. Als ich das Album das allererste Mal hörte, saß ich im Auto und machte nahezu fremdgesteuert lauter und wippte mit, die Finger spielten Drums auf dem Lenkrad und ich hatte die ganze Fahrt über eine saugute Zeit. Jetzt habe ich das Album sicherlich gute zwanzig Mal gehört und bereue nicht eine Minute. “Wir leben noch” zeigt die verschiedenen Seiten der BANDGESCHWiSTER und überzeugt vom ersten bis zum vorletzten Song. Handwerklich passt alles perfekt und die Songs sind mit viel Liebe gelungen abgemischt. Stimme top, Musik top, Texte top, Fazit…… over the top !

Tracklist

01 – Wir leben noch
02 – Scherbenmeer
03 – Du zuerst
04 – Trau ihr nicht
05 – Trophäensammler
06 – Zeit
07 – Ohne Dich
08 – Zwischen den Zeilen
09 – Frei
10 – Wieder ich
11 – Wir sind weg
12 – Scary Silence

Tourdaten

05.05.2018 Kaltenkirchen
08.06.2018 Osterode (unplugged)
16.06.2018 Posthausen
31.07.2018 Hannover
11.08.2018 Osterode

Line-Up

Sabine Vogel
Nils Schelm

Web

http://Bandgeschwister.de
https://www.facebook.com/bandgeschwister/
https://www.instagram.com/bandgeschwister/

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Sven Rebentisch

Review: “7” Trauer ist Tanzbar Vol. 2 – Sven Rebentisch

Sven RebentischDie Band

Wer die Musik von Sven Rebentisch kennt weiß, dass er nicht nur musikalisch gerne polarisiert und alles andere als Mainstream spielt. Eine Mischung aus Techno, Dark Wave und einem Hauch EBM zwingen förmlich zum Tanzen und Feiern. Berühmt berüchtigt sind auch seine Texte, die es für gewöhnlich absolut in sich haben und nicht nur durch die Ausdrucksstärke des charismatischen Wahl-Berliners lebendig werden. Vielmehr pfeffert er deutliche Worte ungeschönt in sein Gegenüber. Ihm geht es hier einzig darum, verstanden zu werden. Für meinen Teil kann ich behaupten: ich habe verstanden. Tanzen, feiern und textlich “voll in die Fresse” kann funktionieren. Sehr gut sogar.

Das Album

Fünf Jahre nach Veröffentlichung der EP “7” Trauer ist Tanzbar Vol. 1 folgt nun die Fortsetzung der Fesselung des geneigten Zuhörers durch Musik und Lyrik. Am Freitag dem 13. April 2018 veröffentlichte Ausnahmemusiker SVEN REBENTISCH nun die Vol.2 von “7” Trauer ist tanzbar, die er zusammen mit MAX MOMENTUM erschaffen hat.

Auf der neuen EP finden sich neue Songs, aber auch Neuinterpretationen “alt”bewährter Lieder wie z.B. Durch Dich und Sommertraum.

Rebentisch

(c) Gosia Budig http://Gosia-Budig.com

Nicht dass ich es anders erwartet hätte, sprudelt mir eine kurzweilige Zeit des Kontrastes in die Ohren. Stampfende Beats und ein Hauch aggressiven Nachdrucks in einem Lied, folgt alsbald ein leichtfüssiger Dance-Track und holt mich aus der anfliegenden Melancholie zurück. 28 Minuten emotionales Auf und Ab…. Vielen Dank Herr Rebentisch 🙂

Da ist diese Mischung aus Lebensfreude und dem Sumpf tiefster Melancholie, himmelhoch jauchzend und bitter böse abrechnend, die Sven Rebentisch für mich so greifbar macht. Und mir den Menschen Sven Rebentisch auch erklärt und verständlich macht, durfte ich doch ein Interview mit ihm führen, was nicht nur Antworten lieferte, sondern durchaus auch neue Fragen aufwarf. Hört man genau zwischen die Zeilen seiner Lieder, lässt er uns reichlich in sein Innerstes schauen, hören und fühlen.

Fazit

An der EP “7” Trauer ist Tanzbar Vol. 2 gibt es so rein gar nichts auszusetzen. Musikalisch auf höchstem Niveau arrangiert, die Texte klar artikuliert und zum Mitfühlen lebendig. Die Neuinterpretationen älterer Songs sind keine Umetikettierung auf ein aktuelles Jahr, sondern mit viel Liebe zum Detail tatsächlich neu aufgelegt. Meine Highlights sind ganz klar Boderliner Bipolar, Sommertraum und Durch Dich.

Der absolute Clou: die EP kann kostenlos heruntergeladen werden. https://rebentisch.bandcamp.com/album/rebentisch-max-momentum-7-trauer-ist-tanzbar-vol-2

Tracklist

1 – Letzter Anblick (Super polyneuropathy dance mix)
2 – Durch Dich (Cruising Area rmx)
3 – Reis(s)ende Gedanken (Dreaming at the north sea rmx)
4 – Sommerrtraum (Special amok on earth rmx)
5 – Angst (Dancing over the rainbow bridge rmx)
6 – Dein Biss (Meet him at the fuckparade rmx)
7 – Borderliner Bipolar (Suck your stalker rmx)

Web

http://www.rebentisch-music.eu/
https://www.facebook.com/TrauerIstTanzbar/
https://rebentisch.bandcamp.com/

https://www.youtube.com/channel/UCVDUcbDdE4J-Qx_020KIvBw

 

Quellen:

Cover: Band-Page
Konzert-Bild: Gosia Budig http://Gosia-Budig.com

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X-O-Planet

REVIEW: “Voyagers” von X-O-Planet

X-O-PlanetDie Band

Anfang 2016 beschlossen Manja und Goderic, ihre diversen musikalischen Prägungen in das Projekt X-O-Planet einfließen zu lassen. Die Musik des Mainzer Synth-Pop-Duos setzt sich aus sphärischen Synthies, die aus Goderic Northstars Feder stammen, sowie Manja Kaletkas warmer, glasklarer Stimmfarbe zusammen. 
Manja war bis dato Mitwirkende in verschiedenen Bands wie der Essener Formation Jesus On Extasy, der britischen Avantgarde-Musikgruppe Attrition, der Neoklassik-Band Weltenbrand aus Liechtenstein, der Band Illuminate und durfte beispielsweise auf Alben von Szenegrößen wie 18 Summers mitwirken. 
Goderic lernte in seiner Kindheit Kirchenorgel spielen. Etwas später kamen Gitarre und Bass dazu. 
Inspiriert durch Künstler der elektronischen Musikszene der ersten Stunde wie Jean-Michel Jarre und Kraftwerkh begann er, sich für elektronische Klänge zu interessieren. Er experimentierte mit analogen Synthesizern und produzierte schon bald erste elektronische Werke. Auch dem Einfluss von EBM-Combos wie Front 242 und Nitzer Ebb konnte Goderic sich dabei nicht entziehen.
Im März 2017 veröffentlichten X-O-Planet ihr Debut “Passengers” beim namenhaften Label Danse Macabre und belegten damit direkt Platz 9 der Deutschen Alternative Charts. 
Kurz darauf konnten X-O-Planet auch ihre Live-Qualitäten mehrfach unter Beweis stellen, indem sie Bands wie z. Bsp. Psyche, Decoded Feedback, Intent: Outtake, The Invicible Spirit und The Saint Paul supporteten.

Das Album

X-O-PlanetMit VOYAGERS nehmen Manja und Goderic uns mit auf die Fortsetzung Ihrer Reise durch Zeit und Raum. Die PRELUDE 2019 erinnert sofort an das im März 2017 veröffentliche Debüt-Album “Passengers” und zeigt auf, dass wir stilistisch wohl Ähnliches hören dürfen. Mit NEUTRON STAR blicken wir auf die Geburt eines Neutronen-Sterns, um dann in DISTRUCTIVE SHADOW einen bemerkenswert kontrastreichen Song zu hören. Musikalisch typisch X-O-Planet, wird uns guttural von Goderic dargeboten, dass in jedem das Böse vorhanden ist,  während Manja nahezu engelsgleich das Gute und ein wenig Selbstfindung propagiert. Toll auch zu hören, dass die Band der Musik durch längere instrumentale Parts eine Bühne lässt. Nahezu progressiv 🙂 Song zwei auf der Scheibe und ich habe einen meiner Favoriten gefunden.

Insgesamt gibt das Duo seinen Songs viel Zeit, um rein instrumental schon für die passende Stimmung zu sorgen. FASTER THAN LIGHT ist nicht nur recht ruhig gehalten, sondern fordert auch textlich auf, mal einen Gang zurückzuschalten. Und notfalls auch mal jemanden einzubremsen, wenn er sich in der Hektik des Alltags zu verlieren droht.

Der Titeltrack des Albums VOYAGERS kommt im feinsten Mid-Tempo auf die Ohren und begeistert nicht nur durch den Kontrast der echt filigranen Synths mit einer tiefen bedrohlichen Line. Auch der Refrain reisst letztlich voll mit. Manja kann hier sehr schön beweisen, dass ihr auch die langen Töne sehr gut liegen.

X-O-PlanetTHE UNFORSEEN traf auch mich unvorhersehbar. Ist es schon eine Ballade, wenn gleich dafür eigentlich zu schnell? Gehört es in ein Musical? Ganz ehrlich… ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass hier nun wieder eines dieser Lieder ist, dass mich nicht nur textlich berührt, sondern mich Musik und Gesang auch fühlen lässt. Da stecken so viele Emotionen drin, dass es einen einfach bewegen muss. Senhnsucht, Wehmut, das Gefühl etwas verpasst zu haben….. kurzum…. WOW !

Manja hat mir 2017 im Interview verraten, dass sie sich seit Kindeszeiten für Astronomie und Astrophysik interessiert. Mit GRAVITY LOST bringen X-O-Planet eine sehr gelungene Form von “Was wäre ohne Schwerkraft”.

STORYTELLING ist wieder so eine Mixtur aus einem gemütlich dahin plätschernden Rhythmus und einer stimmlich etwas im Hintergrund agierenden Manja. Und ich unterstelle den beiden hier absolute Absicht, damit der Zuhörer sich angemessen auf den Text konzentrieren kann. Und der hat es in sich, kommt der Song doch sonst so unschuldig daher.

Das ändert sich nun mit REFOCUS wieder. Hier kommt wieder deutlich mehr Energie in die Synths, wenn gleich der Text nicht nur aufmerksam gehört, sondern gerne auch zu Herzen genommen werden sollte. Nachdem X-O-Planet ja schon die Frage nach dem “Was wäre ohne Schwerkraft” stellten, ist es nur legitim mit MYSTERY OF GRAVITY zu hinterfragen, ob das Mysterium der Schwerkraft überhaupt jemals gelöst werden wird.

GOODBYE macht mir bewusst, dass jetzt der letzte Song erklingt. Manja zeigt jetzt eine weitere Facette ihrer Stimme. Die tiefere, melancholische Stimme, die zum Nachdenken anregt und mich jetzt voll in den Song rein holt.

Fazit

X-O-PlanetSchon ihr 2017er Debüt hatte es mir echt angetan. Eingängige und oftmals ziemlich aufwändige Arrangements, Gesang an dem es so überhaupt nichts auszusetzen gibt und dazu tiefgründige Texte. Da war meine Erwartung an das neue Album VOYAGERS ganz sicher nicht klein. Aber ich wurde nicht enttäuscht, sondern abermals begeistert. Stilistisch bleiben sich X-O-Planet absolut treu und setzen konzeptionell noch einen drauf. Goderic besticht durch zum Teil sehr filigrane Synths, die er gerne auch sehr kontrastreich auf unsere Ohren bringt. Von Manja gibt es oftmals mehrstimmige Passagen, die einfach in der Summe voll auf dem Punkt sind.

Was soll ich weiter lobhudeln ? VOYAGERS ist wieder einmal ganz großes (Ohr-) Kino aus dem Hause X-O-Planet.

VOYAGERS erscheint am 27. April 2018.

X-O-Planet sind am Montag, dem 30. April 2018 um 22:00 LIVE zu Gast bei mir in der Sendung!

Tracklist

01 – Prelude 2019
02 – Neutron Star
03 – Distructive Shadow
04 – Faster Than Light
05 – Voyagers
06 – The Unforseen
07 – Gravity Lost
08 – Storytelling
09 – Refocus
10 – Mystery Of Gravity
11 – Goodbye

Tourdaten

30.06.2018 Wuppertal, Underground
25.08.2018 Bonn, Music Club Session
01.09.2018 Hamburg, KIR
28.09.2018 Bamberg, Live-Club
13.10.2018 Oberhausen, Crowded House
08.12.2018 Essen, Don´t Panic

Line-Up

Vocals: Manja Kaletka
Keys: Goderic Northstar

Web

http://www.x-o-planet.de
https://www.facebook.com/XOPlanet
http://www.youtube.com/c/Xoplanet_electronica
kontakt@x-o-planet.de

Quellen:

Band-Bio und Bilder: Promo-Kit

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Weltengang

Review: EP “Auf großer Reise” von WELTENGANG

Alternative-Rock aus Magdeburg – Weltengang

Die Band

Weltengang. Das bedeutet Rock, das bedeutet Schmusestimmung, das bedeutet pure Lebensfreude auf der Bühne. Vier Personen aus vier Regionen – ein Gang durch sämtliche Welten. Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer der Kompromiss aus allem, was Eric, Martin, Eylin und Stefan für gut befinden. Viele Köche verderben den Brei? – nicht in diesem Fall! Tiefgründige Texte, verzerrte Gitarren, 3stimmige Gesänge aber vor allem Spaß muss es machen. Genau aus dem Grund gründete sich die Band im Sommer 2016 und spielte seitdem zahlreiche Konzerte in unterschiedlichen Städten. Im Januar 2018 veröffentlichte die Rock-Kapelle ihre erste EP “Auf großer Reise” und legt damit den nächsten Meilenstein in ihrer Bandlaufbahn.

So beschreiben sich die Alternative-Rocker aus Sachsen-Anhalt auf Ihrer Homepage selbst. Und da ich sie bereits live erleben durfte, kann ich bestätigen: Weltengang beschreiben sich genau richtig. Eingängige und deutlich artikulierte deutsche Texte gepaart mit feinem Gitarren-Rock machen die Musik des Quartetts zu einem sehr kurzweiligen Vergnügen. 

Das Album

1000 GESPENSTER beginnt gleich einmal – nun ja.. nicht mit Paukenschlägen – aber dafür ordentlichem Hallo der Toms von Stefans Drumkit. Der Rhythmus zieht von Anfang an mit, was sich dann im Refrain zum fulminanten Ohrwurm entwickelt. Dominant mit dabei…. die Lady am Bass und Gitarrist Martin. ASTRONAUT beginnt nahezu balladesk, landet dann aber auch bald wieder im Mid-Tempo. Im vorigen Song schon zu erahnen und jetzt ganz deutlich: Drummer Stefan mach auch als Backing-Vocalist einen verdammt guten Job.

FASSADE könnte durchaus auch aus dem Hause Jennifer Rostock stammen. Zumindest das Gitarren-Intro erinnert ein wenig an die Nordlichter. Wer jetzt mit abgekupfertem Sound rechnet, kann aufatmen. Im nunmehr dritten Song der EP wird ein “roter Faden” der Magdeburger immer deutlicher. Durchaus griffige Riffs, tolle Melodie und Text zum Mitsingen… toll.

Song 4 war bei meinem Live-Erlebnis der Song, der alle Gäste eingefangen hat. Woooohooohoooohoooooo…. das kann nun wirklich jeder mitsingen. Und genau diesen Umstand nutzen WELTENGANG gezielt und reißen echt jeden mit. Für mich ganz klar der stärkste und mitreißendste Song der EP.

PORZELLAN ist ein äußerst empfindliches Material, was ich jedoch von diesem Song nicht behaupten kann. Stilistisch nahe bei den Toten Hosen und dennoch unverkennbar Weltengang. 

Hoppala….. Akkustik-Gitarre? Die fehlte mir bisher tatsächlich ein wenig im Vordergrund, aber in ZURÜCK AUF 0 kommt sie dann voll zur Geltung. Dieses Lied lassen die vier etwas ruhiger angehen, was aber den Text irgendwie “angemessen” zur Geltung bringt. Toller Refrain, toller Text, tolles Arrangement. Mein zweiter Favorit auf “Auf Großer Reise”

Fazit

“…… wir schreiben die Geschichte neu!” singen WELTENGANG in “Zurück auf 0”. Und ich bin überzeugt davon, dass genau dies den vier Magdeburgern recht gut und auch bald gelingen könnte. WELTENGANG begeistern mit einer etwas angepoppten Form des Alternative Rock. Stilistisch liegen sie irgendwo zwischen Jennifer Rostock, Tote Hosen und den Broilers. Alle Texte erscheinen authentisch und wohl überlegt, das Arrangement der Songs lässt für meine Ohren nichts zu wünschen übrig und kommt echt ausgewogen daher. Wo es Akzente bedarf, setzen sie diese auf den Punkt ein. Hier ein kleines Gitarrensolo, dort mal die Backing-Vocals etwas dominanter… dieses Quartett hat es echt drauf. 

Ich vergebe ja keine Punkte in meinen Reviews… aber fünf Weltkügelchen könnte ich mir da schon vorstellen 🙂 

Tracklist

1 – 1000 Gespenster
2 – Astronaut
3 – Magnete
4 – Zurück auf 0
5 – Porzellan
6 – Fassade

Tourdaten

27.04.2018 – Magdeburg
12.05.2018 – Salzwedel
19.05.2018 – Bernburg
20.07.2018 – Blankenfelde
28.07.2018 – Torgau
26.10.2018 – Potsdam
02.11.2018 – Leipzig

Line-Up

Eric – Gitarre;
Martin – Gitarre;
Eylin – Bass;
Stefan – Schlagzeug

Web

http://Weltengang.de

https://www.facebook.com/Weltengang/

Quellen:
Selbstportrait: Band-Homepage
Bild: Facebook-Page

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IGNYS

Review: “Vestigium EP” von IGNYS

Symphonic Metal aus Paraguay: IGNYS

Die Band

IGNYS wurde Ende 2013 gegründet, nachdem die Gründer Caro Henry und Albert Jimenez sich zum ersten Mal bei einem Metal-Konzert trafen und erkannten, dass sie nicht nur ihre Lieblingsmusik-Genres teilten, sondern auch ihre Vision einer Band, die beide schon seit einiger Zeit überlegt haben . 2014 begannen sie mit einigen symphonischen Metal Cover Acts, um zu sehen, wie sich die Chemie des Band-Mitglieder entwickelt. Viele Freunde durchliefen das Projekt, bis sie 2016 ihr endgültiges feste Line-Up fanden. Dann taten sie sich mit Aldo Benegas zusammen, der produzieren, konstruieren und mischen würde und zudem auch mit der Band schreibt. An diesem Punkt wurde klar, dass die Band bereit war, mit einer EP zu debütieren und begann, sofort an dem Konzept und den Songs zu arbeiten, was IGNYS ‘Sound formte. Die Band bringt die aggressiven Elemente des Symphonic Metal und die delikaten Harmonien von keltischen, barocken und klassischen Stücken zusammen und zeigt die gewaltigen musikalischen Formen, die die Band zu umarmen sucht. IGNYS’s Vestigium EP wurde im Jahr 2017 im BlindOwlStudio (PY) geschrieben, arrangiert, aufgenommen und gemischt.

 

IGNYS

Das Album

Die musikalische Reise beginnt mit einem düsteren atmosphärischen Soundtrack, der die versteckte Geschichte hinter der gesamten EP flüstert. Wie die Ouroboros ist dieser Track der Anfang und auch das Ende der Geschichte, ein Instrumentalstück, das zur fehlenden Seite der Vestigium EP wird. From Shadows kombiniert die stärkeren und härteren Elemente der Metal-Musik und berührt die Grenzen klassischer Power Metal- und symphonischer Metal-Arrangements, um den Zuhörer durch die aggressive Natur des Songs zu locken. Aus den Schatten des vorherigen Stücks kommt Frozen Stone, ein Mid-Tempo-offenes, dynamisches Lied über Hass, Verrat, Lügen und schließlich Schließung und Wahrheit. Rag Doll folgt Caros Schauspiel, während er die karmesinrote Stimme des unbewussten Bedauerns auf der dunklen Bühne eines Alptraums verkörpert. Vestigium beginnt mit mittelalterlichen und mediterranen Folklore-Elementen, die sich durch die Geschichte der Musik, die über die Barockzeit hinweg fliegt, und in der modernen Harmonie der Filmmusik zu entwickeln scheinen. Ein Lied über die spirituellen Verbindungen zwischen Unschuld und Bösem. The One With The Empty Shell kommt als der letzte und klassischste Track der EP, während der Refrain den Hörer auf eine verträumte Reise mitnimmt, in keltische / New Age Musikgenres eintaucht und die EP mit einem süßen, aber melancholischen Harfensolo beendet, umgeben von einer tiefen und intimen Atmosphäre. Ein Lied über Verdammnis und Vergebung.

Fazit

Was lange währt, wird gut. So ein Sprichwort, dass sich auch im Falle IGNYS wieder einmal bewahrheiten soll. Betrachtet man die lange Findungsphase der Band und hört dann diese wundervolle EP, wird klar, dass das lange Warten richtig war. VESTIGIUM ist ein absolut ausgewogenes und wahrlich beeindruckendes Werk geworden. Die Band um Front-Frau Caro zeigt ganz klar auf, dass sie nicht nur die harte Linie des Metal, zum Teil schon sehr deutlich im Power Metal, sondern auch die gefühlvollen, eher balladesken Einflüsse für ausgewogenen Symphonic Metal beherrschen. Stilistisch erinnert mich IGNYS dadurch ein wenig an das deutsche Metal-Aushängeschild Xandria zu Zeiten einer Lisa Middelhauve. 

VESTIGIUM ist ein Paukenschlag für eine Debüt-EP. Wir dürfen uns zurücklehnen und diese großartige Musik genießen und gespannt abwarten, was wir in Zukunft von IGNYS noch auf die Ohren bekommen. 

Tracklist

01. The Missing Page 
02. From Shadows
03. Frozen Stone 
04. Rag Doll 
05. Vestigium 
06. The One With The Empty Shell 

Line-Up

Caro Henry – Gesang
Albert Jimenez – Gitarre
Carlos Paez – Gitarre
Hermes Sanchez – Keyboards
Saul Gimenez – Bass
Seba Ramirez – Schlagzeug

Web

www.facebook.com/ignys.band

ignysband.press@gmail.com

Quelle: Band-Bio, EP-Bio und Bilder: Promo-Kit

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ROOT4

Review: “Walk My Way” von ROOT4

Neues Album nach Besetzungswechsel – ROOT4 kündigt Album WALK MY WAY an

Die Band

Seit 2014 machen ROOT4 im gerne verschmelzenden Bereich EBM und Dark-Electro auf sich aufmerksam. Anfänglich stand Mastermind Hauke mit Keyboarderin und Drummer auf der Bühne. Letztere sind mittlerweile aus der Band ausgeschieden, was ROOT4 aber tatsächlich gut bekommen ist. Zumindest beweist dies das neue Album WALK MY WAY.

Das Album

ROOT4 Da hat sich aber einiges im Hause ROOT4 getan. Nach dem Ausscheiden von Keyboaderin und Drummer und (wahrem) Zugewinn von Keyboarder Chris präsentieren die Electroclasher aus Rheinland-Pfalz ein neues Album. Es wird WALK MY WAY heißen und erscheint am 01. September 2017.

Wiedereinmal ist es das Facettenreichtum, dass mich an der Musik von Hauke und Chris fasziniert. Zum einen sind da recht poppige Songs wie FOLLOW ME oder auch DRUGS ARE MY MASTER dabei, stehen dann aber im Kontrast zum bewährten EBM-angelehnten ROOT4-Klang wie STRASSEN, der schon auf der letzten Tour gespielt wurde, URTEIL  und z.B. MISSVERSTÄNDNIS . Erstaunlich aber gelungen, ziehen alle Songs gut mit und haben diesen Sing-Along-Faktor, was bei deutschen und englischen Texten zudem nicht schwer fällt. Thematisch verpassen ROOT4 uns wieder einen Rundumschlag aus Sozial- und Gesellschaftskritik, aber auch den Abgründen des Lebens. Denn auch KOMM IN MEIN VERSTECK ist (wieder) mit auf dem Album, allerdings in einem aktuellen, frischeren Gewand. Den Song gab es nämlich  schon auf dem vorigen Album Vorstellungskraft und ist ein Muss bei den Live-Auftritten.

Mein absoluter Favorit ist ARSCHLICHT. Von der Aufmachung her könnte es eine Parodie sein, denn der Song beginnt mit einem kurzen Piano-Intro, wird dann gewohnt “ROOT4” und provoziert mit einem echt “interessanten” Text. Selten hat mir ein rezensierter Song ein dermaßen breites Grinsen in mein Gesicht gezimmert. 

Am klanglich recht aufwändig erscheinenden Arrangement gibt es genau so wenig zu mosern, wie der Qualität im Ganzen. WALK MY WAY ist ein bemerkenswertes Lebenszeichen der Band und zeigt eine klare Weiterentwicklung durch Zugewinn des Musikproduzenten und Keyboarder Chris. 

Tracklist

1. Stay on target 1:38
2. Come to the other side 3:42
3. Follow me 4:22
4. Strassen 4:20
5. Drugs are my master 4:50
6. Urteil 3:35
7. Missverständnis 3:36
8. Komm in mein Versteck 4:20
9. Arschlicht 2:52
10. Zum Leben erwacht 4:12
11. Follow me (Akustikversion) 3:36

Tourdaten

SEP1
Decoded Feedback, ROOT4 & Guests live in Garage Deluxe, München

SEP2
Decoded Feedback, ROOT4 u.a. in Regensburg, Kulturzentrum Alte Mälzerei

SEP4
Decoded Feedback, ROOT4 & Guests live in Berlin, Frannz Club

SEP6
Decoded Feedback, ROOT4 & Jesus Complex, SubKultur – Hannover

SEP7
Decoded Feedback, ROOT4 & Guest in Frankfurt, Nachtleben

SEP9
Decoded Feedback, ROOT4 & Guests live
Oefenbunker

SEP10
Decoded Feeback & ROOT4 at HeadCrash Hamburg

OKT13
Leæther Strip, Akalotz, ROOT4 at Rockpalast Bochum

OKT14
Leæther Strip, ROOT4, Massiv in Mensch, Club From Hell

NOV10
Schattenwelt Festival 2017

Line-Up

Hauke, Chris, Art

Web

http://root4.de/

https://www.facebook.com/ROOT4.official/

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Review: EP “Follow Me” von AURORA

Die Symphonic-Metaller AURORA veröffentlichen zweite EP

Die Band

Für mich absolute Premiere, aber ich fürchte, dass ich die 2015 gegründete Band aus Karlsruhe nicht im Ansatz so treffend beschreiben könnte, wie sie es selbst macht:

Aurora, die Schwester des Sonnengottes Sol und der Mondgöttin Luna, lebt sowohl in Dunkelheit als auch im Licht.
Angelehnt an die römische Göttin der Morgenröte spielen Aurora mit der dunklen und bedrückenden Atmosphäre der finsteren Nacht, welche von den ersten Sonnenstrahlen des anbrechenden Tages durchbrochen wird. Liebliche Klänge stehen im Wechselspiel mit modernen Gitarrenriffs und druckvollem Schlagzeug. Geführt von der Sopranstimme leitet ein Orchester ins sichere Licht, wobei der nächste Einbruch der Dunkelheit nie lange auf sich warten lässt.

Diese Beschreibung lässt viel Abwechslung und auch die eine oder andere überraschende Facette erahnen. Aber dazu jetzt mehr.

Das Album

Der EP-Opener WILL O´ THE WISP beginnt lieblich und sanft mit einer Querflöte, bis diese dann recht brachial von fetten Gitarrenriffs abgelöst wird, aber es imponieren auch gleich orchestrale Untermalungen. Laut und direkt etwas angenehm ungestüm rennt der Titel dank seines Tempos förmlich los um dann überraschend ruhig zu werden, damit sich Sängerin Johanna gebührend Gehör verschaffen kann. Die Sopranistin singt sehr deutlich und gut verständlich, was mich dem Text gut folgen lässt. Ihre recht hohe Stimmlage harmoniert perfekt mit dem düsterem instrumentellen Arrangement. Der Refrain des Songs ist dann auch sehr eingängig und geht ins Ohr. Toller Einstieg in die EP.

FLY WITH ME wartet mit einem schönen Einspieler auf um dann auch hier wieder ruhiger zu werden. Diese Wechselbäder der Geschwindigkeiten scheinen ein Anliegen der Band zu sein. Und auch in diesem Song geht Johanna mit der Stimme sehr hoch, ohne aber Gefahr zu laufen, durch überbordendes Vibrato verjammert zu klingen. Großartiger Song.

Ein Piano erklingt zum Auftakt des dritten Liedes PALE FLOWERS , die Sopranistin singt leise und gefühlvoll…. all dies leitet jetzt eine gelungene Ballade ein. Und hier stimmt (wie auch bei den vorigen Songs) einfach alles, nur dass in diesem Song noch viel Emotionen perfekt mit dem Piano untermalt werden. 

AURORA Ich werde mich da noch einmal eingängig mit der Vita von Sopranistin Johanna Braun beschäftigen müssen. Ich habe hier eine EP einer Symphonic-Metal-Band vorliegen. Und SHADOW OF THE MOON ist dieser Song, den es auf jedem Album, auf jeder EP irgendwie gibt. Der Song, der stilistisch überrascht, heraus sticht, weil er eben irgendwie anders ist. Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich mutmaßen, SHADOW OF THE MOON wurde für den Tanz der Vampire als Ersatz für “Carpe Noctem” geschrieben. Im Refrain poppig, ja nahezu Musical anmutend, ansonsten AURORA-typisch metallisch im Abgang. Dieses Lied ist eine echte Überraschung und lässt einiges an musikalischer Flexibilität und Vielseitigkeit erahnen. Grandios, echt “geil” !

Für meinen Geschmack schickt mich AURORA viel zu früh mit dem LULLABY ins Bett. Gesanglich wieder sehr klassisch, die Musik schon kraftvoll, aber nicht zu “gewaltig” oder gar schnell. Das Lied plätschert angenehm dahin bis nach gut zweieinhalb die Gitarre sich mit einem gelungenen Solo verabschieden darf. Bereits in einem der vorigen Lieder fiel mir auf, dass die Karlsruher Musiker gerne einen kurzen Break für einen Stilwechsel im Song einlegen. Was bei Reden genutzt wird, um das unmittelbar zuvor Gesagte mit Nachdruck “sacken” zu lassen, gelingt auch AURORA musikalisch sehr gut. Es ist nur ein kurzer Moment, doch “weckt” dieser kurz auf um für das Folgende noch aufmerksamer zu sein. 

Fazit

FOLLOW ME ist die zweite EP der Band nach Gründung im Jahre 2015. Seitdem hat sich in der Besetzung einiges getan und ich kann der Band nur wünschen, jetzt eine finale Konstellation gefunden zu haben. So wie es jetzt ist, ist es perfekt. Die EP ist nicht nur sehr aufwändig arrangiert, sondern auch für meine Ohren sehr gut abgemischt. Alles klingt gut ausbalanciert, nichts drängt in den Vordergrund, nichts muss zurückstecken. 

AURORA´s EP FOLLOW ME ist für Fans des Symphonic Metal ein absolutes Muss !

Tracklist

1. Will o’ the Wisp 5:28
2. Fly with me 3:52
3. Pale Flowers 4:31
4. Shadow of the Moon 4:49
5. Lullaby 4:37

Line-Up

Johanna Braun
Philipp Irslinger
Markus Neuwirth
Tobias Steinhilper

Web
www.auroraband.de
facebook.com/aurorabandger
auroragermany.bandcamp.com

Das Beste zum Schluss, Ihr sollt ja nicht vom lesen abgelenkt werden .-)

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Immortal Machinery

Review: “An Imperfect Storm” von IMMORTAL MACHINERY

Immortal Machinery – Dark Melodic Metal aus England

[English version below!]

Die Band

Das erste Mal traf sich das Trio 2011 auf einem Gig und verbrachten die ersten zwei Jahre mit herum experimentieren. Am Ende kam düstere, melodische und kompromisslose Musik dabei heraus. Es finden sich Einflüssen von Danzig Type O Negativ und Misfits wieder.
Im Winter 2013 letztlich entstand aus dem herum experimentieren die Band IMMORTAL MACHINERY. Ihr erstes Album AT THE END OF TIME veröffentlichten sie am 27.02.2016 um nun.. zwei Jahre später… mit einem neuen Album aufzuwarten.

Sie tourten durch das vereinigte Königreich, aber auch durch Italien, Norwegen und Schweden. Auf Ihrer Tournee durch UK luden sie Bands ein, auf selbst organisierten DIY-Gigs als Gäste zu spielen.

Interessant ist auch, dass die Band sich gegen den Druck von Regierung, Vermietern und staatliche Regulierung auf die Live-Locations auflehnen. Wenn gleich ihnen größere Bühnen sicher sein dürften, wollen sie auch zukünftig an kleinen und unkonventionellen Locations auftreten.

Das Album

Steph K, Gitarrist, Violinist und Sänger begeistert allein schon durch seine düstere, melancholische Stimme. Wenn diese Stimme dann wie in “I Did It For You” auf seine traurige Violine trifft, ist Gänsehaut angesagt. Hier wird eine Traurigkeit so authentisch rüber gebracht, dass mir selbst ganz wehmütig wurde.

Die Musik der Band lässt sich am ehesten als unaufgeregt, gefühl -und kraftvoll, aber auch voller Energie und Dynamik beschreiben.  Sehr schön gelungen finde ich die Harmonie der Instrumente, vor allem die Violine sticht immer wieder schön heraus und vermittelt ihren ganz eigenen, vor allem düsteren Einfluss.

War es bei Gründung der Band das Ziel, düstere und melancholische Musik zu machen, so hat die Band ihr Ziel vortrefflich erreicht. Obendrein schufen sie ein sehr kurzweiliges Album, welches mein Ohr gerne in Dauerschleife hören möchte. Selbst nach dem nur sicher fünften Durchlauf höre ich immer wieder neue Details und erfreue mich an Texten und Musik.

Zwei Songs werden durch Gastsänger begleitet, die aus etablierten Bands kommen. Dann hört man auch mal Growling. Aber das auch nur perfekt platziert und dosiert.

Fazit

AN IMPERFECT STORM ist alles andere als ein unvollkommenes Album. Es ist das Produkt einer offensichtlich sehr harmonischen und zielgerichteten Arbeit der Band. Nichts klingt gleich, alles klingt wunderschön und vor allem auch authentisch. Gesanglich gibt es überhaupt nichts zu meckern und auch die Instrumente kommen gleichberechtigt und stets professionell zur Geltung.

Wenn das Album nun am 07.04.2017 erscheint solltet Ihr losflitzen. Ab zum Plattenhändler Eures Vertrauens, die Musik ist es wert.

Tracklist

1 I’m Not Sorry ft Tank (Chasing Dragons)
2 Die With Me – a Soldier’s Song
3 Tongues of Fire
4 Nail Me Upside Down
5 I Did it for You
6 Apocalypse Forever
7 Greater Love
8 Call me Cain (He Never Died) ft Kieran McGourty (ex Sufferance)
9 Barbiturate Blues

Line-Up

Steph K – guitar, vocals
Mat G – electric bass
Peter S – drums

Web

www.facebook.com/immortalmachinery
www.twitter.com/ImmrtlMchnry
www.immortalmachinery.bandcamp.com
www.youtube.com/channel/UCQqq4u8T_0Q-SOmcbqMTFAA

English Version

The band

The first time the trio met at a gig in 2011 and spent the first two years with herume experiment. In the end, gloomy, melodic, and uncompromising music emerged. There are influences of Danzigm Type O Negative and Misfits.
In the winter of 2013, the band IMMORTAL MACHINERY emerged from the “Herumexperimentieren”. Their first album, AT THE END OF TIME, was released on February 27, 2016, to be released. .. two years later … with a new album.

They toured through the United Kingdom, but also through Italy, Norway and Sweden. On their tour through the UK, they invited bands to play self-organized DIY gigs as guests.

It is also interesting to see the band rebel against the pressure of government, landlords and state regulation on the live venues. If they can be sure of bigger stages, they also want to perform in small and unconventional locations.

The album

Steph K, guitarist, violinist, and singer gloated alone through his gloomy, melancholic voice. When this voice meets his sad violin as in “I Did It For You”, goose bumps are called for. Here a sadness is so authentically brought over that I became quite wistful.

The music of the band is best described as unaffected, emotional and powerful, but also full of energy and dynamics. Very beautifully managed I find the hamronie of the instruments, especially the violin sticks out again and again nicely and conveys their own, especially gloomy influence.

While the band’s goal was to make somber and melancholic music, the band achieved their goal in an excellent way. Obendrein they created a very entertaining album, which my ear would like to hear in a loop. Even after the only safe fifth pass I always hear new details and delight in lyrics and music.

Two songs are accompanied by guest singers coming from established bands. Then you also hear Growling. But that also only perfectly placed and dosed.

Conclusion

IMPERFECT STORM is anything but an imperfect album. It is the product of an obviously very harmonious and purposeful work of the band. Nothing sounds alike, everything sounds beautiful and, above all, authentic. There is nothing to complain about at all, and the instruments are equal and always professional.

If the album now appears on 07.04.2017 you should be flashing. To the record dealer of your trust, the music is worth it.

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Tides Of Life Album Two Souls

Review: “Two Souls” von Tides Of Life

Tides Of Life  “Two Souls” – Musikalischer Balsam für die Seele

Tides Of Life Cover Two Souls

Quelle: tidesoflife.de

TIDES OF LIFE –  das ist ein Studio-Projekt zweier begnadeter Musiker, mit einer beeindruckenden Bandbreite an musikalischer Erfahrung und Vielseitigkeit die nun im Debut-Album TWO SOULS unter Beweis gestellt wird. Abby Cole und Stefan Uhlmann sind vor allem bekannt als Elektro-Band DELIVERED SOUL, ein ursprüngliches Ein-Mann-Projekt von Stefan, zu dem dann 2014 Abby als feste Live-Keyboarderin hinzu stieß. Betrachtet man DS nunmehr musikalisch als Stefans Projekt, so trägt TIDES OF LIFE ganz klar die Handschrift einer romantischen, verträumten, manchmal verspielten und begnadeten Pianistin….. eben Abby Cole. Unverkennbar sind aber auch die Einflüsse des DS-Bandleaders.

Musikalische Ausrichtung

Nun wäre es vermessen, hier die Projekte so harsch zu trennen, denn beide Künstler lassen ihre Fähigkeiten in beide Projekte gleichwohl einfließen. Und doch sind diese beiden Bands musikalisch verschieden wie Feuer und Wasser. Die Musik von TIDES OF LIFE lässt sich am ehesten in Chillout und Classic Electronic einordnen. Vor wenigen Tagen veröffentlichten sie nun ihr Debut-Album “TWO SOULS”.
Eine Frage der ich mich stellen musste: wie rezensiert man ein Album, dass ohne Gesang und somit ohne klare Geschichte hinter der Musik daher kommt? Ich kam zu der Antwort, dass dies nur über eine rein emotionelle Schiene gehen könne. Halt das Kopfkino, die Gefühle die beim Hören der Musik entstehen. Hier dann also mein Kopfkino.

Childhood Memories

Langsame, zarte Pianoklänge, etwas später dazu dann Streicher. Insgesamt klingt alles am Anfang sehr sanft, nahezu verletzlich. Wird hier die Geburt hörbar gemacht? Der Anschein könnte stimmen, denn die leicht poppig anmutende Mitte des Liedes könnte dann die aufbrausende Jugend darstellen.

Morning Sun

Im Bett liegen, ein Sonnenstrahl blinkt durch das Fenster ins Gesicht und weckt einen auf. Wohlig warm, aber doch ist es mit der Ruhe vorbei. Genau das suggerieren Piano, Synth und später dezente, aber perfekt ausgewählte elektronische Effekte. Wir starten in einen sonnigen Tag.

City Lights

Hier klingt es ein wenig bedrohlich, etwas mystisch. Das erste Lied, das nicht vom Piano, sondern elektronisch dominiert wird. Kennt Ihr diese US-Filme Ende der 70er Jahre? Dunkle Straßen, verrauchte schummrige Clubs? Irgendwie ploppte mir dieses Bild spontan auf. Ein Streifzug durch eine Großstadt, mal ruhig, mal quirlig.

Dragonheart

Dieser Song wird mystisch, Synth-Effekte schaffen zu Beginn ein gespenstisches Flair. Da lauert etwas unbekanntes, das nun von einem Piano unterstützt wird. Und doch ist da diese Harmonie und Ruhe. Eine Krähe gibt ihre Rufe zum besten und schafft aus der Harmonie heraus Bedrohliches. Ein Gewitter zieht auf, beunruhigt jedoch das starke Drachenherz nicht. Oder doch ?

Autumn Leaves

Hurra, hierzu gibt es ein Video! Seht und hört selbst!

 

Two Souls

Der Track der dem Album den Namen gab. Auch hierzu gibt es ein Video, wenn gleich ich hier mit meiner Interpretation nicht hinter dem Berg halten möchte.
Für mich ist das DER Song, der Abby und Stefan widerspiegelt. Die romantische Pianistin mit den zarten Anschlägen und der harte, etwas brachial anmutende Stefan mit der Liebe zu elektronischen Effekten.

 

Zeraphine

Hier wird es definitiv gespenstisch, geheimnisvoll. Etwas tastet sich langsam und leise durch die Dunkelheit. Findet sich dann ein Seraph, ein sechsflügliger Engel, der vielleicht auch mal bedrohlich wirken kann, wie die überwiegend elektronische Musik uns glaubhaft machen möchte?

Last Train

Zeit für den Abschied, eine letzte traurige Umarmung begleitet vom leisen Piano. Es folgt ein von Streichern nicht einfacher gestalteter Weg zum Bahnhof. Der letzte Zug naht. Um ihn nicht zu verpassen, muss man nun etwas Tempo aufnehmen. Geschafft, der Zug eilt in die Dunkelheit um letztlich in ihr zu entschwinden.

Preserve The Nature

Zeit für ganz viel Synthesizer. Könnte glatt als Neuinterpretation der Moldau durchgehen. Anfänglich eine kleine Quelle, die zu einem immer quirligeren Fluss erwächst, der letztlich im großen, ruhigen Ozean endet.

Fairy Tale

Hierzu schreibe ich nichts, denn das Video ist um ein Vielfaches aussagekräftiger!

 

Journey

TIDES OF LIFE nehmen uns mit auf die Reise. Entspannt, ruhig und doch instrumental sehr vielseitig. Selbst einer kleiner Ausflug in den Orient wird nicht ausgelassen. Abby und Stefan auf musikalischer Weltreise.

Magic Of The Ocean

Der Synthesizer schafft eine grenzenlose Weite, zur Songmitte finden wir uns auf hoher See wieder und blicken in die stille, ruhige und geheimnisvolle Tiefe. Ein klein wenig Titanic-Feeling kommt auf als dann Back-Vocals erklingen und die Wellen etwas höher schlagen.

Fazit:

Abby Cole und Stefan Uhlmann haben mit TWO SOULS etwas ganz Großartiges geschaffen. Ein Album voller Songs, welche die Phantasie anregen, einen in Tagträume entführen. Sie erwecken Emotionen und reißen uns aus der Hektik des Alltags heraus. Wenn wir es zulassen. Lässt sich der geneigte Hörer darauf ein, so ist dieses Album echtes Balsam für die Seele. Die klassischen, wie aber auch die modernen, elektronischen Einflüsse sind perfekt und harmonisch aufeinander abgestimmt. Es gibt nichts – wirklich nichts – was aufgesetzt oder gar deplatziert wirkt. Jeder noch so kleine Effekt ist genau dort, wo er hingehört.

Mein Tip: eine heiße Badewanne mit ein paar Kerzen, ein Gläschen guter Wein und zwei oder drei Pralinen.. dazu TIDES OF LIFE auf den Ohren und der ganze Schmutz auf der Seele verschwindet im Abfluss.

Zu erhalten ist das Album über den Shop auf der Band-Homepage.

Band-Homepage

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