Electronic Reflection 2017 in der Junction Bar Berlin

Electronic Reflection

Electronic Reflection 2017 – Licht und Schatten…..

NeocomAm 27. Oktober fand in der Kreuzberger Junction Bar die Electronic Reflection 2017 statt, ein E-Pop / Synthpop-Event, bestehend aus drei Bands, sowie einer weiteren Band als Special Guest.  Den Abend begannen die Herren von Neocoma und begeisterten, trotz anfänglich nicht ganz passender Abstimmung der Soundanlage, mit dennoch wirklich tollen Klängen und einer sehr angenehmen Gesangsstimme. Die Songs waren durch die Bank weg sehr abwechslungsreich ausgewählt und vermittelten mir als bisherigen Neocoma-Nichtkenner, einen guten Vorgeschmack auf deren musikalische Bandbreite. 

Als nächstes kamen dann Project Caretaker auf die Bühne. Hier stimmte anfangs der Sound leider auch mal so gar nicht, wurde dann aber vom anwesenden Techniker höchst modern mit einem Tablet auf einen gut hörbaren Level gebracht.  Die Songsauswahl kann als durchaus gelungen angesehen werden und fügte sich gut an den vorangegangen Neocoma-Gig an. Einziger Wermutstropfen: die Berliner Electropopper sind recht kommunikativ, was sich leider bei der nächsten Band dann schon bemerkbar machen sollte…

Die dritte Band im Bunde und augenscheinlich von gut neunzig Prozent der Anwesenden sehnsüchtigst erwartet, war dann e-bit. Nachdem der Abbau von Project Caretaker bereits mit “Wir wollen e-bit hör´n!”-Rufen begleitet wurde, füllte sich die Tanzfläche blitzartig mit e-bit-Merch-Trägern. Der drohende Zeitkollaps kündigte sich gleich mit dem ersten Hallo der Frontlady Anika an: “Nich´ viel schnacken, Kopp in´ Nacken!” und schon brachten e-bit ihre schon gut vorgewärmten Fans mit den ersten Takten von “See You” auf Betriebstemperatur. Dieser sollte nicht der einzigste dargebotene Song vom kommenden Album bleiben, denn es folgten mit “Unite” und “Don´t You” weitere aktuelle Songs. Aber auch die All-Time-Kracher Loveboat, Better und Gloria durften nicht fehlen.

Mit “Unite” ewiesen Anika und Sigma ihrem, nur Tage nach Veröffentlichung plötzlich verstorbenem Musiker-Kollegen Michael Clausen von be-polar einen lauten Tribut. Michaels Stimme kam vom Speichermedium und ich mutmaße, dass nicht nur ich diesen Anflug von Gänsehaut hatte. Augenscheinlich ließ sich das Berliner Synthpop-Duo nichts anmerken und tat das, was Michael Clausen sicherlich in diesem Moment genau so gewollt hätte: dem Publikum dieses Lied so laut und ausdrucksstark um die Ohren zu pfeffern, wie es geht. Und sie taten es ihm ebenbürtig. 

Oben bereits erwähnter Song “Don´t You” sollte dann leider auch schon der letzte e-bit-Song des Abends sein und die Merch-Träger ein Stück weit unbefriedigt in die Nacht entlassen. Eine vom Publikum eingeforderte Zugabe blieb der Band verwehrt; sie durfte sie ihren Fans nicht geben.

Für mich endete an dieser Stelle die Electronic Reflection in der Kreuzberger Junction Bar, denn für die letzte Band hatte ich leider schlicht und ergreifend keine Zeit mehr. Auf jeden Fall war dieses, von meinen Kollegen des Radio Darkfire präsentierte E-Pop-Spektakel ein in der Summe gelungener Abend. Betrachte ich dazu noch den schmalen Eintritt von zehn Euro inklusive eines 3-Euro-Verzehrgutscheins, dürfte ich eigentlich gar nicht mehr mosern. 

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