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Review: “All die Jahre” von Markus Pfeffer

Markus Pfeffer

Review: “All die Jahre” von Markus Pfeffer

Deutschrock mit Herz und Verstand aus Kaiserslautern

Markus PfefferDie Band

Nach drei Jahrzehnten und unzähligen Auftritten, oftmals auch mit namhaften Bands wie Purple Schulz, Extrabreit und Pur, ist der Multi-Instrumentalist, Komponist und Gründer der Deutschrock-Band Winterland Markus Pfeffer nun auf Solopfaden unterwegs.

Keyboard, Gitarre, Bass und Lead-Gesang….., alles macht Markus Pfeffer selbst. Für die Drums konnte er Winterland-Schlagzeuger Brian F. Daniels gewinnen, genauso wie Ex-Winterland-Sänger Thorsten Fries, der den Text zu “Viel zu heiß” beigesteuert hat.

Das Album

„Als für mich inzwischen offiziell vierzehnte Album-Produktion und nach vielen Studio-Aufnahmen mit Bands wie Scarlett, Winterland, Wet Desert und Karma in nunmehr dreißig Jahren war es jetzt einfach an der Zeit erstmals ein komplettes Album im Alleingang zu komponieren. Das Agieren außerhalb gängiger Bandgefüge und ohne stilistische Grenzen öffnet dabei Horizonte und macht auch mal den Kopf frei für Neues“ meint „Dr. Pepper“ zum Anlass für sein erstes Solo-Album.

Markus Pfeffer

(c) Christian Esche

Die musikalische Bandbreite seiner Songs reicht von elektronisch angehauchtem Rock (z.B. Irgendwann), über leichten Pop (All die Jahre) und verträumten Akustik-Balladen (Neubeginn). Schwerpunkt ist aber der gitarrenlastige, deutschsprachige Rock. Es ist immer ein wenig schwierig nach Authentizität zu fragen, wenn ein Deutschrocker in Bereiche des Punks oder gar Pop der 80er oder gar akustische Balladen ausschwenkt. Verfolgt man aber die jahrzehntelange Biographie des promovierten Wirtschaftswissenschaftlers aus der Pfalz, darf man getrost davon ausgehen, dass Markus Pfeffer weiß, was er da abliefert. Und er ist selber ein Kind dieser Zeit, hat die Musik erlebt und für sich entdeckt.

Sicherlich hat das Alter des Mittvierzigers und die daraus resultierende Lebenserfahrung die Texte maßgeblich geprägt. Hier mal die ein wenig selbstmitleidige Frage, wo all die Jahre hin sind, dann der mit deutlichen Worten artikulierte Wunsch, endlich auch mal von dem Ballast der Anderen verschont zu bleiben (Lass´Mich in Ruh). Spannend aber auch, dass sich ein Song findet, der das Finden von Ausreden zum Thema hat. In “Viel zu heiss” geht es darum, was man so alles tun möchte….. und dann doch feststellt, dass es leider viel zu heiß ist um den Worten auch Taten folgen zu lassen. Textlich ist das neben “Lass mich in Ruh” und “Entleide Dich” mein absoluter Favorit.

Insgesamt spart Markus Pfeffer nicht mit Kritik an der heutigen Zeit. So bekommt auch der Fluch des Mainstream und auf Kommerz ausgerichtet produzierte Musik (Zitat: Billig-Sing-Sang-Dreck) sein Fett ab. Damit dürfte er wohl unzähligen Musikern aus der Seele sprechen.

Der wohl gefühlvollste Song auf “All die Jahre” ist zweifelsfrei “Neubeginn“. Eine sehr ruhige Akustik-Ballade, die ohne den nötigen Background schon gefällt. Betrachtet man aber die Geschichte um die Entstehung dieses Liedes, wirkt er gleich ganz anders und man hört förmlich, wie Markus Pfeffer sich “frei” spielt, mit der Gitarre wieder eins wird, wie er … neu beginnt.

Um all das zu verstehen, sagte Markus Pfeffer zu “Neubeginn”:

Einige Zeit nach mehreren Krankenhausaufenthalten war ich nicht fähig Gitarre zu spielen. Als ich dann das erste Mal wieder dazu in der Lage war packte mich die Kreativität und ich probierte auf der Akustik-Gitarre diverse recht ungewöhnliche offene Stimmungen aus (so genannte „Open Tunings“). Im Ergebnis entstand dieses relaxte Akustikstück, das ich an einem Sonntag Ende 2016 sozusagen als „Befreiungsschlag“ mit richtungsweisendem Titel geschrieben, aufgenommen, arrangiert und gemischt hatte.

Fazit

Mit “All die Jahre” schwenkt Markus Pfeffer einmal quer durch poppige und rockige Gefilde. Ein durchaus gewagtes Unterfangen, das er aber bravourös bewältigt hat. Egal wo es ihn mit seinen Lieder hin verschlägt, es klingt immer nach dem Pfälzer Betriebswirt und Wirtschaftswissenschaftler und wird nie langweilig.

Gekonnt setzt er auf eingängige Texte und Melodien, die den Zuhörer nicht nur schnell “musikalisch” ankommen lassen. Vielmehr kann sich jeder in einigen der Songs wiederfinden, da sie letztlich aus dem täglichen Leben stammen.

Mir hat “All die Jahre” nicht nur sehr viel Spaß beim Anhören bereitet, sondern begeisterte mich auch das ausgewogene Arrangement und die tolle Stimme, die bei Winterland bisher nur im Hintergrund zu hören war.

Ein wirklich tolles, abwechslungsreiches und uneingeschränkt empfehlenswertes Album made in Germany !

Markus PfefferTracklist

01 Irgendwann
02 All die Jahre
03 Lass mich in Ruh’
04 Zeit zu träumen
05 Inspiration
06 Viel zu heiss
07 Entleide dich
08 Lasst Gitarren reden
09 Bereit
10 Neubeginn

Line-Up

Markus Pfeffer – Gesang, Gitarre, Bass, Synths
Brian F. Daniels – Schlagzeug

Web

Amazon: https://www.amazon.de/All-Jahre-Explicit-Markus-Pfeffer/dp/B07BYJNPTP/
iTunes: https://itunes.apple.com/de/album/all-die-jahre/1367475479
Google Music: https://play.google.com/store/music/album/Markus_Pfeffer_All_die_Jahre?id=Bpa4awdfkj7tdpefw7oomlvkxle&hl=de
JPC: https://www.jpc.de/jpcng/poprock/detail/-/art/markus-pfeffer-all-die-jahre/hnum/8203138

Quellen

Bilder und Zitate: Promo-Kit

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Dirk

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