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e-bit

Double-Review: e-bit – You Get Never Enough / Overfreezed

e-bit – immer für eine Überraschung gut, oder auf der Suche nach sich selbst ?

e-bitDerzeit purzeln die Songs schneller aus dem Hause e-bit, als manche Hühner Eier legen. Am 09. Mai veröffentlichten Anika und Sigma “You Get Never Enough” und bereits fünf Tage später folgte “Overfreezed“. Bis hierhin noch keine all zu große Überraschung, denn wer das Herzblutz-Synthpop-Duo aus Berlin kennt, weiß dass sie sehr diszipliniert, strukturiert und vor allem zielstrebig arbeiten. Vielmehr überraschte mich die Gegensätzlichkeit der beiden Songs.

You Get Never Enough verwirrt den Anika-verwöhnten e-bit-Groupie nicht musikalisch, sondern gesanglich. Der Großteil des Songs wird von einem elektronisch verzierten Sigma gesungen. Frontlady Anika setzt erst zum Refrain und dann zum Ende zusammen mit Sigma ein. Verkehrte Welt am Mikrofon, was wir auch schon mit “Unite” in Kooperation mit Bi-Polar erleben durften.

Klanglich ist da diese für e-bit typische düstere Grundstimmung, die durch glasklare Synths in einen gelungenen Gegensatz gestellt wird und den Midtempo-Song mit Hilfe einer tollen Hookline nicht nur gut tanzbar, sondern auch zu einem Pflichtprogramm eines jeden Synthpop-DJ´s macht.

In meiner letzten Live-Sendung stellte ich “You Get Never Enough” vor und durfte der Band ein sehr gutes Feedback zurückmelden. Aber…. die Geister, die ich rief….. Sigma hat jetzt bewiesen, dass er singen kann. Aber die Fans wollen auf Anikas Stimme nicht verzichten. So kam von den Hörern der Wunsch nach einem Duett, den ich voll und ganz unterstütze und jetzt auf diesem Wege an die Band weiterleite: Tja, Ihr zwei….. da müsst Ihr wohl mal ran 🙂

MitOverfreezed schickten e-bit dann am 14. Mai ein Lied ins Rennen, das dem Vorigen völlig entgegen steht. Zwar trumpft Keyboarder Sigma mit gewohnt filigranem Tastenspiel auf, aber diesmal finden sich Elemente, die durchaus auch mal aus der Techno-Ecke, mal auch aus den guten alten 80ern kommen könnten. Am Mikrofon brilliert eine Anika in ihrem gesanglichen “Zuhause”. Mit wechselnden Effekten garniert, spielt sie die Bandbreite Ihrer Stimme gewohnt überzeugend aus. Mal ganz tief aus dem Bauch heraus, mal klanglich wie Eurythmics, aber immer mit einem Hauch rotznäsiger, aber stets charmanter Arroganz. Besonders schön gelungen finde ich das mehrstimmige letzte Drittel. Hier spielt Anika all ihre Trümpfe in geballter Ladung aus.

Fazit

Alles in allem bin ich nun ein wenig verstört und doch zufrieden zugleich. Sigma hat am Mikrofon einen guten Job gemacht und doch wünsche ich mir dort auch weiterhin Anika als Hauptakteurin, sehr gerne aber mit deutlich mehr Sigma als in den vergangenen Jahren im gesanglichen Background.

Beide Songs sind für e-bit typisch absolut ausgewogen arrangiert, toll umgesetzt und in gewohnter Perfektion abgemischt. Gewahrt bleibt auch der Wiedererkennungseffekt des Berliner Duos. Selbst wenn die beiden offensichtlich gerne mal etwas Neues ausprobieren, es klingt immer eindeutig nach….. e-bit

Welcher Song ist jetzt nun der bessere? Keine Ahnung. Irgendwie liegt mir der energiegeladene “Overfreezed” ein wenig mehr, aber “You Get Never Enough” ist ebenfalls ein Hammer-Song geworden. Am Ende sind beide Songs absolut gelungen und eine klare Anspiel-Empfehlung für meine geschätzten Kollegen.

Übrigens scheinen Anika und Sigma Ernst zu machen. Letztes Jahr kündigten sie in der Junction Bar ein Album für 2018 an. In “Overfreezed” findet sich nun der Albumtitel “My life Is Brilliant”. Wir dürfen also mehr als gespannt sein………

 

Live-Gigs
26.05.2018 Cafe köpenick Seelenbinderstr. 54, 12555 Berlin
 

Website: www.e-bit.org
Facebook: https://www.facebook.com/ebit.org
Reverbnation: https://www.reverbnation.com/ebit3

Composer: Siegmar Mischer
Synthesizers: Siegmar Mischer
Vocals: Anika Tornow (since 2013)
Style Beat Recordings

IN GOOD FAITH

Review TRINITY von “In Good Faith”

Die Band

Die 1998 in Niedersachsen gegründete Synthie-Pop-Band IN GOOD FAITH lässt den Synthpop im Stile der 80er und 90er Jahre mit einem angemessenen Teil moderner Elemente weiter leben. Auch zwanzig Jahre nach Gründung bleiben sich IGF ihrem Stil und ihren Einflüssen von z.B. Depeche Mode, Static Icon, Mesh, De/Vision, Elegant Machinery, VNV Nation, Aesthetic Perfection und Skinny Puppy treu, ohne aber langweilig zu werden. Dennoch klingt die Musik der Band nicht wie ein gewöhnlicher Abklatsch, sondern glänzt vielmehr durch eine toll ausgeprägte Gesagngsstimme des Sängers Kai Vincenz Németh und hervorragend abgestimmten, brilliant-klaren und unaufgeregten Arrangements aus den Synthesizern Jörg Allenbachs.

Das Album

Ihr neues Album tauften IGF auf den Namen “Trinity” Elf Songs stehen bereit uns zu verzaubern und zu begeistern. Das Album begeistert durch eine wunderschöne Mischung aus energiegeladenen Tracks, denen dann aber auch Songs mit deutlich ruhigeren Elementen gegenüber stehen. TRINITY wird am 23.02.2018 veröffentlicht, kann (oder konnte ?) aber über die Bandpage auch im Pre-Sale ab 17.02.2018 bezogen werden.

Fazit

TRINITY ist nicht nur für die eingefleischten Fans von IN GOOD FAITH ein Muss. Wer wie ich mit dem E-Pop der 80/90er groß geworden ist, wird sich mit diesem Album wieder in die gute alte Zeit zurück versetzt fühlen, ohne aber das Moderne von heute vermissen zu müssen. Ließ die Auskopplung von CHOOSE YOUR WAY schon großes erwarten, beweisen IGF nun mit dem kompletten Album, dass sie ihre Fans nicht enttäuschen werden.

Tracklist

01. The PickUp Artist
02. Explore
03. Licht
04. About A Life
05. Choose Your Way
06. Shadows
07. I´ve Lost Control
08. Aberration
09. Lost Moments
10. Shadows (Terrolokaust Remix)
11. Love Will Tear Us Apart

Tourdaten

17.03.2018 Die Höhe, Osternienburg
01.04.2018 Depeche-Mode-Party, Bad Bodenteich
28.04.2018 Black Eleven, Zürich / Schweiz
26.05.2018 mit NEOCOMA in Thiede, Salzgitter
03.08.2018 – 05.08.2018 Berliner Gothic Treffen
27.10.2018 Schwarzschilf & In Good Faith, SubKultur, Hannover

Line-Up

Vocals: Kai Vincenz Németh
Keys: Jörg Allenbach

Web

http://ingoodfaith.de/

https://www.facebook.com/ingoodfaith.de/

Quellenangaben

Album-Cover: Facebook Band-Page

x-o-planet

Review: Album “Passengers” von X-O-Planet

X-O-Planet: Spaciger, dunkler und absolut gelungener Synthpop

Die Band

X-O-PLANET wurde Anfang 2016 von Manja und Goderic gegründet. Beide eint nicht nur die Liebe zueinander, sondern auch zur dunkel geprägten, elektronischen Musik, verbunden mit dem Interesse an Science Fiction, aber auch den echten Hintergründen, Entdeckungen und Theorien über unser Universum. Was liegt also näher, als uns Hörer und Fans auf dieser Reise durch den unendlichen, dunklen Kosmos mitzunehmen. Wir sind dann wohl die Passengers von X-O-PLANET.

Manja ist in der Musikwelt sicherlich alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Sie wirkte vor X-O-PLANET schon in einigen anderen Bands mit und prägte deren Musik mit ihrer Stimme. Gruppen wie Attrition, Weltenbrand oder auch Jesus On Extasy sind Haltestellen ihres Musikerlebens, wie aber auch die Tatsache, seit 2008 die Sängerin der Band X-Perience zu sein. Bei X-O-PLANET steuert Manja die Texte und den Gesang bei.

Multi-Instrumentalist Goderic kümmert sich um die klangliche Ausgestaltung der Band-Werke. Ursprünglich noch in den Kinderschuhen an der Kirchenorgel, erlernte er später Gitarre und Bass, um dann noch an analogen Synthesizern sein Talent für die elektronischen Klänge zu erweitern.

Das Album

Werden wir nun zu Passagieren und lassen uns mitnehmen…. auf die Reise von und mit X-O-PLANET. Die PRELUDE stimmt eindrucksvoll und vom ersten Klang auf die Thematik des Extraterristischen ein. Sprachfetzen ergänzen diese Einführung und stellen kurz X-O-PLANET vor. Die Vermischung von Album-Thematik und kurzer Band-Vorstellung ist genial gelungen. CAN´T SUSTAIN beginnt sogleich angenehm im Tempo und besticht vom ersten Moment an mit brilliant klaren Synths und wirklich spannenden, zur Thematik Weltraum passenden Effekten. Wohlig warm und wohl artikuliert sich alsbald Manja und findet sich in der fließenden Melodik sehr gut ein. Während ein EXOPLANET ein Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems ist und nicht von der Sonne angezogen wird, bleibt das Lied stilistisch sehr nah an dem vorigen dran.

Auch SEEK AND HIDE sticht dann wieder heraus, denn der Gesang trägt einen schön fließend durch den Song. Für meinen Geschmack ist die Balance zwischen Musik und Gesang etwas grenzwertig. Stellenweise scheint Manja hinter den Instrumenten anstehen zu müssen. Vielleicht ist das in SEEK AND HIDE auch so gewollt, aber es wäre ein Jammer, müsste der Gesang in den Hintergrund weichen. Mit PASSENGERS hören wir nun den Titeltrack, der sich komplett von den bisherigen Songs absetzt. Kuschelsynth war vorher, jetzt wird es etwas rumpeliger, etwas eckiger. Ich hoffe Manja und Goderic mögen das 80/90er-Sternchen Sandra so wie ich, denn als Manja mit dem Gesang einsetzt, wurde ich direkt ein wenig an Sandra erinnert, was durchaus an dem deutlich poppigeren Auftritt von PASSENGERS liegen könnte.

Wieder mit etwas weniger Tempo und insgesamt ruhigeren Tönen holt uns die INTERLUDE auf den Bodes des Albums zurück. Und wieder steht Manja mit ihrer tollen Stimme im Hintergrund. Allerdings passt das diesmal hervorragend und ist ganz sicher so gewollt. Genug ausgeruht und geträumt, REMEMBER läuft an und bietet einiges an Vertrautheit. Wieder ist es der Gesang der mich an etwas erinnert. Diesmal sehe ich Constance Rudert im damaligen Blutengel-Stil singen. Nur mit einem wichtigen Unterschied: Manja kann singen. Insgesamt gefällt mir dieser Song ohne Ecken und Kanten recht gut, ist aber gefährlich nah am Stil der Berliner Gothic-Formation.

x-o-planetANYWAY, der nächste Song auf PASSENGERS kommt echt stramm daher. Klanglich mit wirklich feinen Effekten verziert, sehr angenehmem Rhythmus und einem wahrlich Ohrwurm verdächtigen Refrain. Das wirklich gemeine an Dark Electronic ist, dass letztlich alle Musiker technisch irgendwo auf das gleiche Repertoire zurück greifen und sich daher schnell Ähnlichkeiten einschleichen. Deswegen stelle ich es mir wahrlich nicht einfach vor,  frische, neue Musik zu schaffen, die nicht irgendwelchen Ähnlichkeiten erliegt. In VICE VERSA singt nun erstmals Goderic dominant den Song, während Manja zum Refrain einsetzt. Während er mit einem samt growlenden Sprechgesang aufwartet, setzt sie mit ihrer glasklaren Stimme einen wunderschönen Kontrast.

Das beste kommt oftmals zum Schluss und so offenbare ich mich als Fan von OUTERSPACE. Hier sammeln X-O-PLANET noch einmal alles schöne ihres Debüt-Albums zusammen und schaffen daraus ein wirklich tolles, abwechslungsreiches Lied. Sehr angenehm wird von Anfang an recht wenig Tempo vorgelegt, ohne aber jetzt zu einer baladesken Nummer zu verkommen. Die Melodie fließt schön dahin, Manja singt den Hauptteil, Goderic kommt im Refrain unvergrummelt dazu. Ein paar Effekte obendrauf und zum Songende noch einmal richtig langsam werden. Denn jetzt folgt die POSTLUDE, das Ende des Albums im Stil der Prelude.  Dieses Stück lässt das eben gehörte Album, mit Einspielern unterlegt, noch einmal Revue passieren. Sehr beeindruckend die wohl dosiert eingesetzten, aber dafür brachialen Bass-Drums. Von denen hätte ich gerne ein wenig mehr gehört..

Fazit

Jetzt sitze ich hier, mit Kopfhörern auf dem grübelnden Kopf und weiß nicht recht, wie ich es schreiben soll. PASSENGERS ist ein tolles Album, dass es einem aber nicht wirklich einfach macht, geht es um eine faire Rezension. Eines ist klar: wir haben hier ein Album voller ehrlicher, guter, tanzbarer Musik, voller Herzblut und einem wirklich professionellen Auftritt. Warum also mein Hadern? Nun…. ich unterstelle Goderic und Manja auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung, das Album bewusst so abgemischt zu haben. Warum nun Manja´s Gesang manchmal ein wenig in der Musik untergehen soll… ich werde sie es in meiner Sendung fragen müssen. Ansonsten kämpfen X-O-PLANET ein wenig mit der Schwierigkeit, ähnlich zu werden. Ganz deutlich: keines der Lieder klingt abgekupfert oder gar am Stil einer anderen Band bedient. Und doch gab es diese zwei Momente mit Ähnlichkeiten zu anderen Gruppen. Ich bin mir sicher, dass die beiden uns auch zukünftig mit feinster elektronischer Musik begeistern werden. Denn begeistert bin ich von PASSENGERS zweifelsohne. Und wer weiß, vielleicht gibt es bis dahin X-O-PLANET mit weiteren Facetten.

Wer die Band live im Interview erleben möchte, hat am 28.6.2017 in meiner Sendung die Möglichkeit dazu.

Nächste Auftritte

30.04.2017
Intent:Outtake und X-O-Planet live zur Walpurgisnacht 30. April – 1. Mai
4rooms Leipzig, Sachsen

Sa., 13.05.2017 21:00
X-O-Planet Live in Bonn
Musikclub Session

21.07.2017
Art of Dark – Days
21. Juli – 23. Juli
Art Of Dark Köln, Nordrhein-Westfalen

Do., 07.09.2017 19:00
Decoded Feedback, ROOT4 & Guest
Nachtleben Frankfurt

Fr ., 08.09.2017 19:00
Decoded Feedback & Guests live in Rockpalast Bochum

Line-Up

Manja Kaletka (Text, Gesang)
Goderic Northstar (Musik, Keyboard, Programming, Mixing)

Homepage: http://www.x-o-planet.com
Facebook: https://www.facebook.com/XOPlanet
Youtube: http://www.youtube.com/c/Xoplanet_electronica
E-Mail: kontakt@x-o-planet.de