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Lake of Licks

Review: “Blue” von LAKE OF LICKS

Lake of LicksInstrumentaler Postrock aus Berlin – Lake Of Licks

Bemusterungen mit dem Wunsch nach einer Review bekomme ich ja nun wirklich oft. Oftmals sind es diese Standard-Mails mit dem üblichen Inhalt. Etwas Band-Bio, ein paar Bilder dann ein Streaming- oder Download-Link. Ein Nachteil dieser etablierten Standards ist, dass hier nichts heraus sticht, augenscheinlich gleicht es sich. Bei der Bemusterung von LAKE OF LICKS war das komplett anders. Da kam DAS hier:


Allein für diese Idee muss man die Band schon mögen. Und sie hatten damit meine volle Aufmerksamkeit gewonnen. Sachverständigenprüfung, technische Daten, Betriebsart… man muss schon sehr gut über sich selbst lachen können, um damit auf Medienpartner zuzugehen. So etwas mag ich, das ist abseits der Routine, das rockt. Und genau so ist es auch mit der Musik der Berliner Postrocker. Nichts gewöhnliches, sondern Musik zum Fühlen und Erleben, völlig ohne Ablenkung. Aber dazu jetzt mehr in der “Sachverständigenprüfung” 🙂

Bei dem mir vorliegenden Bauteil handelt es sich um eine präzise ausgearbeite und von Ecken und Kanten befreite Kompilation. Die einzelnen musikalischen Bauelemente offenbaren eine ausgeprägte Diversität und Experimentierfreude, welche das Herz eines jeden Liebhabers der Rock-Musik höher schlagen lassen muss.

Okay Freunde, aber jetzt mal seriös und ernsthaft: wenn sich Musiker auf Ihre Fahne schreiben, in der heutigen Zeit mit rein instrumentaler Kraft und völlig ohne Gesang Menschen begeistern zu wollen, sind sie entweder unglaublich naiv, oder aber wissen ganz genau was sie können und scheuen sich nicht davor, dies notfalls mühsam umzusetzen. Das Debüt-Album “Blue” hat mit Naivität zum Glück so rein gar nichts zu tun. Mit neun Songs auf eine knappe Stunde Spielzeit zu kommen, ist schon nicht einfach, soll Langeweile vermieden werden. Und Langeweile kommt bei diesem Album ganz sicher nicht auf.

Alle Songs sind wunderbar ausgewogen und oft sehr reich an Details. Je öfter man reinhört, um so mehr kleine Feinheiten findet man zwischendrin. Auch gelingt es LAKE OF LICKS sehr gut, verschiedene Stimmungen in einem Song abzubilden und damit ohne Worte Geschichten zu erzählen. Konzeptionell dem Chillout ähnlich, dominieren hier aber Gitarren in allen möglichen Klangformen und Intensitäten. Mal gefühlvoll und akustisch, dann wieder hart und elektronisch. Die Berliner Postrocker verstehen sich darauf, modernen, progressiven Rock mit “guten alten” Klängen á la Pink Floyd zu vermischen. So erinnert Recurring Dream zum Beispiel stellenweise an den Klassiker “Another Brick In The Wall”.

Live wird die Musik von LAKE OF LICKS durch verschiedene Visuelle Effekte auf einer Leinwand begleitet. Wenngleich ich das bisher noch nicht erlebt habe, stelle ich mir das als ein sehr beeindruckendes Gesamtpaket vor.

Abschließend bleibt mir als Möchtegern-Sachverständiger nur noch, dem vorliegenden Bauteil “Debüt-Album Blue” die wohlverdiente 100%-Bewertung zukommen zu lassen; verbunden mit der Empfehlung an alle Rock-Musik-Liebhaber es mir gleich zu tun, wenn ich mir selber durch den Hörgenuss des Albums Blue eine wundervolle Zeit bereite.

 

https://www.facebook.com/lakeoflicks/

https://lakeoflicks.bandcamp.com/releases

https://www.youtube.com/channel/UC7M3VAhDlXtY7-dBuiu_Wdw

 

 

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Markus Pfeffer

Review: “All die Jahre” von Markus Pfeffer

Deutschrock mit Herz und Verstand aus Kaiserslautern

Markus PfefferDie Band

Nach drei Jahrzehnten und unzähligen Auftritten, oftmals auch mit namhaften Bands wie Purple Schulz, Extrabreit und Pur, ist der Multi-Instrumentalist, Komponist und Gründer der Deutschrock-Band Winterland Markus Pfeffer nun auf Solopfaden unterwegs.

Keyboard, Gitarre, Bass und Lead-Gesang….., alles macht Markus Pfeffer selbst. Für die Drums konnte er Winterland-Schlagzeuger Brian F. Daniels gewinnen, genauso wie Ex-Winterland-Sänger Thorsten Fries, der den Text zu “Viel zu heiß” beigesteuert hat.

Das Album

„Als für mich inzwischen offiziell vierzehnte Album-Produktion und nach vielen Studio-Aufnahmen mit Bands wie Scarlett, Winterland, Wet Desert und Karma in nunmehr dreißig Jahren war es jetzt einfach an der Zeit erstmals ein komplettes Album im Alleingang zu komponieren. Das Agieren außerhalb gängiger Bandgefüge und ohne stilistische Grenzen öffnet dabei Horizonte und macht auch mal den Kopf frei für Neues“ meint „Dr. Pepper“ zum Anlass für sein erstes Solo-Album.

Markus Pfeffer

(c) Christian Esche

Die musikalische Bandbreite seiner Songs reicht von elektronisch angehauchtem Rock (z.B. Irgendwann), über leichten Pop (All die Jahre) und verträumten Akustik-Balladen (Neubeginn). Schwerpunkt ist aber der gitarrenlastige, deutschsprachige Rock. Es ist immer ein wenig schwierig nach Authentizität zu fragen, wenn ein Deutschrocker in Bereiche des Punks oder gar Pop der 80er oder gar akustische Balladen ausschwenkt. Verfolgt man aber die jahrzehntelange Biographie des promovierten Wirtschaftswissenschaftlers aus der Pfalz, darf man getrost davon ausgehen, dass Markus Pfeffer weiß, was er da abliefert. Und er ist selber ein Kind dieser Zeit, hat die Musik erlebt und für sich entdeckt.

Sicherlich hat das Alter des Mittvierzigers und die daraus resultierende Lebenserfahrung die Texte maßgeblich geprägt. Hier mal die ein wenig selbstmitleidige Frage, wo all die Jahre hin sind, dann der mit deutlichen Worten artikulierte Wunsch, endlich auch mal von dem Ballast der Anderen verschont zu bleiben (Lass´Mich in Ruh). Spannend aber auch, dass sich ein Song findet, der das Finden von Ausreden zum Thema hat. In “Viel zu heiss” geht es darum, was man so alles tun möchte….. und dann doch feststellt, dass es leider viel zu heiß ist um den Worten auch Taten folgen zu lassen. Textlich ist das neben “Lass mich in Ruh” und “Entleide Dich” mein absoluter Favorit.

Insgesamt spart Markus Pfeffer nicht mit Kritik an der heutigen Zeit. So bekommt auch der Fluch des Mainstream und auf Kommerz ausgerichtet produzierte Musik (Zitat: Billig-Sing-Sang-Dreck) sein Fett ab. Damit dürfte er wohl unzähligen Musikern aus der Seele sprechen.

Der wohl gefühlvollste Song auf “All die Jahre” ist zweifelsfrei “Neubeginn“. Eine sehr ruhige Akustik-Ballade, die ohne den nötigen Background schon gefällt. Betrachtet man aber die Geschichte um die Entstehung dieses Liedes, wirkt er gleich ganz anders und man hört förmlich, wie Markus Pfeffer sich “frei” spielt, mit der Gitarre wieder eins wird, wie er … neu beginnt.

Um all das zu verstehen, sagte Markus Pfeffer zu “Neubeginn”:

Einige Zeit nach mehreren Krankenhausaufenthalten war ich nicht fähig Gitarre zu spielen. Als ich dann das erste Mal wieder dazu in der Lage war packte mich die Kreativität und ich probierte auf der Akustik-Gitarre diverse recht ungewöhnliche offene Stimmungen aus (so genannte „Open Tunings“). Im Ergebnis entstand dieses relaxte Akustikstück, das ich an einem Sonntag Ende 2016 sozusagen als „Befreiungsschlag“ mit richtungsweisendem Titel geschrieben, aufgenommen, arrangiert und gemischt hatte.

Fazit

Mit “All die Jahre” schwenkt Markus Pfeffer einmal quer durch poppige und rockige Gefilde. Ein durchaus gewagtes Unterfangen, das er aber bravourös bewältigt hat. Egal wo es ihn mit seinen Lieder hin verschlägt, es klingt immer nach dem Pfälzer Betriebswirt und Wirtschaftswissenschaftler und wird nie langweilig.

Gekonnt setzt er auf eingängige Texte und Melodien, die den Zuhörer nicht nur schnell “musikalisch” ankommen lassen. Vielmehr kann sich jeder in einigen der Songs wiederfinden, da sie letztlich aus dem täglichen Leben stammen.

Mir hat “All die Jahre” nicht nur sehr viel Spaß beim Anhören bereitet, sondern begeisterte mich auch das ausgewogene Arrangement und die tolle Stimme, die bei Winterland bisher nur im Hintergrund zu hören war.

Ein wirklich tolles, abwechslungsreiches und uneingeschränkt empfehlenswertes Album made in Germany !

Markus PfefferTracklist

01 Irgendwann
02 All die Jahre
03 Lass mich in Ruh’
04 Zeit zu träumen
05 Inspiration
06 Viel zu heiss
07 Entleide dich
08 Lasst Gitarren reden
09 Bereit
10 Neubeginn

Line-Up

Markus Pfeffer – Gesang, Gitarre, Bass, Synths
Brian F. Daniels – Schlagzeug

Web

Amazon: https://www.amazon.de/All-Jahre-Explicit-Markus-Pfeffer/dp/B07BYJNPTP/
iTunes: https://itunes.apple.com/de/album/all-die-jahre/1367475479
Google Music: https://play.google.com/store/music/album/Markus_Pfeffer_All_die_Jahre?id=Bpa4awdfkj7tdpefw7oomlvkxle&hl=de
JPC: https://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/markus-pfeffer-all-die-jahre/hnum/8203138

Quellen

Bilder und Zitate: Promo-Kit

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e-bit

Double-Review: e-bit – You Get Never Enough / Overfreezed

e-bit – immer für eine Überraschung gut, oder auf der Suche nach sich selbst ?

e-bitDerzeit purzeln die Songs schneller aus dem Hause e-bit, als manche Hühner Eier legen. Am 09. Mai veröffentlichten Anika und Sigma “You Get Never Enough” und bereits fünf Tage später folgte “Overfreezed“. Bis hierhin noch keine all zu große Überraschung, denn wer das Herzblutz-Synthpop-Duo aus Berlin kennt, weiß dass sie sehr diszipliniert, strukturiert und vor allem zielstrebig arbeiten. Vielmehr überraschte mich die Gegensätzlichkeit der beiden Songs.

You Get Never Enough verwirrt den Anika-verwöhnten e-bit-Groupie nicht musikalisch, sondern gesanglich. Der Großteil des Songs wird von einem elektronisch verzierten Sigma gesungen. Frontlady Anika setzt erst zum Refrain und dann zum Ende zusammen mit Sigma ein. Verkehrte Welt am Mikrofon, was wir auch schon mit “Unite” in Kooperation mit Bi-Polar erleben durften.

Klanglich ist da diese für e-bit typische düstere Grundstimmung, die durch glasklare Synths in einen gelungenen Gegensatz gestellt wird und den Midtempo-Song mit Hilfe einer tollen Hookline nicht nur gut tanzbar, sondern auch zu einem Pflichtprogramm eines jeden Synthpop-DJ´s macht.

In meiner letzten Live-Sendung stellte ich “You Get Never Enough” vor und durfte der Band ein sehr gutes Feedback zurückmelden. Aber…. die Geister, die ich rief….. Sigma hat jetzt bewiesen, dass er singen kann. Aber die Fans wollen auf Anikas Stimme nicht verzichten. So kam von den Hörern der Wunsch nach einem Duett, den ich voll und ganz unterstütze und jetzt auf diesem Wege an die Band weiterleite: Tja, Ihr zwei….. da müsst Ihr wohl mal ran 🙂

MitOverfreezed schickten e-bit dann am 14. Mai ein Lied ins Rennen, das dem Vorigen völlig entgegen steht. Zwar trumpft Keyboarder Sigma mit gewohnt filigranem Tastenspiel auf, aber diesmal finden sich Elemente, die durchaus auch mal aus der Techno-Ecke, mal auch aus den guten alten 80ern kommen könnten. Am Mikrofon brilliert eine Anika in ihrem gesanglichen “Zuhause”. Mit wechselnden Effekten garniert, spielt sie die Bandbreite Ihrer Stimme gewohnt überzeugend aus. Mal ganz tief aus dem Bauch heraus, mal klanglich wie Eurythmics, aber immer mit einem Hauch rotznäsiger, aber stets charmanter Arroganz. Besonders schön gelungen finde ich das mehrstimmige letzte Drittel. Hier spielt Anika all ihre Trümpfe in geballter Ladung aus.

Fazit

Alles in allem bin ich nun ein wenig verstört und doch zufrieden zugleich. Sigma hat am Mikrofon einen guten Job gemacht und doch wünsche ich mir dort auch weiterhin Anika als Hauptakteurin, sehr gerne aber mit deutlich mehr Sigma als in den vergangenen Jahren im gesanglichen Background.

Beide Songs sind für e-bit typisch absolut ausgewogen arrangiert, toll umgesetzt und in gewohnter Perfektion abgemischt. Gewahrt bleibt auch der Wiedererkennungseffekt des Berliner Duos. Selbst wenn die beiden offensichtlich gerne mal etwas Neues ausprobieren, es klingt immer eindeutig nach….. e-bit

Welcher Song ist jetzt nun der bessere? Keine Ahnung. Irgendwie liegt mir der energiegeladene “Overfreezed” ein wenig mehr, aber “You Get Never Enough” ist ebenfalls ein Hammer-Song geworden. Am Ende sind beide Songs absolut gelungen und eine klare Anspiel-Empfehlung für meine geschätzten Kollegen.

Übrigens scheinen Anika und Sigma Ernst zu machen. Letztes Jahr kündigten sie in der Junction Bar ein Album für 2018 an. In “Overfreezed” findet sich nun der Albumtitel “My life Is Brilliant”. Wir dürfen also mehr als gespannt sein………

 

Live-Gigs
26.05.2018 Cafe köpenick Seelenbinderstr. 54, 12555 Berlin
 

Website: www.e-bit.org
Facebook: https://www.facebook.com/ebit.org
Reverbnation: https://www.reverbnation.com/ebit3

Composer: Siegmar Mischer
Synthesizers: Siegmar Mischer
Vocals: Anika Tornow (since 2013)
Style Beat Recordings

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ALPHAMAY

Review: Alphamay – The Mellow Collie

Dunkel, melancholisch und sanft bis kraftvoll – Alphamay´s Mini-Album “The Mellow Collie”

 

Die Band

ALPHAMAY ALPHAMAY besteht aus Cris Frickenschmidt und Henning Hammoor , die sich schon zusammen in einer Rockband aktiv waren. Nach einem gemeinsamen schweren Verkehrsunfall am 1. Mai 2012 gründeten sie das Nebenprojekt ALPHAMAY. Der Name leitet sich aus ALPHA (erster) MAY, dem Tag des Unfalls ab.

Seit Gründung veröffentlichte das Duo bereits mehrere Alben, zuletzt im Mai 2017 “The Simulaytion Hypothesis

Das Album

Dieses Jahr feiern ALPHAMAY ihr fünfjähriges Band-Jubiläum. So etwas muss natürlich gebührend gefeiert werden, was den beiden Osnabrückern Electronic-Avantgardisten Dank ihrer Kreativität nicht schwerfällt. Also schufen Cris und Henning ein 5-Track-Mini-Album, dass physisch streng limitiert veröffentlicht wird. So werden nur 50 Vinyl-CD´s und 50 Musik-Kassetten erhältlich sein. Deutlicher kann man seinen Stil nicht an die Hochzeit der elektronischen Musik in den achtziger Jahren koppeln.

Die Songs imponieren durch diesen unverkennbaren Sound der Band, gepaart mit stilistischen Einflüssen aus Richtung Depeche Mode und durchaus auch Deine Lakaien. Letzteres hört man gut u.a. in “Low In Love” und “Love Must Die”. Jetzt könnte man mutmaßen, dass ALPHAMAY sich schlichtweg an der Musik der Dark-Wave-Ikone gehalten haben. Rein nüchtern betrachtet und für mich am wahrscheinlichsten ist, dass Henning und Alexander Veljanow schlicht und ergreifend beide einen sehr sanften Bariton singen. Dies dann mit Electronic Avantgarde auch noch in der gleichen Stilrichtung. So bleiben Ähnlichkeiten natürlich nicht aus, wenn gleich doch die ALPHAMAY-Songs ihre eigene Handschrift nicht verlieren.

THE MELLOW COLLIE ist eine sehr gelungene Variation aus düsteren, melancholischen und unaufgeregten, aber gut tanzbaren Liedern, voll mit zum Teil sehr filigranen Synths und tragenden Melodien.

Fazit

Mit dem 5-Track-Album THE MELLOW COLLIE, das fast genau ein Jahr nach dem letzten Album veröffentlicht wird, bringen sich ALPHAMAY wieder sehr eindrucksvoll in Erinnerung. Nicht nur musikalisch überzeugt das Album auf ganzer Länge, sondern vor allem auch durch die physische Veröffentlichung, die zwar leider streng limitiert, aber dafür konsequent im 80er-Jahre-Retro-Stil erfolgt. Es ist heutzutage schwer, sich mit seinem Album von der Masse anzuheben. Cris und Henning ist dies nun wieder einmal definitiv gelungen.

Tracklist

01 – Black Parasite
02 – Low In Love
03 – The Carousel
04 – Love Must Die
05 – Wintertime

Tourdaten

20. Mai 2018 Wave-Gothic-Treffen, Leipzig
30. Juni 2018 Underground, Wuppertal
02. November 2018 Dark Electro Festival, Bielefeld

Line-Up

Cris Frickenschmidt
Henning Hammoor

Web

www.alphamay.de

https://www.facebook.com/electronicavantgarde/

https://twitter.com/alphamay23

https://www.youtube.com/user/alphamay23

 

 

 

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Tides Of Life

Neuer Song von “Tides Of Life” – NEIN

Ein Song zur aktuellen politischen Weltlage – großartig umgesetzt

Tides Of LifeDas Electronic-Chillout-Projekt TIDES OF LIFE hat mit dem heute veröffentlichtem Song NEIN ein klares Statement zur aktuellen Weltlage gesetzt. Und erhebt damit eindrucksvoll seine Stimme.

Wer die Nachrichten auch nur teilweise verfolgt weiß, dass derzeit überall auf unserem Planeten kriegerische Auseinandersetzungen toben. Eine Nation gegen die Andere, deren Freunde und Partner gegen die des Gegners, Milizen gegen Terroristen, radikale Muslime gegen Christen, radikale Christen gegen alles andere…… unsere Welt ist derzeit ein Feuerball und der “Kalte Krieg” ist nicht mehr nur ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten. Er ist traurige Realität. Und wir Menschen ? Diejenigen die nicht an den Schalthebeln der Macht sitzen? Wir schreien NEIN und “die dort oben” interessiert es nicht.

Der Song NEIN scheint all dies in sich zu vereinigen. Das dazugehörige Video zeigt Bildmaterial aus den düstersten Kriegszeiten und macht sie so wieder brandaktuell. Das Statement soll heißen: NEIN! – keinen Krieg in meinem Namen!

Abby Cole – Mastermind von Tides Of Life wird am kommenden Montag,  14. Mai 2018 ab 22:00 Uhr live in meiner Sendung sein und uns alles über den neuen Song verraten. Lasst Euch das nicht entgehen! http://Laut.FM/RockPopWelle

Web

https://www.tidesoflife.de/

https://www.facebook.com/tidesoflifemusic/

Quellen:
Bilder: Facebook-Bandpage

 

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“Wir leben noch” von BANDGESCHWiSTER

Die Band

BandgeschwisterDie BANDGESCHWiSTER fanden und gründeten sich 2009 im niedersächsischen Einbeck, sind aber keine “echten” Geschwister. Verfolgt man ihre Social-Media-Aktivitäten, könnte man allerdings einen “engen” Zusammenhang durchaus vermuten, verbringen sie doch sehr viel Zeit miteinander. Vor allem zeichnen sich die beiden Musiker durch eine Mischung aus Professionalität, Fannähe, Verbissenheit, Zielstrebigkeit bis zur kurz vor Selbstaufgabe und revolutionärer Respektlosigkeit aus. Ihre Musik spielt irgendwo zwischen Deutschem Rock und Pop und ist von Grund auf ehrlich und direkt.

Das Album

Nun debütieren Nils und Sabine mit “Zwischen den Zeilen”, ihrem am 16.04.2018 veröffentlichtem Erstlings-Album. Und die BANDGESCHWiSTER starten gleich rotzefrech mit dem Uptempo-Titeltrack “Wir leben noch”. In mir keimt die Frage auf, mit wem die beiden mit diesem Lied gerade abrechnen. Was mir extrem gut gefällt ist, wie Sängerin Bine  mit Ihrer Stimme kokettiert. Mal “bitchig”, mal aggressiv, dann zart säuselnd….. sie kann es. Und auch noch echt überzeugend. Musikalisch ist auch alles mehr als passend dabei, der Song “rockt” einfach. Ins gleiche Horn blasen dann auch “Scherbenmeer”, der ein wenig an die Guano Apes erinnert aber nicht abgekupfert klingt und “Du zuerst”

Mit “Du zuerst” erreichen wir nun den Bereich der musikalischen, im Tempo durchaus variablen Lebenshilfe. Manchmal zuerst an sich denken und einen Song weiter warnt die Frontlady Bine vor einer Geschlechtsgenossin, damit sich der arme nicht an sie verschwendet. Grenzt ja thematisch schon fast an Hochverrat, kommt aber textlich wie musikalisch saugut und authentisch rüber. “Trau Ihr nicht” ist dann auch das Lied, in dem ich das erste Mal ganz bewusst synthetische Klänge wahrnehme. Diese Mixtur setzt sich im “Trophäensammler” fort, in dem am Ende aber auch wieder smart abgerechnet wird. 

Bandgeschwister

(c) SRG Fotografie

“Zeit”…. wer hat sie schon? Die BANDGESCHWiSTER übrigens auch nicht, denn mit diesem Song fordern sie uns auf, sich endlich mal Zeit für die wichtigen Dinge und vor allem Menschen zu nehmen. Tja… und dann kommt jetzt ein deutlich ruhigerer Song: “Ohne Dich”. Irgendwie steht mir das Lied zu sehr im Kontrast zu den vorigen. Ein tolles und wunderschönes “Danke, dass es Dich gibt” und sicherlich auch musikalisch echt perfekt dargeboten, aber für einen Song der BANDGESCHWiSTER fast schon zu artig. Aber schön….. 

Absolut authentisch hingegen wieder “Zwischen den Zeilen”. Zwar auch sehr ruhig und bedrückend, kommt er ohne großes Tempo direkt aus den Geschwister-Herzen in die unsrigen, trägt aber diese unverkennbare BANDGESCHWiSTER-Handschrift. Wer kennt das nicht? Irgendwann kommt der Augenblick, wenn die Schmetterlinge nicht mehr fliegen und man den “echten” Menschen erkennt. Zwischen den Zeilen war es schon vorher hörbar, aber jetzt kommt es dicke. 

Hey, der Kerl hat ja Stimme und geht vorne weg… Nils, das instrumentale Multitalent und sonst Backingvocal wagt den Sprechgesang und rockt den Song. Sabine trumpft dann im Refrain von “Frei” gewissermaßen als Sahnehäubchen auf, als würde sie aus einer Sahnetorte springen…. sie ist frei und ja… wehe wenn sie losgelassen. “Ich bin wieder ich” ist sowas von 1000%ig BANDGESCHWiSTER, wie die Schlümpfe von Vadder Abraham. Volle Kanne Gefühl, wieder ein mitreißender Tempowechsel, fette Riffs….. 

Bandgeschwister“Wir sind weg” schürt ein wenig Sorge in mir. Wo wollen sie denn hin? “Wir sind weg und kommen erstmal nicht zurück!” lässt einen Böses erahnen, wenn gleich ich auch hier wieder eine zwischenzeilige Abrechnung vermute. Ein Ruf nach Unabhängigkeit, Ausbrechen aus Beschränkungen und Kleinhalten…. finde ich grundsätzlich gut, aber bitte bleibt doch bei uns.

Die BANDGESCHWiSTER Sabine und Nils haben in all den bisher gehörten Songs ihre Experimentierfreudigkeit unter Beweis gestellt. Das liegt ihnen, das können sie sehr gut. Und auch wenn ich echt selten in meinen Reviews herum moser… so ganz ohne geht es manchmal leider nicht. Der letzte Song “Scary Silence” klingt für mich wie ein Testballon. Mit Effekten voll gepackt wie eine Umzugskiste, dazu dann für Bine und Nils untypisch auf englisch gesungen, klingt er ein wenig wie eine Mischung aus Dirty Diana und einer Teufelsaustreibung. Wobei ich nicht sagen möchte, dass ich den Song scheiße finde. Die Lady am Mikrofon präsentiert hier wieder die Bandbreite ihrer Stimme bis hin zu einer Rockröhre, die Musik unterstreicht die Stimmung des Songs auch handwerklich echt gut. Irgendwie gefällt mir “Scary Silence” von mal zu mal besser, aber neeeee, das ist nicht mein Song und hoffentlich wirklich nur ein Versuch anzutesten, wie englische Texte und “ganz andere” Musik bei den Fans ankommen.

Fazit

Da haben sie schon echt etwas ordentliches abgeliefert. Als ich das Album das allererste Mal hörte, saß ich im Auto und machte nahezu fremdgesteuert lauter und wippte mit, die Finger spielten Drums auf dem Lenkrad und ich hatte die ganze Fahrt über eine saugute Zeit. Jetzt habe ich das Album sicherlich gute zwanzig Mal gehört und bereue nicht eine Minute. “Wir leben noch” zeigt die verschiedenen Seiten der BANDGESCHWiSTER und überzeugt vom ersten bis zum vorletzten Song. Handwerklich passt alles perfekt und die Songs sind mit viel Liebe gelungen abgemischt. Stimme top, Musik top, Texte top, Fazit…… over the top !

Tracklist

01 – Wir leben noch
02 – Scherbenmeer
03 – Du zuerst
04 – Trau ihr nicht
05 – Trophäensammler
06 – Zeit
07 – Ohne Dich
08 – Zwischen den Zeilen
09 – Frei
10 – Wieder ich
11 – Wir sind weg
12 – Scary Silence

Tourdaten

05.05.2018 Kaltenkirchen
08.06.2018 Osterode (unplugged)
16.06.2018 Posthausen
31.07.2018 Hannover
11.08.2018 Osterode

Line-Up

Sabine Vogel
Nils Schelm

Web

http://Bandgeschwister.de
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https://www.instagram.com/bandgeschwister/

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Sven Rebentisch

Review: “7” Trauer ist Tanzbar Vol. 2 – Sven Rebentisch

Sven RebentischDie Band

Wer die Musik von Sven Rebentisch kennt weiß, dass er nicht nur musikalisch gerne polarisiert und alles andere als Mainstream spielt. Eine Mischung aus Techno, Dark Wave und einem Hauch EBM zwingen förmlich zum Tanzen und Feiern. Berühmt berüchtigt sind auch seine Texte, die es für gewöhnlich absolut in sich haben und nicht nur durch die Ausdrucksstärke des charismatischen Wahl-Berliners lebendig werden. Vielmehr pfeffert er deutliche Worte ungeschönt in sein Gegenüber. Ihm geht es hier einzig darum, verstanden zu werden. Für meinen Teil kann ich behaupten: ich habe verstanden. Tanzen, feiern und textlich “voll in die Fresse” kann funktionieren. Sehr gut sogar.

Das Album

Fünf Jahre nach Veröffentlichung der EP “7” Trauer ist Tanzbar Vol. 1 folgt nun die Fortsetzung der Fesselung des geneigten Zuhörers durch Musik und Lyrik. Am Freitag dem 13. April 2018 veröffentlichte Ausnahmemusiker SVEN REBENTISCH nun die Vol.2 von “7” Trauer ist tanzbar, die er zusammen mit MAX MOMENTUM erschaffen hat.

Auf der neuen EP finden sich neue Songs, aber auch Neuinterpretationen “alt”bewährter Lieder wie z.B. Durch Dich und Sommertraum.

Rebentisch

(c) Gosia Budig http://Gosia-Budig.com

Nicht dass ich es anders erwartet hätte, sprudelt mir eine kurzweilige Zeit des Kontrastes in die Ohren. Stampfende Beats und ein Hauch aggressiven Nachdrucks in einem Lied, folgt alsbald ein leichtfüssiger Dance-Track und holt mich aus der anfliegenden Melancholie zurück. 28 Minuten emotionales Auf und Ab…. Vielen Dank Herr Rebentisch 🙂

Da ist diese Mischung aus Lebensfreude und dem Sumpf tiefster Melancholie, himmelhoch jauchzend und bitter böse abrechnend, die Sven Rebentisch für mich so greifbar macht. Und mir den Menschen Sven Rebentisch auch erklärt und verständlich macht, durfte ich doch ein Interview mit ihm führen, was nicht nur Antworten lieferte, sondern durchaus auch neue Fragen aufwarf. Hört man genau zwischen die Zeilen seiner Lieder, lässt er uns reichlich in sein Innerstes schauen, hören und fühlen.

Fazit

An der EP “7” Trauer ist Tanzbar Vol. 2 gibt es so rein gar nichts auszusetzen. Musikalisch auf höchstem Niveau arrangiert, die Texte klar artikuliert und zum Mitfühlen lebendig. Die Neuinterpretationen älterer Songs sind keine Umetikettierung auf ein aktuelles Jahr, sondern mit viel Liebe zum Detail tatsächlich neu aufgelegt. Meine Highlights sind ganz klar Boderliner Bipolar, Sommertraum und Durch Dich.

Der absolute Clou: die EP kann kostenlos heruntergeladen werden. https://rebentisch.bandcamp.com/album/rebentisch-max-momentum-7-trauer-ist-tanzbar-vol-2

Tracklist

1 – Letzter Anblick (Super polyneuropathy dance mix)
2 – Durch Dich (Cruising Area rmx)
3 – Reis(s)ende Gedanken (Dreaming at the north sea rmx)
4 – Sommerrtraum (Special amok on earth rmx)
5 – Angst (Dancing over the rainbow bridge rmx)
6 – Dein Biss (Meet him at the fuckparade rmx)
7 – Borderliner Bipolar (Suck your stalker rmx)

Web

http://www.rebentisch-music.eu/
https://www.facebook.com/TrauerIstTanzbar/
https://rebentisch.bandcamp.com/

https://www.youtube.com/channel/UCVDUcbDdE4J-Qx_020KIvBw

 

Quellen:

Cover: Band-Page
Konzert-Bild: Gosia Budig http://Gosia-Budig.com

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X-O-Planet

REVIEW: “Voyagers” von X-O-Planet

X-O-PlanetDie Band

Anfang 2016 beschlossen Manja und Goderic, ihre diversen musikalischen Prägungen in das Projekt X-O-Planet einfließen zu lassen. Die Musik des Mainzer Synth-Pop-Duos setzt sich aus sphärischen Synthies, die aus Goderic Northstars Feder stammen, sowie Manja Kaletkas warmer, glasklarer Stimmfarbe zusammen. 
Manja war bis dato Mitwirkende in verschiedenen Bands wie der Essener Formation Jesus On Extasy, der britischen Avantgarde-Musikgruppe Attrition, der Neoklassik-Band Weltenbrand aus Liechtenstein, der Band Illuminate und durfte beispielsweise auf Alben von Szenegrößen wie 18 Summers mitwirken. 
Goderic lernte in seiner Kindheit Kirchenorgel spielen. Etwas später kamen Gitarre und Bass dazu. 
Inspiriert durch Künstler der elektronischen Musikszene der ersten Stunde wie Jean-Michel Jarre und Kraftwerkh begann er, sich für elektronische Klänge zu interessieren. Er experimentierte mit analogen Synthesizern und produzierte schon bald erste elektronische Werke. Auch dem Einfluss von EBM-Combos wie Front 242 und Nitzer Ebb konnte Goderic sich dabei nicht entziehen.
Im März 2017 veröffentlichten X-O-Planet ihr Debut “Passengers” beim namenhaften Label Danse Macabre und belegten damit direkt Platz 9 der Deutschen Alternative Charts. 
Kurz darauf konnten X-O-Planet auch ihre Live-Qualitäten mehrfach unter Beweis stellen, indem sie Bands wie z. Bsp. Psyche, Decoded Feedback, Intent: Outtake, The Invicible Spirit und The Saint Paul supporteten.

Das Album

X-O-PlanetMit VOYAGERS nehmen Manja und Goderic uns mit auf die Fortsetzung Ihrer Reise durch Zeit und Raum. Die PRELUDE 2019 erinnert sofort an das im März 2017 veröffentliche Debüt-Album “Passengers” und zeigt auf, dass wir stilistisch wohl Ähnliches hören dürfen. Mit NEUTRON STAR blicken wir auf die Geburt eines Neutronen-Sterns, um dann in DISTRUCTIVE SHADOW einen bemerkenswert kontrastreichen Song zu hören. Musikalisch typisch X-O-Planet, wird uns guttural von Goderic dargeboten, dass in jedem das Böse vorhanden ist,  während Manja nahezu engelsgleich das Gute und ein wenig Selbstfindung propagiert. Toll auch zu hören, dass die Band der Musik durch längere instrumentale Parts eine Bühne lässt. Nahezu progressiv 🙂 Song zwei auf der Scheibe und ich habe einen meiner Favoriten gefunden.

Insgesamt gibt das Duo seinen Songs viel Zeit, um rein instrumental schon für die passende Stimmung zu sorgen. FASTER THAN LIGHT ist nicht nur recht ruhig gehalten, sondern fordert auch textlich auf, mal einen Gang zurückzuschalten. Und notfalls auch mal jemanden einzubremsen, wenn er sich in der Hektik des Alltags zu verlieren droht.

Der Titeltrack des Albums VOYAGERS kommt im feinsten Mid-Tempo auf die Ohren und begeistert nicht nur durch den Kontrast der echt filigranen Synths mit einer tiefen bedrohlichen Line. Auch der Refrain reisst letztlich voll mit. Manja kann hier sehr schön beweisen, dass ihr auch die langen Töne sehr gut liegen.

X-O-PlanetTHE UNFORSEEN traf auch mich unvorhersehbar. Ist es schon eine Ballade, wenn gleich dafür eigentlich zu schnell? Gehört es in ein Musical? Ganz ehrlich… ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass hier nun wieder eines dieser Lieder ist, dass mich nicht nur textlich berührt, sondern mich Musik und Gesang auch fühlen lässt. Da stecken so viele Emotionen drin, dass es einen einfach bewegen muss. Senhnsucht, Wehmut, das Gefühl etwas verpasst zu haben….. kurzum…. WOW !

Manja hat mir 2017 im Interview verraten, dass sie sich seit Kindeszeiten für Astronomie und Astrophysik interessiert. Mit GRAVITY LOST bringen X-O-Planet eine sehr gelungene Form von “Was wäre ohne Schwerkraft”.

STORYTELLING ist wieder so eine Mixtur aus einem gemütlich dahin plätschernden Rhythmus und einer stimmlich etwas im Hintergrund agierenden Manja. Und ich unterstelle den beiden hier absolute Absicht, damit der Zuhörer sich angemessen auf den Text konzentrieren kann. Und der hat es in sich, kommt der Song doch sonst so unschuldig daher.

Das ändert sich nun mit REFOCUS wieder. Hier kommt wieder deutlich mehr Energie in die Synths, wenn gleich der Text nicht nur aufmerksam gehört, sondern gerne auch zu Herzen genommen werden sollte. Nachdem X-O-Planet ja schon die Frage nach dem “Was wäre ohne Schwerkraft” stellten, ist es nur legitim mit MYSTERY OF GRAVITY zu hinterfragen, ob das Mysterium der Schwerkraft überhaupt jemals gelöst werden wird.

GOODBYE macht mir bewusst, dass jetzt der letzte Song erklingt. Manja zeigt jetzt eine weitere Facette ihrer Stimme. Die tiefere, melancholische Stimme, die zum Nachdenken anregt und mich jetzt voll in den Song rein holt.

Fazit

X-O-PlanetSchon ihr 2017er Debüt hatte es mir echt angetan. Eingängige und oftmals ziemlich aufwändige Arrangements, Gesang an dem es so überhaupt nichts auszusetzen gibt und dazu tiefgründige Texte. Da war meine Erwartung an das neue Album VOYAGERS ganz sicher nicht klein. Aber ich wurde nicht enttäuscht, sondern abermals begeistert. Stilistisch bleiben sich X-O-Planet absolut treu und setzen konzeptionell noch einen drauf. Goderic besticht durch zum Teil sehr filigrane Synths, die er gerne auch sehr kontrastreich auf unsere Ohren bringt. Von Manja gibt es oftmals mehrstimmige Passagen, die einfach in der Summe voll auf dem Punkt sind.

Was soll ich weiter lobhudeln ? VOYAGERS ist wieder einmal ganz großes (Ohr-) Kino aus dem Hause X-O-Planet.

VOYAGERS erscheint am 27. April 2018.

X-O-Planet sind am Montag, dem 30. April 2018 um 22:00 LIVE zu Gast bei mir in der Sendung!

Tracklist

01 – Prelude 2019
02 – Neutron Star
03 – Distructive Shadow
04 – Faster Than Light
05 – Voyagers
06 – The Unforseen
07 – Gravity Lost
08 – Storytelling
09 – Refocus
10 – Mystery Of Gravity
11 – Goodbye

Tourdaten

30.06.2018 Wuppertal, Underground
25.08.2018 Bonn, Music Club Session
01.09.2018 Hamburg, KIR
28.09.2018 Bamberg, Live-Club
13.10.2018 Oberhausen, Crowded House
08.12.2018 Essen, Don´t Panic

Line-Up

Vocals: Manja Kaletka
Keys: Goderic Northstar

Web

http://www.x-o-planet.de
https://www.facebook.com/XOPlanet
http://www.youtube.com/c/Xoplanet_electronica
kontakt@x-o-planet.de

Quellen:

Band-Bio und Bilder: Promo-Kit

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Weltengang

Review: EP “Auf großer Reise” von WELTENGANG

Alternative-Rock aus Magdeburg – Weltengang

Die Band

Weltengang. Das bedeutet Rock, das bedeutet Schmusestimmung, das bedeutet pure Lebensfreude auf der Bühne. Vier Personen aus vier Regionen – ein Gang durch sämtliche Welten. Im Mittelpunkt des Geschehens steht immer der Kompromiss aus allem, was Eric, Martin, Eylin und Stefan für gut befinden. Viele Köche verderben den Brei? – nicht in diesem Fall! Tiefgründige Texte, verzerrte Gitarren, 3stimmige Gesänge aber vor allem Spaß muss es machen. Genau aus dem Grund gründete sich die Band im Sommer 2016 und spielte seitdem zahlreiche Konzerte in unterschiedlichen Städten. Im Januar 2018 veröffentlichte die Rock-Kapelle ihre erste EP “Auf großer Reise” und legt damit den nächsten Meilenstein in ihrer Bandlaufbahn.

So beschreiben sich die Alternative-Rocker aus Sachsen-Anhalt auf Ihrer Homepage selbst. Und da ich sie bereits live erleben durfte, kann ich bestätigen: Weltengang beschreiben sich genau richtig. Eingängige und deutlich artikulierte deutsche Texte gepaart mit feinem Gitarren-Rock machen die Musik des Quartetts zu einem sehr kurzweiligen Vergnügen. 

Das Album

1000 GESPENSTER beginnt gleich einmal – nun ja.. nicht mit Paukenschlägen – aber dafür ordentlichem Hallo der Toms von Stefans Drumkit. Der Rhythmus zieht von Anfang an mit, was sich dann im Refrain zum fulminanten Ohrwurm entwickelt. Dominant mit dabei…. die Lady am Bass und Gitarrist Martin. ASTRONAUT beginnt nahezu balladesk, landet dann aber auch bald wieder im Mid-Tempo. Im vorigen Song schon zu erahnen und jetzt ganz deutlich: Drummer Stefan mach auch als Backing-Vocalist einen verdammt guten Job.

FASSADE könnte durchaus auch aus dem Hause Jennifer Rostock stammen. Zumindest das Gitarren-Intro erinnert ein wenig an die Nordlichter. Wer jetzt mit abgekupfertem Sound rechnet, kann aufatmen. Im nunmehr dritten Song der EP wird ein “roter Faden” der Magdeburger immer deutlicher. Durchaus griffige Riffs, tolle Melodie und Text zum Mitsingen… toll.

Song 4 war bei meinem Live-Erlebnis der Song, der alle Gäste eingefangen hat. Woooohooohoooohoooooo…. das kann nun wirklich jeder mitsingen. Und genau diesen Umstand nutzen WELTENGANG gezielt und reißen echt jeden mit. Für mich ganz klar der stärkste und mitreißendste Song der EP.

PORZELLAN ist ein äußerst empfindliches Material, was ich jedoch von diesem Song nicht behaupten kann. Stilistisch nahe bei den Toten Hosen und dennoch unverkennbar Weltengang. 

Hoppala….. Akkustik-Gitarre? Die fehlte mir bisher tatsächlich ein wenig im Vordergrund, aber in ZURÜCK AUF 0 kommt sie dann voll zur Geltung. Dieses Lied lassen die vier etwas ruhiger angehen, was aber den Text irgendwie “angemessen” zur Geltung bringt. Toller Refrain, toller Text, tolles Arrangement. Mein zweiter Favorit auf “Auf Großer Reise”

Fazit

“…… wir schreiben die Geschichte neu!” singen WELTENGANG in “Zurück auf 0”. Und ich bin überzeugt davon, dass genau dies den vier Magdeburgern recht gut und auch bald gelingen könnte. WELTENGANG begeistern mit einer etwas angepoppten Form des Alternative Rock. Stilistisch liegen sie irgendwo zwischen Jennifer Rostock, Tote Hosen und den Broilers. Alle Texte erscheinen authentisch und wohl überlegt, das Arrangement der Songs lässt für meine Ohren nichts zu wünschen übrig und kommt echt ausgewogen daher. Wo es Akzente bedarf, setzen sie diese auf den Punkt ein. Hier ein kleines Gitarrensolo, dort mal die Backing-Vocals etwas dominanter… dieses Quartett hat es echt drauf. 

Ich vergebe ja keine Punkte in meinen Reviews… aber fünf Weltkügelchen könnte ich mir da schon vorstellen 🙂 

Tracklist

1 – 1000 Gespenster
2 – Astronaut
3 – Magnete
4 – Zurück auf 0
5 – Porzellan
6 – Fassade

Tourdaten

27.04.2018 – Magdeburg
12.05.2018 – Salzwedel
19.05.2018 – Bernburg
20.07.2018 – Blankenfelde
28.07.2018 – Torgau
26.10.2018 – Potsdam
02.11.2018 – Leipzig

Line-Up

Eric – Gitarre;
Martin – Gitarre;
Eylin – Bass;
Stefan – Schlagzeug

Web

http://Weltengang.de

https://www.facebook.com/Weltengang/

Quellen:
Selbstportrait: Band-Homepage
Bild: Facebook-Page

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ASHES ARISE

Review: “Resurgence from Oblivion” von ASHES ARISE

Feinster Melodic-Death-Metal aus USA und Frankreich

Die Band

Ashes Arise ist eine rein weibliche Melodic-Death-Metal-Band aus den USA und
Frankreich. In ihrem Debütalbum “Resurgence from Oblivion” liefert die Band
kraftvollen Gesang gepaart mit kraftvollen Gitarrenriffs.

Amy Zion löste die Flamme aus, die ein internationales Feuer entzünden würde und eine
Zusammenarbeit durch die Verbindung von Stephanie Nolf und Emily Moss im Jahr 2016 bildete. 
Zeitzonen, Sprachbarrieren und Tausenden von Meilen zum Trotze, brachte die Gruppe aus Black Metal, Death Metal und symphonischen Elementen verschiedene Einflüsse zusammen, um aus diesen einen ganz eigenen Stil zu erschaffen und so einen eigenen Daumenabdruck in die Musikwelt zu setzen.

Das Album

Die Texte erzählen eine Geschichte vom Kampf mit Schmerzen und inneren Unruhen, die Konfrontation mit kritischen Stimmen und dem Finden der inneren Stärke.

Das Album ist komplett selbst gemacht, und brachte so die versteckten Talente innerhalb der Gruppe zu Tage.
Alle Songs wurden in Homestudios in den USA und Frankreich geschrieben und aufgenommen. Außerdem produzierte die Band die Musikvideos, illustrierte die
Album Artwork und fotografierte alle Portraits. 

Fazit

Spätestens seit Arch Enemy gehören Sängerinnen zum Death Metal wie selbstverständlich dazu. Bei ASHES ARISE ist es die Mischung aus klarem Gesang und Growling, die die Musik der drei Damen so interessant macht. Die Melodien sind erstaunlich gut gewählt und die Songs sehr ausgewogen arrangiert. Die Gesangsstile stehen sich zudem ausgewogen gegenüber, so dass selbst die zart besaiteten Ohren nicht verschreckt, sondern vielmehr verzückt werden. Wer Musik im Stile von Arch Enemy oder Semblant mag, wird auch ASHES ARISE mögen. 

Tracklist

1. The Countess
2. Fate
3. Obsidian Veil
4. Sleepwalker
5. Theory Divine
6. Tornado of Devastation
7. Awakening
8. Unleashed
9. Summoner
10. Death from Above

Line-Up

Amy Zion – Guitar, synthesizer
Emily Moss – Vocals
Stephanie Nolf – Vocals, bass, drums

Web

facebook.com/ashesariseproject
soundcloud.com/ashesariseproject
twitter.com/Ashes_Arise
reverbnation.com/ashesarise
instagram.com/ashesariseproject

Quellen

Band-Bio: auszugsweise Promo-Kit
Band-Logo: Promo-Kit

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IN GOOD FAITH

Review TRINITY von “In Good Faith”

Die Band

Die 1998 in Niedersachsen gegründete Synthie-Pop-Band IN GOOD FAITH lässt den Synthpop im Stile der 80er und 90er Jahre mit einem angemessenen Teil moderner Elemente weiter leben. Auch zwanzig Jahre nach Gründung bleiben sich IGF ihrem Stil und ihren Einflüssen von z.B. Depeche Mode, Static Icon, Mesh, De/Vision, Elegant Machinery, VNV Nation, Aesthetic Perfection und Skinny Puppy treu, ohne aber langweilig zu werden. Dennoch klingt die Musik der Band nicht wie ein gewöhnlicher Abklatsch, sondern glänzt vielmehr durch eine toll ausgeprägte Gesagngsstimme des Sängers Kai Vincenz Németh und hervorragend abgestimmten, brilliant-klaren und unaufgeregten Arrangements aus den Synthesizern Jörg Allenbachs.

Das Album

Ihr neues Album tauften IGF auf den Namen “Trinity” Elf Songs stehen bereit uns zu verzaubern und zu begeistern. Das Album begeistert durch eine wunderschöne Mischung aus energiegeladenen Tracks, denen dann aber auch Songs mit deutlich ruhigeren Elementen gegenüber stehen. TRINITY wird am 23.02.2018 veröffentlicht, kann (oder konnte ?) aber über die Bandpage auch im Pre-Sale ab 17.02.2018 bezogen werden.

Fazit

TRINITY ist nicht nur für die eingefleischten Fans von IN GOOD FAITH ein Muss. Wer wie ich mit dem E-Pop der 80/90er groß geworden ist, wird sich mit diesem Album wieder in die gute alte Zeit zurück versetzt fühlen, ohne aber das Moderne von heute vermissen zu müssen. Ließ die Auskopplung von CHOOSE YOUR WAY schon großes erwarten, beweisen IGF nun mit dem kompletten Album, dass sie ihre Fans nicht enttäuschen werden.

Tracklist

01. The PickUp Artist
02. Explore
03. Licht
04. About A Life
05. Choose Your Way
06. Shadows
07. I´ve Lost Control
08. Aberration
09. Lost Moments
10. Shadows (Terrolokaust Remix)
11. Love Will Tear Us Apart

Tourdaten

17.03.2018 Die Höhe, Osternienburg
01.04.2018 Depeche-Mode-Party, Bad Bodenteich
28.04.2018 Black Eleven, Zürich / Schweiz
26.05.2018 mit NEOCOMA in Thiede, Salzgitter
03.08.2018 – 05.08.2018 Berliner Gothic Treffen
27.10.2018 Schwarzschilf & In Good Faith, SubKultur, Hannover

Line-Up

Vocals: Kai Vincenz Németh
Keys: Jörg Allenbach

Web

http://ingoodfaith.de/

https://www.facebook.com/ingoodfaith.de/

Quellenangaben

Album-Cover: Facebook Band-Page

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IGNYS

Review: “Vestigium EP” von IGNYS

Symphonic Metal aus Paraguay: IGNYS

Die Band

IGNYS wurde Ende 2013 gegründet, nachdem die Gründer Caro Henry und Albert Jimenez sich zum ersten Mal bei einem Metal-Konzert trafen und erkannten, dass sie nicht nur ihre Lieblingsmusik-Genres teilten, sondern auch ihre Vision einer Band, die beide schon seit einiger Zeit überlegt haben . 2014 begannen sie mit einigen symphonischen Metal Cover Acts, um zu sehen, wie sich die Chemie des Band-Mitglieder entwickelt. Viele Freunde durchliefen das Projekt, bis sie 2016 ihr endgültiges feste Line-Up fanden. Dann taten sie sich mit Aldo Benegas zusammen, der produzieren, konstruieren und mischen würde und zudem auch mit der Band schreibt. An diesem Punkt wurde klar, dass die Band bereit war, mit einer EP zu debütieren und begann, sofort an dem Konzept und den Songs zu arbeiten, was IGNYS ‘Sound formte. Die Band bringt die aggressiven Elemente des Symphonic Metal und die delikaten Harmonien von keltischen, barocken und klassischen Stücken zusammen und zeigt die gewaltigen musikalischen Formen, die die Band zu umarmen sucht. IGNYS’s Vestigium EP wurde im Jahr 2017 im BlindOwlStudio (PY) geschrieben, arrangiert, aufgenommen und gemischt.

 

IGNYS

Das Album

Die musikalische Reise beginnt mit einem düsteren atmosphärischen Soundtrack, der die versteckte Geschichte hinter der gesamten EP flüstert. Wie die Ouroboros ist dieser Track der Anfang und auch das Ende der Geschichte, ein Instrumentalstück, das zur fehlenden Seite der Vestigium EP wird. From Shadows kombiniert die stärkeren und härteren Elemente der Metal-Musik und berührt die Grenzen klassischer Power Metal- und symphonischer Metal-Arrangements, um den Zuhörer durch die aggressive Natur des Songs zu locken. Aus den Schatten des vorherigen Stücks kommt Frozen Stone, ein Mid-Tempo-offenes, dynamisches Lied über Hass, Verrat, Lügen und schließlich Schließung und Wahrheit. Rag Doll folgt Caros Schauspiel, während er die karmesinrote Stimme des unbewussten Bedauerns auf der dunklen Bühne eines Alptraums verkörpert. Vestigium beginnt mit mittelalterlichen und mediterranen Folklore-Elementen, die sich durch die Geschichte der Musik, die über die Barockzeit hinweg fliegt, und in der modernen Harmonie der Filmmusik zu entwickeln scheinen. Ein Lied über die spirituellen Verbindungen zwischen Unschuld und Bösem. The One With The Empty Shell kommt als der letzte und klassischste Track der EP, während der Refrain den Hörer auf eine verträumte Reise mitnimmt, in keltische / New Age Musikgenres eintaucht und die EP mit einem süßen, aber melancholischen Harfensolo beendet, umgeben von einer tiefen und intimen Atmosphäre. Ein Lied über Verdammnis und Vergebung.

Fazit

Was lange währt, wird gut. So ein Sprichwort, dass sich auch im Falle IGNYS wieder einmal bewahrheiten soll. Betrachtet man die lange Findungsphase der Band und hört dann diese wundervolle EP, wird klar, dass das lange Warten richtig war. VESTIGIUM ist ein absolut ausgewogenes und wahrlich beeindruckendes Werk geworden. Die Band um Front-Frau Caro zeigt ganz klar auf, dass sie nicht nur die harte Linie des Metal, zum Teil schon sehr deutlich im Power Metal, sondern auch die gefühlvollen, eher balladesken Einflüsse für ausgewogenen Symphonic Metal beherrschen. Stilistisch erinnert mich IGNYS dadurch ein wenig an das deutsche Metal-Aushängeschild Xandria zu Zeiten einer Lisa Middelhauve. 

VESTIGIUM ist ein Paukenschlag für eine Debüt-EP. Wir dürfen uns zurücklehnen und diese großartige Musik genießen und gespannt abwarten, was wir in Zukunft von IGNYS noch auf die Ohren bekommen. 

Tracklist

01. The Missing Page 
02. From Shadows
03. Frozen Stone 
04. Rag Doll 
05. Vestigium 
06. The One With The Empty Shell 

Line-Up

Caro Henry – Gesang
Albert Jimenez – Gitarre
Carlos Paez – Gitarre
Hermes Sanchez – Keyboards
Saul Gimenez – Bass
Seba Ramirez – Schlagzeug

Web

www.facebook.com/ignys.band

ignysband.press@gmail.com

Quelle: Band-Bio, EP-Bio und Bilder: Promo-Kit

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