• Info@Dirk-Busse-Musik.de

Schlagwort-Archiv Album

“Wir leben noch” von BANDGESCHWiSTER

Die Band

BandgeschwisterDie BANDGESCHWiSTER fanden und gründeten sich 2009 im niedersächsischen Einbeck, sind aber keine “echten” Geschwister. Verfolgt man ihre Social-Media-Aktivitäten, könnte man allerdings einen “engen” Zusammenhang durchaus vermuten, verbringen sie doch sehr viel Zeit miteinander. Vor allem zeichnen sich die beiden Musiker durch eine Mischung aus Professionalität, Fannähe, Verbissenheit, Zielstrebigkeit bis zur kurz vor Selbstaufgabe und revolutionärer Respektlosigkeit aus. Ihre Musik spielt irgendwo zwischen Deutschem Rock und Pop und ist von Grund auf ehrlich und direkt.

Das Album

Nun debütieren Nils und Sabine mit “Zwischen den Zeilen”, ihrem am 16.04.2018 veröffentlichtem Erstlings-Album. Und die BANDGESCHWiSTER starten gleich rotzefrech mit dem Uptempo-Titeltrack “Wir leben noch”. In mir keimt die Frage auf, mit wem die beiden mit diesem Lied gerade abrechnen. Was mir extrem gut gefällt ist, wie Sängerin Bine  mit Ihrer Stimme kokettiert. Mal “bitchig”, mal aggressiv, dann zart säuselnd….. sie kann es. Und auch noch echt überzeugend. Musikalisch ist auch alles mehr als passend dabei, der Song “rockt” einfach. Ins gleiche Horn blasen dann auch “Scherbenmeer”, der ein wenig an die Guano Apes erinnert aber nicht abgekupfert klingt und “Du zuerst”

Mit “Du zuerst” erreichen wir nun den Bereich der musikalischen, im Tempo durchaus variablen Lebenshilfe. Manchmal zuerst an sich denken und einen Song weiter warnt die Frontlady Bine vor einer Geschlechtsgenossin, damit sich der arme nicht an sie verschwendet. Grenzt ja thematisch schon fast an Hochverrat, kommt aber textlich wie musikalisch saugut und authentisch rüber. “Trau Ihr nicht” ist dann auch das Lied, in dem ich das erste Mal ganz bewusst synthetische Klänge wahrnehme. Diese Mixtur setzt sich im “Trophäensammler” fort, in dem am Ende aber auch wieder smart abgerechnet wird. 

Bandgeschwister

(c) SRG Fotografie

“Zeit”…. wer hat sie schon? Die BANDGESCHWiSTER übrigens auch nicht, denn mit diesem Song fordern sie uns auf, sich endlich mal Zeit für die wichtigen Dinge und vor allem Menschen zu nehmen. Tja… und dann kommt jetzt ein deutlich ruhigerer Song: “Ohne Dich”. Irgendwie steht mir das Lied zu sehr im Kontrast zu den vorigen. Ein tolles und wunderschönes “Danke, dass es Dich gibt” und sicherlich auch musikalisch echt perfekt dargeboten, aber für einen Song der BANDGESCHWiSTER fast schon zu artig. Aber schön….. 

Absolut authentisch hingegen wieder “Zwischen den Zeilen”. Zwar auch sehr ruhig und bedrückend, kommt er ohne großes Tempo direkt aus den Geschwister-Herzen in die unsrigen, trägt aber diese unverkennbare BANDGESCHWiSTER-Handschrift. Wer kennt das nicht? Irgendwann kommt der Augenblick, wenn die Schmetterlinge nicht mehr fliegen und man den “echten” Menschen erkennt. Zwischen den Zeilen war es schon vorher hörbar, aber jetzt kommt es dicke. 

Hey, der Kerl hat ja Stimme und geht vorne weg… Nils, das instrumentale Multitalent und sonst Backingvocal wagt den Sprechgesang und rockt den Song. Sabine trumpft dann im Refrain von “Frei” gewissermaßen als Sahnehäubchen auf, als würde sie aus einer Sahnetorte springen…. sie ist frei und ja… wehe wenn sie losgelassen. “Ich bin wieder ich” ist sowas von 1000%ig BANDGESCHWiSTER, wie die Schlümpfe von Vadder Abraham. Volle Kanne Gefühl, wieder ein mitreißender Tempowechsel, fette Riffs….. 

Bandgeschwister“Wir sind weg” schürt ein wenig Sorge in mir. Wo wollen sie denn hin? “Wir sind weg und kommen erstmal nicht zurück!” lässt einen Böses erahnen, wenn gleich ich auch hier wieder eine zwischenzeilige Abrechnung vermute. Ein Ruf nach Unabhängigkeit, Ausbrechen aus Beschränkungen und Kleinhalten…. finde ich grundsätzlich gut, aber bitte bleibt doch bei uns.

Die BANDGESCHWiSTER Sabine und Nils haben in all den bisher gehörten Songs ihre Experimentierfreudigkeit unter Beweis gestellt. Das liegt ihnen, das können sie sehr gut. Und auch wenn ich echt selten in meinen Reviews herum moser… so ganz ohne geht es manchmal leider nicht. Der letzte Song “Scary Silence” klingt für mich wie ein Testballon. Mit Effekten voll gepackt wie eine Umzugskiste, dazu dann für Bine und Nils untypisch auf englisch gesungen, klingt er ein wenig wie eine Mischung aus Dirty Diana und einer Teufelsaustreibung. Wobei ich nicht sagen möchte, dass ich den Song scheiße finde. Die Lady am Mikrofon präsentiert hier wieder die Bandbreite ihrer Stimme bis hin zu einer Rockröhre, die Musik unterstreicht die Stimmung des Songs auch handwerklich echt gut. Irgendwie gefällt mir “Scary Silence” von mal zu mal besser, aber neeeee, das ist nicht mein Song und hoffentlich wirklich nur ein Versuch anzutesten, wie englische Texte und “ganz andere” Musik bei den Fans ankommen.

Fazit

Da haben sie schon echt etwas ordentliches abgeliefert. Als ich das Album das allererste Mal hörte, saß ich im Auto und machte nahezu fremdgesteuert lauter und wippte mit, die Finger spielten Drums auf dem Lenkrad und ich hatte die ganze Fahrt über eine saugute Zeit. Jetzt habe ich das Album sicherlich gute zwanzig Mal gehört und bereue nicht eine Minute. “Wir leben noch” zeigt die verschiedenen Seiten der BANDGESCHWiSTER und überzeugt vom ersten bis zum vorletzten Song. Handwerklich passt alles perfekt und die Songs sind mit viel Liebe gelungen abgemischt. Stimme top, Musik top, Texte top, Fazit…… over the top !

Tracklist

01 – Wir leben noch
02 – Scherbenmeer
03 – Du zuerst
04 – Trau ihr nicht
05 – Trophäensammler
06 – Zeit
07 – Ohne Dich
08 – Zwischen den Zeilen
09 – Frei
10 – Wieder ich
11 – Wir sind weg
12 – Scary Silence

Tourdaten

05.05.2018 Kaltenkirchen
08.06.2018 Osterode (unplugged)
16.06.2018 Posthausen
31.07.2018 Hannover
11.08.2018 Osterode

Line-Up

Sabine Vogel
Nils Schelm

Web

http://Bandgeschwister.de
https://www.facebook.com/bandgeschwister/
https://www.instagram.com/bandgeschwister/

Facebooktwittergoogle_plustumblr
X-O-Planet

REVIEW: “Voyagers” von X-O-Planet

X-O-PlanetDie Band

Anfang 2016 beschlossen Manja und Goderic, ihre diversen musikalischen Prägungen in das Projekt X-O-Planet einfließen zu lassen. Die Musik des Mainzer Synth-Pop-Duos setzt sich aus sphärischen Synthies, die aus Goderic Northstars Feder stammen, sowie Manja Kaletkas warmer, glasklarer Stimmfarbe zusammen. 
Manja war bis dato Mitwirkende in verschiedenen Bands wie der Essener Formation Jesus On Extasy, der britischen Avantgarde-Musikgruppe Attrition, der Neoklassik-Band Weltenbrand aus Liechtenstein, der Band Illuminate und durfte beispielsweise auf Alben von Szenegrößen wie 18 Summers mitwirken. 
Goderic lernte in seiner Kindheit Kirchenorgel spielen. Etwas später kamen Gitarre und Bass dazu. 
Inspiriert durch Künstler der elektronischen Musikszene der ersten Stunde wie Jean-Michel Jarre und Kraftwerkh begann er, sich für elektronische Klänge zu interessieren. Er experimentierte mit analogen Synthesizern und produzierte schon bald erste elektronische Werke. Auch dem Einfluss von EBM-Combos wie Front 242 und Nitzer Ebb konnte Goderic sich dabei nicht entziehen.
Im März 2017 veröffentlichten X-O-Planet ihr Debut “Passengers” beim namenhaften Label Danse Macabre und belegten damit direkt Platz 9 der Deutschen Alternative Charts. 
Kurz darauf konnten X-O-Planet auch ihre Live-Qualitäten mehrfach unter Beweis stellen, indem sie Bands wie z. Bsp. Psyche, Decoded Feedback, Intent: Outtake, The Invicible Spirit und The Saint Paul supporteten.

Das Album

X-O-PlanetMit VOYAGERS nehmen Manja und Goderic uns mit auf die Fortsetzung Ihrer Reise durch Zeit und Raum. Die PRELUDE 2019 erinnert sofort an das im März 2017 veröffentliche Debüt-Album “Passengers” und zeigt auf, dass wir stilistisch wohl Ähnliches hören dürfen. Mit NEUTRON STAR blicken wir auf die Geburt eines Neutronen-Sterns, um dann in DISTRUCTIVE SHADOW einen bemerkenswert kontrastreichen Song zu hören. Musikalisch typisch X-O-Planet, wird uns guttural von Goderic dargeboten, dass in jedem das Böse vorhanden ist,  während Manja nahezu engelsgleich das Gute und ein wenig Selbstfindung propagiert. Toll auch zu hören, dass die Band der Musik durch längere instrumentale Parts eine Bühne lässt. Nahezu progressiv 🙂 Song zwei auf der Scheibe und ich habe einen meiner Favoriten gefunden.

Insgesamt gibt das Duo seinen Songs viel Zeit, um rein instrumental schon für die passende Stimmung zu sorgen. FASTER THAN LIGHT ist nicht nur recht ruhig gehalten, sondern fordert auch textlich auf, mal einen Gang zurückzuschalten. Und notfalls auch mal jemanden einzubremsen, wenn er sich in der Hektik des Alltags zu verlieren droht.

Der Titeltrack des Albums VOYAGERS kommt im feinsten Mid-Tempo auf die Ohren und begeistert nicht nur durch den Kontrast der echt filigranen Synths mit einer tiefen bedrohlichen Line. Auch der Refrain reisst letztlich voll mit. Manja kann hier sehr schön beweisen, dass ihr auch die langen Töne sehr gut liegen.

X-O-PlanetTHE UNFORSEEN traf auch mich unvorhersehbar. Ist es schon eine Ballade, wenn gleich dafür eigentlich zu schnell? Gehört es in ein Musical? Ganz ehrlich… ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass hier nun wieder eines dieser Lieder ist, dass mich nicht nur textlich berührt, sondern mich Musik und Gesang auch fühlen lässt. Da stecken so viele Emotionen drin, dass es einen einfach bewegen muss. Senhnsucht, Wehmut, das Gefühl etwas verpasst zu haben….. kurzum…. WOW !

Manja hat mir 2017 im Interview verraten, dass sie sich seit Kindeszeiten für Astronomie und Astrophysik interessiert. Mit GRAVITY LOST bringen X-O-Planet eine sehr gelungene Form von “Was wäre ohne Schwerkraft”.

STORYTELLING ist wieder so eine Mixtur aus einem gemütlich dahin plätschernden Rhythmus und einer stimmlich etwas im Hintergrund agierenden Manja. Und ich unterstelle den beiden hier absolute Absicht, damit der Zuhörer sich angemessen auf den Text konzentrieren kann. Und der hat es in sich, kommt der Song doch sonst so unschuldig daher.

Das ändert sich nun mit REFOCUS wieder. Hier kommt wieder deutlich mehr Energie in die Synths, wenn gleich der Text nicht nur aufmerksam gehört, sondern gerne auch zu Herzen genommen werden sollte. Nachdem X-O-Planet ja schon die Frage nach dem “Was wäre ohne Schwerkraft” stellten, ist es nur legitim mit MYSTERY OF GRAVITY zu hinterfragen, ob das Mysterium der Schwerkraft überhaupt jemals gelöst werden wird.

GOODBYE macht mir bewusst, dass jetzt der letzte Song erklingt. Manja zeigt jetzt eine weitere Facette ihrer Stimme. Die tiefere, melancholische Stimme, die zum Nachdenken anregt und mich jetzt voll in den Song rein holt.

Fazit

X-O-PlanetSchon ihr 2017er Debüt hatte es mir echt angetan. Eingängige und oftmals ziemlich aufwändige Arrangements, Gesang an dem es so überhaupt nichts auszusetzen gibt und dazu tiefgründige Texte. Da war meine Erwartung an das neue Album VOYAGERS ganz sicher nicht klein. Aber ich wurde nicht enttäuscht, sondern abermals begeistert. Stilistisch bleiben sich X-O-Planet absolut treu und setzen konzeptionell noch einen drauf. Goderic besticht durch zum Teil sehr filigrane Synths, die er gerne auch sehr kontrastreich auf unsere Ohren bringt. Von Manja gibt es oftmals mehrstimmige Passagen, die einfach in der Summe voll auf dem Punkt sind.

Was soll ich weiter lobhudeln ? VOYAGERS ist wieder einmal ganz großes (Ohr-) Kino aus dem Hause X-O-Planet.

VOYAGERS erscheint am 27. April 2018.

X-O-Planet sind am Montag, dem 30. April 2018 um 22:00 LIVE zu Gast bei mir in der Sendung!

Tracklist

01 – Prelude 2019
02 – Neutron Star
03 – Distructive Shadow
04 – Faster Than Light
05 – Voyagers
06 – The Unforseen
07 – Gravity Lost
08 – Storytelling
09 – Refocus
10 – Mystery Of Gravity
11 – Goodbye

Tourdaten

30.06.2018 Wuppertal, Underground
25.08.2018 Bonn, Music Club Session
01.09.2018 Hamburg, KIR
28.09.2018 Bamberg, Live-Club
13.10.2018 Oberhausen, Crowded House
08.12.2018 Essen, Don´t Panic

Line-Up

Vocals: Manja Kaletka
Keys: Goderic Northstar

Web

http://www.x-o-planet.de
https://www.facebook.com/XOPlanet
http://www.youtube.com/c/Xoplanet_electronica
kontakt@x-o-planet.de

Quellen:

Band-Bio und Bilder: Promo-Kit

Facebooktwittergoogle_plustumblr
Pussybats

Neues Album von den Pussybats kommt

Auf Dark-Glam-Rock-Achternbahnfahrt mit The Pussybats: das neue Album kommt!

Das dritte Album der PUSSYBATS bietet 13 Titel lang eine Dark-Glam-Rock-Achterbahnfahrt, die garantiert nicht langweilig wird. Von typischen Rock-Hymnen, knalligen Industrial-Nummern bis hin zu der titelgebenden, melancholischen Ballade hat es die Band auf ‚Indestructible’ geschafft, die Energie der schweißtreibenden Live-Shows auf Bits und Bytes zu bannen. Nach 10 Jahren bewegter Bandgeschichte sind Sid (Vocals), Mike (Drums, Marple 8 (Bass) und Neu-Gitarrist Maze so sehr bei sich wie nie zuvor. Erstmals von der Band selbst produziert und mit prominenten Gäste wie Kris Vlad (Vlad In Tears) am Mischpult oder Stuart Anstis (Cradle Of Filth) abgeschmeckt, verfehlt die Goth’n’Roll-Injektion Ihre Wirkung auch beim Hörer nicht. Achtung: Suchtgefahr!

THE PUSSYBATS
Indestructible
Eternal Sound / Membran
VÖ: 31.03.2017
www.facebook.com/thepussxbats

Text & Bild: Pressemeldung Gordeon Music

Facebooktwittergoogle_plustumblr
Tides Of Life Album Two Souls

Review: “Two Souls” von Tides Of Life

Tides Of Life  “Two Souls” – Musikalischer Balsam für die Seele

Tides Of Life Cover Two Souls

Quelle: tidesoflife.de

TIDES OF LIFE –  das ist ein Studio-Projekt zweier begnadeter Musiker, mit einer beeindruckenden Bandbreite an musikalischer Erfahrung und Vielseitigkeit die nun im Debut-Album TWO SOULS unter Beweis gestellt wird. Abby Cole und Stefan Uhlmann sind vor allem bekannt als Elektro-Band DELIVERED SOUL, ein ursprüngliches Ein-Mann-Projekt von Stefan, zu dem dann 2014 Abby als feste Live-Keyboarderin hinzu stieß. Betrachtet man DS nunmehr musikalisch als Stefans Projekt, so trägt TIDES OF LIFE ganz klar die Handschrift einer romantischen, verträumten, manchmal verspielten und begnadeten Pianistin….. eben Abby Cole. Unverkennbar sind aber auch die Einflüsse des DS-Bandleaders.

Musikalische Ausrichtung

Nun wäre es vermessen, hier die Projekte so harsch zu trennen, denn beide Künstler lassen ihre Fähigkeiten in beide Projekte gleichwohl einfließen. Und doch sind diese beiden Bands musikalisch verschieden wie Feuer und Wasser. Die Musik von TIDES OF LIFE lässt sich am ehesten in Chillout und Classic Electronic einordnen. Vor wenigen Tagen veröffentlichten sie nun ihr Debut-Album “TWO SOULS”.
Eine Frage der ich mich stellen musste: wie rezensiert man ein Album, dass ohne Gesang und somit ohne klare Geschichte hinter der Musik daher kommt? Ich kam zu der Antwort, dass dies nur über eine rein emotionelle Schiene gehen könne. Halt das Kopfkino, die Gefühle die beim Hören der Musik entstehen. Hier dann also mein Kopfkino.

Childhood Memories

Langsame, zarte Pianoklänge, etwas später dazu dann Streicher. Insgesamt klingt alles am Anfang sehr sanft, nahezu verletzlich. Wird hier die Geburt hörbar gemacht? Der Anschein könnte stimmen, denn die leicht poppig anmutende Mitte des Liedes könnte dann die aufbrausende Jugend darstellen.

Morning Sun

Im Bett liegen, ein Sonnenstrahl blinkt durch das Fenster ins Gesicht und weckt einen auf. Wohlig warm, aber doch ist es mit der Ruhe vorbei. Genau das suggerieren Piano, Synth und später dezente, aber perfekt ausgewählte elektronische Effekte. Wir starten in einen sonnigen Tag.

City Lights

Hier klingt es ein wenig bedrohlich, etwas mystisch. Das erste Lied, das nicht vom Piano, sondern elektronisch dominiert wird. Kennt Ihr diese US-Filme Ende der 70er Jahre? Dunkle Straßen, verrauchte schummrige Clubs? Irgendwie ploppte mir dieses Bild spontan auf. Ein Streifzug durch eine Großstadt, mal ruhig, mal quirlig.

Dragonheart

Dieser Song wird mystisch, Synth-Effekte schaffen zu Beginn ein gespenstisches Flair. Da lauert etwas unbekanntes, das nun von einem Piano unterstützt wird. Und doch ist da diese Harmonie und Ruhe. Eine Krähe gibt ihre Rufe zum besten und schafft aus der Harmonie heraus Bedrohliches. Ein Gewitter zieht auf, beunruhigt jedoch das starke Drachenherz nicht. Oder doch ?

Autumn Leaves

Hurra, hierzu gibt es ein Video! Seht und hört selbst!

 

Two Souls

Der Track der dem Album den Namen gab. Auch hierzu gibt es ein Video, wenn gleich ich hier mit meiner Interpretation nicht hinter dem Berg halten möchte.
Für mich ist das DER Song, der Abby und Stefan widerspiegelt. Die romantische Pianistin mit den zarten Anschlägen und der harte, etwas brachial anmutende Stefan mit der Liebe zu elektronischen Effekten.

 

Zeraphine

Hier wird es definitiv gespenstisch, geheimnisvoll. Etwas tastet sich langsam und leise durch die Dunkelheit. Findet sich dann ein Seraph, ein sechsflügliger Engel, der vielleicht auch mal bedrohlich wirken kann, wie die überwiegend elektronische Musik uns glaubhaft machen möchte?

Last Train

Zeit für den Abschied, eine letzte traurige Umarmung begleitet vom leisen Piano. Es folgt ein von Streichern nicht einfacher gestalteter Weg zum Bahnhof. Der letzte Zug naht. Um ihn nicht zu verpassen, muss man nun etwas Tempo aufnehmen. Geschafft, der Zug eilt in die Dunkelheit um letztlich in ihr zu entschwinden.

Preserve The Nature

Zeit für ganz viel Synthesizer. Könnte glatt als Neuinterpretation der Moldau durchgehen. Anfänglich eine kleine Quelle, die zu einem immer quirligeren Fluss erwächst, der letztlich im großen, ruhigen Ozean endet.

Fairy Tale

Hierzu schreibe ich nichts, denn das Video ist um ein Vielfaches aussagekräftiger!

 

Journey

TIDES OF LIFE nehmen uns mit auf die Reise. Entspannt, ruhig und doch instrumental sehr vielseitig. Selbst einer kleiner Ausflug in den Orient wird nicht ausgelassen. Abby und Stefan auf musikalischer Weltreise.

Magic Of The Ocean

Der Synthesizer schafft eine grenzenlose Weite, zur Songmitte finden wir uns auf hoher See wieder und blicken in die stille, ruhige und geheimnisvolle Tiefe. Ein klein wenig Titanic-Feeling kommt auf als dann Back-Vocals erklingen und die Wellen etwas höher schlagen.

Fazit:

Abby Cole und Stefan Uhlmann haben mit TWO SOULS etwas ganz Großartiges geschaffen. Ein Album voller Songs, welche die Phantasie anregen, einen in Tagträume entführen. Sie erwecken Emotionen und reißen uns aus der Hektik des Alltags heraus. Wenn wir es zulassen. Lässt sich der geneigte Hörer darauf ein, so ist dieses Album echtes Balsam für die Seele. Die klassischen, wie aber auch die modernen, elektronischen Einflüsse sind perfekt und harmonisch aufeinander abgestimmt. Es gibt nichts – wirklich nichts – was aufgesetzt oder gar deplatziert wirkt. Jeder noch so kleine Effekt ist genau dort, wo er hingehört.

Mein Tip: eine heiße Badewanne mit ein paar Kerzen, ein Gläschen guter Wein und zwei oder drei Pralinen.. dazu TIDES OF LIFE auf den Ohren und der ganze Schmutz auf der Seele verschwindet im Abfluss.

Zu erhalten ist das Album über den Shop auf der Band-Homepage.

Band-Homepage

Facebook-Seite

Youtube-Kanal

Soundcloud

Reverbnation

Twitter

 

Facebooktwittergoogle_plustumblr

Album-Review „Old World“ von Oknos

Folgt man der griechischen Mythologie, so handelt es sich bei OKNOS um jemanden, der unentwegt arbeitet, aber nie fertig wird, da am Ende die Arbeit stets zunichte gemacht wird.

Diese Sorge brauchen wir bei der Band aus Hannover nicht zu haben. Ihr Debut-Album „OLD WORLD” ist fertig. Grund genug, da mal hineinzuhören.

Zuerst ein Blick auf die Band.
Inspiriert von Genregrößen wie Nightwish und Delain gründete Johannes Erdmann 2013 eine Symphonic-Metal-Band. Schnell scharte er Benjamin Offeney (Gitarre), Arne Kinast (Bass) und Sebastian Brunn (Drums) um sich, womit die Band in Sachen Instrumente schon komplett war. Als Sängerin trat dann noch Anna-Kristina Linnemann in die Band, um der Band noch eine Stimme zu geben.

OKNOS erzählen in ihren Liedern über Liebe, Abenteuer, Tod, aber auch Hoffnung. Zum Debut-Album OLD WORLD gibt die Band an, das zentrale Thema sei eine tragische Liebesgeschichte und die philosophische Frage, was möglich wäre, wenn man die Vergangenheit verändern könnte. Gibt es die Möglichkeit, Dinge zum Guten zu wenden, oder endet alles aufs Neue in einer Tragödie?

Prologue

Ein Prolog stellt eine Einleitung dar, soll uns auf das Kommende vorbereiten.

Mich überrascht die Klangfülle des ersten Albumtracks. Sehr warme, angenehm abgemischte Orchesterklänge ertönen, ich werde schlagartig an einen großen Hollywood-Film erinnert. Dieser Prolog könnte auch perfekt als Filmmusik durchgehen. Sei es drum, vielleicht offenbart sich ja das mir vorliegende Album als großes Kino. Flötentöne stimmen auf Highlands ein, grasgrüne Wiesen, das Orchester lässt mich über eben diese Wiesen fliegen, auf das Meer hinaus, ein bisschen Titanic-Feeling kommt auf.

Struggle

Gesprochenes Intro, gefällige Riffs, ein nicht übermäßig schnelles Schlagzeug und unaufgeregter Gesang. All das zusammen machen aus diesem Lied einen sehr gelungenen Einstand. Viel mehr gibt es zu diesem Lied eigentlich schon nicht zu schreiben, denn es ist nichts schlechtes darin. Ein Wow-Effekt bleibt zwar aus, aber insgesamt ein in sich stimmiger und gut hörbarer Metal-Song. Mir fehlt etwas, das ich den Mitträller-Faktor nenne. Aber wir sind ja auch gerade erst beim ersten Song.

Old World

Abendländliche Klänge leiten ein, werden von einer kraftvollen Gitarre abgelöst, bis die Sängerin klangvoll und geschmeidig ihre Stimme erhebt. Dieses abendländische Feeling zieht sich thematisch gut passend durch den ganzen Song. OKNOS stellen trefflich gut unter Beweis, wie vielseitig Metal-Musik doch sein kann.

Sin

Ich stelle es mir wahnsinnig schwer vor, den Begriff Sünde musikalisch darzustellen. Man kann Sünde erleben in dem man sie sieht, ausübt. Aber auf der Gefühlsebene wird es schon schwieriger. Insgesamt gelingt dies bei diesem Lied aber sogar recht gut. Ein wenig Aufregung nun etwas Unangebrachtes zu tun, Zweifel, Skrupel es zu machen, um es dann letztendlich doch umzusetzen. Sehr schön finde ich die eingängige Melodie. Streicher-Stakkato, im Refrain bedient sich die Anna-Kristina Linnemann dem gleichen Stil, aber auch das Zusammenspiel der Gitarre und des Schlagzeugs machen den Song zu einem sehr schönen Titel. Sehr gut gefallen mir die orchestralen Elemente, die ich aus dem Prolog schon kenne.

Ein bisschen habe ich den Eindruck, Struggle und Sin wären nacheinander aufgenommen worden. Bei Struggle war die Band noch nicht ganz warm, bei Sin haben sie aber definitiv die Betriebstemperatur erreicht.

Falling

Ruhige Klänge einer Akkustik-Gitarre verwöhnen mein Ohr. Sollte Lied drei schon eine Ballade sein? Als Fan von Damen gesungener Balladen muss ich wohl noch warten, denn nun hämmern mir schon Drums in den Ohren. Das Lied nimmt Tempo auf und spätestens jetzt hat OKNOS mich in ihrem Bann. In Falling kommen nun verschiedene Elemente zum Einsatz, die das Lied zu einem meiner Favoriten machen. Die Band streut einige kurze ruhige Passagen ein, an einer Stelle nur Gesang ohne auch nur einen instrumentalen Klang, dann ein kurzes Gitarrensolo. Schön abwechslungsreich, absolut hörbar.

The Gods They Have No Love

Offensichtlich mag die Band kurze, epische Intros. Diesmal ein leiser Chorgesang, der vom Schlagzeug angeführt, in einen temporeichen Song einführt.

Auch THE GODS THEY HAVE NO LOVE strotz vor orchestralen Klängen, die aber weder aufgesetzt noch künstlich anmuten. Es passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Toller Song.

Ghostship

Tempo, Tempo und nochmal Tempo. Die Drums leiten mit unbändigem Tempo ein um etwas später der Sängerin Platz zu geben. Verstärkt vom Chorus Ihrer Mannen gelingt es Anna-Kristina Linnemann hervorragend, einen großartigen Titel zum besten, und der Thematik musikalisches Leben zu geben. Auch in GHOSTSHIP regiert Abwechslung, zwischendurch gibt es auch ruhigere Passagen, die dann gekonnt zu neuem Tempo aufleben.

Fire

Piano erklingt, unaufgeregt, düster, aber schön. Die Frontfrau stimmt ein, singt tief und langsam, Schwermut breitet sich aus. Da ist sie nun also, meine heiß ersehnte Ballade. Ich schwelge dahin, lasse mich von dieser schönen, dunklen Langsamkeit tragen. Bis… ja bis nach guten anderthalb Minuten das Tempo wieder anzieht. Es reißt mich heraus aus meiner Ruhe, aber ich bin deswegen nicht böse. Das Lied ist einfach sehr gelungen, in sich stimmig, gehört zu meinen Favoriten. OKNOS, ich verzeihe Euch 😉

Sailor´s Love Story

Gegensätzlich wie Wind und Wellen stellt sich dieses Lied dar. Während Gitarre und Drums auf die Tube drücken, bleibt die Vokalistin behäbig, geradezu dahin schwebend langsam. Zusammen ergibt das eine geniale Mischung, was dieses Lied auf die Liste „Muss man gehört haben“ bringt.

Requiem

Hmmm, wieder ganz ruhige Klänge, wieder leiser, langsamer Gesang, zartes Orchester. Werde ich erneut hinter das (musikalische) Licht geführt und gleich förmlich überrumpelt? Stellt ein Requiem doch ein Totengedenken dar, wird dies durch den einfühlsamen Anfang verdeutlicht und fühlbar. Wenn man Toten gedenkt, so betrachtet man das verflossene Leben im Ganzen. Die guten ruhigen Momente, wie aber auch die aufgeregten, vielleicht auch nicht immer schönen Zeiten. OKNOS gelingt es, all das in diesem Lied musikalisch darzustellen. Nein, sie haben mich nicht überrumpelt, aber so ruhig wie am Anfang ging es nicht weiter. Wenn gleich in der Mitte des Liedes stilistisch ein wenig Filmmusik Einzug hielt, ein wenig Highland-Feeling. Während wir in den bisherigen Songs öfter mal eine männliche Stimme als Gegenpart zu der wirklich guten Frontlady gehört haben, müssen in diesem Lied jetzt wohl alle aus der Band kurz im Chor singen. Wirklich gelungen und da unterstelle ich einfach das Einbringen unbestreitbar vorhandenen Fachwissens, finde ich das Ende des Liedes. Zur Erinnerung: wir hören ein Lied über Totengedenken. Und was könnte ein derartiges Lied besser abschließen, als der Klang eines „sterbenden Herzens“? Hierfür nimmt sich die Band eine ganze Minute Zeit, unterlegt das mit einem schier endlosen Klang der E-Gitarre, bis das Herz dann endgültig verstummt. Gänsehaut pur.

Wieviele Favoriten darf man sich bei einer Rezension eigentlich leisten? Ich hätte dieses Lied unbedingt gerne mit auf die Liste.

Dies waren die Songs, die sich auf der digitalen Version des Albums „Old World“ befinden werden, welches am Freitag, 13.01.2017 auf den Markt kommt.

Im März erscheint dann aber noch das physische Digipack, auf dem weitere Songs zu finden sein werden. Gibt es einen guten Grund, im März nochmal loszustiefeln? Ja, auf jeden Fall. Zum einen gehört eine gepflegte Musiksammlung komplettiert, zum anderen blieben sonst drei weitere tolle Songs ungehört.

Bonus- Tracks Digpack

The Passage

Unaufgeregt, mit viel Orchester unterlegt, mitreißend. Darauf würde ich THE PASSAGE herunterbrechen. Ein wirklich schönes Lied.

Guiding Light

Mit diesem Lied nehmen OKNOS noch einmal Fahrt auf.

Stakkato-Gesang wechselt sich mit gleitenden, entschleunigten Tönen ab, wieder im Kontrast zu den sonst alles anderem als langsamen Instrumenten. Band wie auch Sängerin beweisen, dass sie ihre Instrumente, ihre Stimme sehr gut beherrschen und vielfältig einsetzen können.

Queen Of Ice

Ich bin inzwischen von OKNOS verwöhnt, möchte bei diesem Titel nun das Gefühl des Frierens erleben.

Kalt wird mir bei diesem schnellen Titel eher nicht, wenn gleich das Lied schon ein wenig bedrohlich klingt. Ein Wechselbad der Geschwindigkeiten macht dieses Lied schön hörbar und abwechslungsreich.

Fazit

OKNOS kokettieren in ihrer Bandbiografie mit Delain und Nightwish. Dem gibt es kaum etwas hinzuzufügen, abgesehen von einer guten Portion Edenbridge.

Die Drittbeste bei “Jugend musiziert in Hannover 2010”, Anna-Kristina Linnemann sowie ihre Mannen liefern hier ein wirklich schönes Debut-Album ab. Nichts erscheint abgekupfert oder gar kopiert, handwerklich gibt es überhaupt nichts zu mosern. Auch das Konzept hinter dem Album erscheint wohl durchdacht und stimmig. Wenn viele den Niedersachsen an sich Wärme und Zwischenmenschlichkeit absprechen, brechen OKNOS hier für ihre Landsmänner eine Lanze. Beides gelingt der jungen Band hervorragend.
Ein sehr hörenswertes Album und ich empfehle eindringlich, auch auf die Bonus-Tracks nicht zu verzichten.

Da ich mich zum Bewerten immer irgendwelcher im Album musikalisch eingebrachter Elemente bediene….
4 von 5 alten Welten 😉

Old World – Digital Album, Worldwide Release: 13. Januar 2017

Tracks:

1. Prologue
2. Struggle
3. Old World
4. Sin
5. Falling
. 6. The Gods they have no Love
7. Ghostship
8. Fire
9. Sailor’s Love Story
10. Requiem

Old World – Physical Digipack Germany Release 3. März 2017

Tracks:
1. Prologue
2. Struggle
3. Old World
4. Sin
5.The Passage
6. Keeper of Time
7. Falling 8. Guiding Light
9. The Gods they have no Love
10. Ghost Ship
11. Queen of Ice
12. Fire
13. Sailor’s Love Story
14. Requiem

Homepage:        http://oknos.eu
YouTube:             https://www.youtube.com/channel/UC0SIhE5MnhpQLCrybW1vsVg
Facebook:           https://www.facebook.com/OknosBand/
Facebook.           https://www.facebook.com/oknos.OldWorld
Twitter:                https://twitter.com/Oknos_Official
BackstagePro:   https://www.backstagepro.de/oknos

[ratings]

Facebooktwittergoogle_plustumblr

Album-Review „Düster Lust“ von DÜSTERLUST

Die Band

2010 gegründet, personell Januar 2014 dann letztendlich komplett besetzt, war die Band bis Mai 2015 unter einem anderenBandnamen unterwegs. Mai 2015 fürhte dann ein Namenskonflikt zum absoluten Super-GAU: die Band musste den bisherigen Namen ablegen, die Internetpräsenz einstellen und  zudem auch das 2014 erschienene Album “Unveil The Beauty” vom Markt nehmen.

Im Oktober 2015 kehrte die Band dann unter dem jetzigen Namen DÜSTERLUST zurück und präsentierte zudem den zweiten Gitarristen der Band als Neuzugang.

Das Album DÜSTER LUST ist letztlich ein Re-Release des Ihres Debut-Album und erschien September 2016. Im Digipak sind zudem drei Bonustracks enthalten.

Mit dem ersten Song des Albums, SPACEFLIGHT, finde ich mich in einer Rakete auf einer Startrampe wieder. Gespenstisches rauschendes Treiben um eben diese Startrampe herum, das die letzten Vorbereitungen vor dem Start begleitet. Ich liege nun in dieser Rakete, den Blick gen Himmel gewandt und eine engelsgleiche Stimme stimmt mich mit ihrem Gesang darauf ein, dass es gleich ernst wird…

Ja und dann katapultiert es mich mit einer ungebändigten Kraft und Geschwindigkeit in den Weltraum.
So interpretiere ich SPACEFLIGHT, denn genau so tritt dieses Lied auf. Ein kurzes Intro, dann stimmt die Sopranistin Regina Beatrix Rumpel mit einem zunächst langsamen, aber melodischen Gesang ein.
Nur kurze Zeit später hämmern mir brachiale Drums mit dem Tempo einer startenden Rakete in die Ohren. Der im Tempo gleich gebliebene Gesang erscheint zu der atemberaubenden Geschwindigkeit von Drums und Gitarren etwas aufgesetzt, unterstreicht aber vielleicht die Gegensätzlichkeit in diesem Song.

Quelle: Promo-Kit

Quelle: Promo-Kit

In KALEIDOSCOPE gehe ich also schon vorgewärmt und werde ein wenig an „The Pharao Sails To Orion“ erinnert. Einerseits zeigt sich jetzt die professionelle Ausbildung der Frontsängerin Regina sehr deutlich, zudem ähnelt es von Stil und Abwechslung ein wenig dem Nightwish-Klassiker. DÜSTERLUST runden den Song mit einer wohl dosierten Portion Growling ab. Am Ende ist der Song eine wohlig runde Nummer.

Mit BEST OF WAR ziehen wir in den Krieg. Der bisher lauteste Song in diesem Album. Bedrohliches Growling wird von flehenden Gesang beantwortet, Drums und Gitarren leisten ihren Teil um eine bedrohende und verängstigende Atmosphäre zu unterstützen.

Auch SOCIAL WAR lädt jetzt nicht gerade zum Verschnaufen ein, geht es doch gleich von der ersten Sekunde schnell und laut zur Sache. Da ich nun kein Fan vom gutturalen Gesang bin, liegt mir dieses Lied etwas schwerer auf den Ohren, denn es wird in diesem Lied schon viel gegrummelt. Letztlich unterstreicht dies aber auch nur die Thematik sehr gut.

Als NEXT LEVEL RACISM in meinem Player anlief, habe ich erstmal geschaut, ob ich plötzlich ein anderes Album höre. Es beginnt im Vergleich zu den vorigen Songs doch sehr ruhig, nahezu etwas poppig, entwickelt sich aber zu einem klaren DÜSTERLUST-Song.

Seinem Namen gerecht wird auch PARADISE. Ein Wechselbad wehmütiger Langsamkeit mit kurzen schnelleren Aufrüttlern. Für mich einer der Songs, in dem die großartige Stimme der Sopranistin am besten zur Geltung kommt. Hat so ein wenig etwas von der frühen Tarja Turunen.

Mit GHOST wird es dann auf dem Album auch schon wieder schneller. Spannend, wie in diesem Song bewusst sehr klassische Episoden eingestreut werden, die dann wiederum von knallharten Riffs abgelöst werden.

Düstere traurige Geigenklänge und ein Gewitter im Hintergrund stimme auf RAIN ein. Und wie ein Gewitter lebt auch dieses Lied von einem Dahinplätschern mit kurzem aufgeregten Aufblitzen.

Vogelgezwitscher ist jetzt nicht unbedingt das, was ich bei einem DAY IN HELL erwarten würde. Aber genau damit fängt der Song an. Auch der einschleichende, sehr ruhige und wirklich exzellent abgelieferte Gesang lässt mich nichts Böses erahnen. Aber mit Beginn des zweiten Drittels wendet sich das Blatt. DÜSTERLUST offenbaren, dass es auch in der Hölle wohl laut und durchaus schnell zugehen muss. Mit seinen knapp neun Minuten ist DAY IN HELL nicht nur der abwechslungsreichste, sondern zugleich auch der längste Track. Es scheint beinahe, als wolle die Band in diesem Lied die Hörer mit all ihren Facetten beglücken um ihre Vielseitigkeit und Bandbreite zu verdeutlichen.

MOOR passt sich nahtlos in die vorherigen Songs ein. Harte Riffs, ein überwiegend lang gezogener klassischer Gesang… der Song sticht nicht heraus, ist aber dennoch feines Handwerk.

Bonus Tracks

Gespenstisch beginnt VIRUS, ruhig, unterschwellig bedrohlich. Hat sich VIRUS aber erst einmal im Ohr eingeschlichen wird es aktiv. Der Song wird schneller, aggressives Growling macht klar, dass auch hier die Thematik alles andere als lustig ist.
Was mir tatsächlich wirklich auffällt, sind die wirklich tollen Gitarrensoli in diesem Lied. Davon darf es sehr gerne sehr viel mehr geben.

BLOODMOON wird mit ein wenig Effekten eingeleitet. Verzerrte Sprache, diverse Geräusche bis dann die hämmernden, schnellen Bässe wieder zuschlagen. Tempogeladen und abwechslungsreich bis zum Ende.

Mit REFUGEE gehen DÜSTERLUST noch einmal unerbittlich mit uns in den Endspurt, sehr viel gutturales, aber immer gut eingefangen vom Gesang der Frontfrau, laut und schnell. Zum Ende hin machen Gitarrensolo und ausklingende Geschwindigkeit klar….. wir sind am Ende des Albums angekommen.

Fazit

Die Sopranistin Regina Beatrix Rumpel und ihre Band führen mit DÜSTER LUST durch die Abgründe der Menschheit. Man begegnet positivem und negativem und DÜSTERLUST verstehen es überraschend gut, diese Mischung in ihren Songs zu vereinen.

Die Thematik kann man getrost als konsequent gesellschaftskritisch einstufen. Die Musik ist wie das echte Leben… grausam und böse.
Für meinen Geschmack dürften gerne mehr Gitarrensoli dabei sein. Insgesamt ist dieses Album eines der Sorte, die man nicht einfach mal so hören kann.
Richtig verstehen und genießen kann man DÜSTER LUST erst, wenn man sich das Album öfter angehört hat und ein Stück weit „angekommen“ ist.
Auf jeden Fall macht dieses Werk Lust auf mehr……

Homepage:         http://www.duesterlust.com

Youtube:             http://www.youtube.com/c/DüsterLust

Facebook:            https://www.facebook.com/duesterlust

Twitter:               https://twitter.com/DuesterLust

BackstagePro:     https://www.backstagepro.de/duesterlust

[ratings]

Facebooktwittergoogle_plustumblr

Album-Review: “Fact Life” von e-bit

Das e-bit ist ein elektronisches „binary digit“ und stellt zugleich den elektronischen Zustand und die positive Logik dar, die innerhalb der Musik stattfindet. Daraus leitet sich der Name der charismatischen Synthiepop-Band aus Berlin ab.

Das Album

Diese Detailverliebtheit findet sich nun auch im zweiten, am 15.01.2016 als Download veröffentlichten Longplayer des Duos. Nicht nur der Sound der Synthesizer ist im Vergleich zum ersten Album „Hoppe hoppe Reiter“ viel klarer und brillianter geworden, auch die ausdrucksstarke Stimme der Sängerin Anika ist nun deutlich präsenter und dominanter, was wiederum den Facettenreichtum ihrer Stimme eindrucksvoll zu Wirkung kommen lässt. Kraftvoller, im Imperativ gehaltener Sprechgesang in „Proud“ liegt der Frontfrau genauso gut, wie gefühlvolle, leicht melancholische Passagen in „Gewinnen Verlieren“ oder auch „Don´t Call It Love“. All dies gelingt den beiden, ohne ihre Wiedererkennungswerte in Stimme und elementaren Synthitönen aus den Augen zu verlieren.
In Kürze bieten e-bit „Fact Life“ auch als CD zum Anfassen an und wird über den Shop auf www.e-bit.org zu ordern sein.

Fazit

Durch die gewählte Thematik des Albums, Fakten des Lebens aufzugreifen, findet sich jeder Hörer sehr schnell in den einzelnen Liedern wieder und wird so nahezu direkt angesprochen. Zudem laden eingängige Refrains zum Mitsingen ein und das Mittanzen wird dem Hörer nahezu aufgedrängt. e-bit gelingt es sehr gut, treue Fans an den etwas neuen Stil ihrer Musik zu gewöhnen. Im Vergleich zum vorherigen Album, haben die beiden Künstler aus Berlin einen Sprung nach vorne gemacht und brauchen sich hinter „großen“ Bands wahrlich nicht verstecken.

Offizielle Homepage:    www.e-bit.org
Facebook:                      https://www.facebook.com/ebit.org
Reverbnation:               https://www.reverbnation.com/ebit3

[ratings]

Facebooktwittergoogle_plustumblr