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ALPHAMAY

Review: Alphamay – The Mellow Collie

Dunkel, melancholisch und sanft bis kraftvoll – Alphamay´s Mini-Album “The Mellow Collie”

 

Die Band

ALPHAMAY ALPHAMAY besteht aus Cris Frickenschmidt und Henning Hammoor , die sich schon zusammen in einer Rockband aktiv waren. Nach einem gemeinsamen schweren Verkehrsunfall am 1. Mai 2012 gründeten sie das Nebenprojekt ALPHAMAY. Der Name leitet sich aus ALPHA (erster) MAY, dem Tag des Unfalls ab.

Seit Gründung veröffentlichte das Duo bereits mehrere Alben, zuletzt im Mai 2017 “The Simulaytion Hypothesis

Das Album

Dieses Jahr feiern ALPHAMAY ihr fünfjähriges Band-Jubiläum. So etwas muss natürlich gebührend gefeiert werden, was den beiden Osnabrückern Electronic-Avantgardisten Dank ihrer Kreativität nicht schwerfällt. Also schufen Cris und Henning ein 5-Track-Mini-Album, dass physisch streng limitiert veröffentlicht wird. So werden nur 50 Vinyl-CD´s und 50 Musik-Kassetten erhältlich sein. Deutlicher kann man seinen Stil nicht an die Hochzeit der elektronischen Musik in den achtziger Jahren koppeln.

Die Songs imponieren durch diesen unverkennbaren Sound der Band, gepaart mit stilistischen Einflüssen aus Richtung Depeche Mode und durchaus auch Deine Lakaien. Letzteres hört man gut u.a. in “Low In Love” und “Love Must Die”. Jetzt könnte man mutmaßen, dass ALPHAMAY sich schlichtweg an der Musik der Dark-Wave-Ikone gehalten haben. Rein nüchtern betrachtet und für mich am wahrscheinlichsten ist, dass Henning und Alexander Veljanow schlicht und ergreifend beide einen sehr sanften Bariton singen. Dies dann mit Electronic Avantgarde auch noch in der gleichen Stilrichtung. So bleiben Ähnlichkeiten natürlich nicht aus, wenn gleich doch die ALPHAMAY-Songs ihre eigene Handschrift nicht verlieren.

THE MELLOW COLLIE ist eine sehr gelungene Variation aus düsteren, melancholischen und unaufgeregten, aber gut tanzbaren Liedern, voll mit zum Teil sehr filigranen Synths und tragenden Melodien.

Fazit

Mit dem 5-Track-Album THE MELLOW COLLIE, das fast genau ein Jahr nach dem letzten Album veröffentlicht wird, bringen sich ALPHAMAY wieder sehr eindrucksvoll in Erinnerung. Nicht nur musikalisch überzeugt das Album auf ganzer Länge, sondern vor allem auch durch die physische Veröffentlichung, die zwar leider streng limitiert, aber dafür konsequent im 80er-Jahre-Retro-Stil erfolgt. Es ist heutzutage schwer, sich mit seinem Album von der Masse anzuheben. Cris und Henning ist dies nun wieder einmal definitiv gelungen.

Tracklist

01 – Black Parasite
02 – Low In Love
03 – The Carousel
04 – Love Must Die
05 – Wintertime

Tourdaten

20. Mai 2018 Wave-Gothic-Treffen, Leipzig
30. Juni 2018 Underground, Wuppertal
02. November 2018 Dark Electro Festival, Bielefeld

Line-Up

Cris Frickenschmidt
Henning Hammoor

Web

www.alphamay.de

https://www.facebook.com/electronicavantgarde/

https://twitter.com/alphamay23

https://www.youtube.com/user/alphamay23

 

 

 

ALPHAMAY

Review: The Simulation Hypothesis von ALPHAMAY

ALPHAMAY veröffentlichen neues Album  – The Simulation Hypothesis

Im eigenen Profil auf der Band-Homepage stapeln die Osnabrücker Musiker Cris und Henning schon ziemlich hoch. Und doch ist ALPHAMAY eine der interessantesten deutschen Electropop-Bands. Dem vermag ich nach Hören der Promo definitiv nicht zu widersprechen. Insgesamt ist die Band von ihrer Geschichte und auch der personellen Besetzung echt spannend. Beide Musiker sind in der Band Rosencrantz aktiv, entschieden sich jedoch nach einem gemeinsamen und wirklich folgenschwerem Verkehrsunfall zur Gründung des E-Pop-Projektes ALPHMAY. Der Bandname leitet sich übrigens aus dem Unfalltag ab, dem 1. Mai 2012. An diesem Tag veränderte sich das Leben der beiden, insbesondere das von Cris, der seitdem im Rollstuhl sitzt. Für das was ich im Rahmen meiner Recherche über den Musiker und seinem Umgang mit diesem Schicksalsschlag gelesen habe, zolle ich ihm vorab schon einmal meinen allerhöchsten Respekt.

Das Album

Der erste Song MISSING ME startet gleich mit ordentlich Tempo und straffem Beat. Ein echter Tanzflächenfüller, der mit seinem professionellen Auftreten gleich erst einmal klar aufzeigt, dass hier erfahrene Musiker sehr genau wissen, was sie können. Auch mit dem zweiten Track DECAY OF A DREAM geht es genau so energiegeladen weiter, ALPHAMAY lassen nichts anbrennen. FRACTURES OF REALITY könnte locker aus den Hochzeiten des Synthpops in den Achtzigern stammen, durch den Gesang bewusst etwas düster und bedrohlich gehalten mit einem psychedelischen Touch. Auch wenn man immer geneigt ist, Musik mit den Werken anderer Künstler stilistisch zu vergleichen, wohl wissend dass es sich an sich nicht gehört, aber THE PILGRIMS WEEP könnte locker dem Blutengel-Dark-Pop zugeordnet werden. FLAT EARTH FLAT HEAD beginnt mit einem kurzen Einspieler um dann mit stampfenden Beat und verzerrtem Gesang fortzuschreiten. Ein absoluter Tanzflächenfüller, der echt beeindruckt.

In das gleiche Horn stoßen SUSPENDED ANIMATION, SIMULATION STREET und auch BOUND TO DANCE. Jeder Song für sich einzigartig und doch mit einem schönen roten Faden a´la ALPHAMAY verbunden. Klanglich perfekt, tolle Melodien und in eine zeitlose Eleganz gehüllt. Ja, die Lieder könnten aus den 80er / 90ern stammen…. tun sie aber nicht. Richtig schön gemacht.

COUNTING STARS beginnt melancholisch, der Gesang klingt weit weg, geradezu von außen betrachtend und lässt und kurz in dieser wunderschönen Langsamkeit verschnaufen, bis SERENITY beginnt. Sänger Henning geht hier gesanglich in die tiefen Töne, was wiederum seine stimmliche Breite toll verdeutlicht. Mit NO GOOD BYE verabschieden sich ALPHAMAY ganz unaufgeregt, aber von einer tollen eingängigen Melodie getragen auf ihrem Album THE SIMULATION HYPOTHESIS.

Fazit

Chris und Henning geben nicht viel auf musikalische Schienen und schaffen ihre Musik so, wie es ihnen gerade gefällt. Das ist nicht nur gut und wichtig, sondern vor allem absolut richtig. Denn nicht ein Song gleicht einem anderen, es klingt immer wieder anders, die Arrangements setzen immer wieder auf einen anderen klanglichen Schwerpunkt. Alles Songs lassen sich gut mitsingen. Einige Songs werden sicherlich auf den Tanzflächen für ordentlich Betrieb sorgen, während COUNTINGS STARS oder NO GOOD BYE eher etwas zum kuscheln sind. Mit THE SIMULATION HYPOTHESIS beweist das Synthpop-Duo ALPHAMAY nicht nur, dass sie in ihrer Selbstdarstellung definitiv nicht zu hoch stapeln, sondern tatsächlich beeindruckenden authentischen Synthpop in beachtlicher Qualität abliefern. Ganz großes Kino, echt tolle Scheibe.

THE SIMULATION HYPOTHESIS erscheint am 19. Mai 2017.

Line-Up

Cris – Musik, Video und Licht
Henning – Stimme und Video

http://www.alphamay.de/
https://www.facebook.com/electronicavantgarde/